Google: Smartphone-Besitzer erhalten Entschädigung für In-App-Käufe

Android-Nutzer werden per E-Mail informiert, ob sie von Google Geld für unautorisierte In-App-Käufe ihrer Kinder über den Play Store zurückverlangen können. Bis zum 2. Dezember 2015 haben sie Zeit, ihr Google-Konto zu prüfen und Ansprüche geltend zu machen.

Google hat damit begonnen, die im Rahmen eines Vergleichs mit der US-Handelsaufsicht FTC vereinbarten 19 Millionen Dollar an Eltern zurückzuzahlen, deren Nachwuchs ohne ihres Wissens Käufe in Apps wie Spielen über den Google Play Store getätigt hat. E-Mails sollen Kunden informieren, dass sie möglicherweise betroffen und berechtigt sind, von Google eine Rückerstattung der In-App-Käufe zu verlangen.

Google Play (Screenshot: CNET).

Grundlegend müssen Kinder die In-App-Payment-Funktion zwischen dem 1. März 2011 und dem 18. November 2014 ohne die Zustimmung der Erziehungsberechtigten genutzt haben, damit Smartphone- und Tablet-Besitzer ihr Geld zurückverlangen können. In den E-Mails werden die Android-Nutzer dazu aufgefordert, ihr Google-Konto zu prüfen und die ihrer Ansicht nach relevanten In-App-Käufe herauszusuchen. Bis zum 2. Dezember 2015 haben sie Zeit, ihre Ansprüche gegenüber Google geltend zu machen.

Hintergrund ist, dass es Anfangs möglich war, In-App-Käufe ohne die Eingabe eines Passwortes vorzunehmen. Erst im Jahr nach der Einführung ergänzte Google den Play Store um einen Passwortschutz für die neuen In-App-Käufe. Allerdings versäumte es der Internetkonzern laut der FTC, Android-Nutzer eindeutig darauf hinzuweisen, dass weitere Einkäufe bis zu 30 Minuten nach Eingabe des Passworts ohne eine erneute Abfrage möglich waren. Inzwischen lässt sich dieser Zeitrahmen vom Kontoinhaber selbst festlegen.

“Da immer mehr Amerikaner Mobiltechnik nutzen, müssen Firmen dringend daran erinnert werden, dass bewährte Verbraucherschutzanforderungen weiter gelten”, erklärte die FTC-Vorsitzende Edith Ramirez dazu. “Unter anderem dürfen Verbrauchern nicht Käufe in Rechnung gestellt werden, die sie nicht autorisiert haben.”

Schon im Januar 2014 beugte sich Apple der Federal Trade Commission und verpflichtete sich in einem ähnlichen Vergleich, für unautorisierte In-App-Käufe seiner Kunden mindestens 32,5 Millionen Dollar zu erstatten. Apple wie Google mussten außerdem ihre Abrechnungsverfahren ändern und sicherstellen, dass sie zu jedem Einkauf die “ausdrückliche Zustimmung” der Nutzer erhalten.

Amazon hingegen wollte nicht klein beigeben, sondern wehrte sich gegen die Forderungen der FTC sowie angedrohte Strafzahlungen. Es will ausdrücklich auch eine gerichtliche Klärung in Kauf nehmen. Der Onlinehändler argumentiert damit, er erstatte seinen Kunden stets bereitwillig ihre Ausgaben, wenn es zu irrtümlichen Käufen kommt. Amazon erklärte sich “tief enttäuscht”, dass es mit Apple in einen Topf geworfen werde – es sei falsch, wenn die Behörde das Verfahren gegen den iPhone-Hersteller als Vorlage nehme.

Sollte Google innerhalb der vorgesehenen 12 Monate weniger als 19 Millionen Dollar an berechtigte Käufer erstatten, muss es den verbleibenden Betrag an die US-Handelsbehörde zahlen. Diese Mittel wären für zusätzliche Maßnahmen zum Schutz von Verbrauchern einzusetzen – oder von der FTC an die Staatskasse abzuführen.

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Autor: Christian Schartel
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