Threema: Krypto-Messenger ist meistverkaufte iOS-App 2014

Der Krypto-Messenger hat inzwischen 3,2 Millionen Nutzer. Threema verdankt sein explosionsartiges Wachstum unter anderem auch der Übernahme des Konkurrenten WhatsApp durch Facebook.

Der Krypto-Messenger Threema des gleichnamigen Schweizer Herstellers ist laut Apple-Bestenliste das meistverkaufte iOS-Programm in diesem Jahr. Der Hauptkonkurrent, das Chatprogramm WhatsApp, das wegen seiner Sicherheitsprobleme und der Übernahme durch Facebook in die Kritik geraten war, belegte in der Kategorie der meistgeladenen Apps den dritten Platz, während Threma dort nicht zu finden ist. Der Messenger von Facebook landete auf Rang 2, hinter Quizduell. Die umsatzstärkste iPhone- und iPad-App 2014 ist Clash of Clans. Konkrete Zahlen hat Apple nicht veröffentlicht.

Threema liegt nun für Android, iOS und Windows Phone vor (Bild: Threema).

Threema liegt nun für Android, iOS und Windows Phone vor (Bild: Threema).

Weltweit nutzen 3,2 Millionen Menschen Unternehmensangaben zufolge Threema, wovon sich 80 Prozent in Deutschland befinden. Je 49 Prozent der Anwender nutzen Threema unter Android oder iOS und zwei Prozent auf Windows Phone. Letzterer Wert ist insofern beachtlich, da der Messenger aus der Schweiz erst seit Ende November für das Mobilbetriebssystem von Microsoft verfügbar ist.

Threema verdankt seine Popularität vor allem der Übernahme von Platzhirsch WhatsApp durch Facebook. Nach Bekanntwerden des Milliarden-Deals im Februar dieses Jahres hat sich seine Nutzerzahl innerhalb von 24 Stunden auf 400.000 verdoppelt. Wenige Wochen später betrug sie 2,8 Millionen. Offenbar sorgen sich besonders deutsche Anwender um ihre Privatsphäre, die sie durch die Übernahme durch Facebook bei WhatsApp gefährdet sahen. Anderswo scheinen solche Bedenken keine große Rolle zu spielen. Trotz Übernahme durch Facebook im Februar vermeldete WhatsApp im August einen Anstieg auf insgesamt 600 Millionen aktive Anwender.

Die Stiftung Warentest bewertete den Messenger bei einem Schnelltest auf Datenschutz im Februar dieses Jahres mit „unkritisch“. Sie lobte unter anderem die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die es sogar dem Anbieter selbst unmöglich mache, die Kommunikation zwischen Nutzern zu überwachen. Positiv erwähnten die Tester auch, dass Adressbucheinträge zwar gespeichert werden, allerdings nur in pseudonymisierter Form und mit expliziter Zustimmung des Nutzers. Auch wenn der Anwender dem Auslesen seines Adressbuchs nicht zustimme, könne er die App verwenden. Als einziges Manko machte Stiftung Warentest aus, dass Threema keine quelloffene Software ist. Daher könne nur ausgeschlossen werden, dass die App keine Nutzerdaten unverschlüsselt überträgt. Ob sie manche Daten aber eventuell verschlüsselt übermittelt, habe sich im Test nicht zweifelsfrei feststellen lassen.

Threema selbst gibt an, dass sein Programm „auf die bestmögliche Wahrung der Privatsphäre ausgerichtet“ und darauf ausgelegt sei, „dass auf den Servern möglichst keine Daten anfallen, die missbraucht werden könnten“. Einzel- und Gruppenchats würden dezentral und ausschließlich auf den Endgeräten verwaltet, so dass keine Daten über Kontakte oder Beziehungsnetze anfielen. Auf Wunsch lässt sich der Messenger auch anonym nutzen, da keine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angegeben werden muss.

Hinweis: ZDNet.de verlost 20 Promo-Codes für die Android-Version des Messengers. Bei Interesse einfach das Kontaktformular mit Betreff Threema ausfüllen.

Danke an alle Teilnehmer. Die Promo-Codes sind nun leider aufgebraucht.

[Mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de]

 

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Threema: Krypto-Messenger ist meistverkaufte iOS-App 2014

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *