Google: Android 5.0.2 für Nexus 7 veröffentlicht

Google will die von vielen Anwendern beklagten Performanceprobleme beim 2012er-Modell mit einer optimierten TRIM-Funktion beheben. Für das 7-Zoll-Tablet steht das Factory-Image ab sofort zur Verfügung und eine OTA-Version dürfte es sicher auch bald geben.

Android 5.0 Lollipop verursachte verstärkt bei Nexus-7-Besitzern Probleme. Nutzer meldeten vermehrte Abstürze, schlechte Performance und gelöschte Apps auf Basis von Adobe Air. Die Performanceprobleme will Google mit dem Update 5.0.2 für das 2012 erschienene Tablet lösen. Dafür hat es die seit Android 4.3 enthaltene TRIM-Funktion optimiert. Die für die Schreib- und Leseperformance von Flashspeicher wichtige Funktion soll nun öfters als bisher ausgeführt werden. Bisher liegt für das Nexus 7 allerdings nur das Factory-Image von Android 5.0.2 vor. Damit lässt sich ein manuelles Update durchführen. Die für eine automatische Aktualisierung nötige Over-the-Air-Variante (OTA) dürfte jedoch in Kürze erscheinen.

Nexus 7 mit Android 5.0.2 Lollipop (Bild: Google)

Ohne TRIM-Support kann nach längerer Nutzung die Performance teilweise beträchtlich sinken. Der Grund für dieses Phänomen liegt an den physikalischen Eigenschaften von Flash-Zellen. Flashspeicher lässt sich nur dann ohne Wartezyklen beschreiben, wenn die entsprechenden Zellen leer sind. Werden Programme respektive Daten gelöscht, entfernt das Betriebssystem diese jedoch nur aus dem Inhaltsverzeichnis des Dateisystems. Da der Flash-Controller von diesem Löschvorgang nichts mitbekommt, muss dieser beim erneuten Zugriff auf die Zelle diese erst löschen, bevor er sie beschreiben kann. Von der Problematik ist das Nexus 7 (2012) besonders betroffen, da es über keine leistungsfähige Speicheranbindung verfügt. Für das I/O-System ermittelt der Quadrant-Benchmark für das Nexus 7 einen Wert von 1647, während das Nexus 5 6341 erzielt. Eine Verringerung der I/O-Speicherleistung wirkt sich daher deutlich stärker aus, als bei einem sehr leistungsfähigen Flashspeicher.

Bisher wurde das unter Android für die TRIM-Funktion zuständige Tool fstrim nach Mitternacht ausgeführt. Aber nur dann, wenn das Gerät eine Stunde vorher nicht genutzt wurde und noch 80 Prozent Akkuleistung hat oder mit mindestens 30 Prozent am Ladegerät hängt. Erst dann teilt das Tool dem Flash-Controller mit, welche Daten nicht mehr benötigt werden, sodass dieser in Ruhephasen die nicht benötigten Zellen löschen kann, um sie später wieder ohne Leistungsverlust zu beschreiben. Alternativ lässt sich das Kommando auch manuell mithilfe von Tools wie LagFix starten. Allerdings sind hierfür Root-Rechte nötig. Mit Android 5.0.2 kommt fstrim häufiger zum Einsatz. Laut Google-Entwickler Christopher Tate wird das Kommando nun nach einem Neustart des Geräts durchgeführt, wenn zuvor der entsprechende Hintergrundprozess drei Tage nicht aktiv war. Somit ist gewährleistet, dass die TRIM-Funktion auch bei Geräten aktiviert wird, die regelmäßig vor Mitternacht ausgeschaltet werden.

Das Nexus 7 (2012) ist das erste Gerät, für das die neueste Android-Version 5.0.2 vorliegt. Ob und wann auch die anderen Nexus-Geräte mit dem Update versorgt werden, steht derzeit noch nicht fest.

[Mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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