Google: erstes voll funktionsfähiges selbstlenkendes Auto vorgestellt

Bei dem im Mai vorgestellten Prototypen funktionierte dem Unternehmen nach noch nicht einmal das Licht. Das sieht jetzt ganz anders aus. Google ist zur Zeit auf der Suche nach Produktionspartnern für eine Einführung in den nächsten fünf Jahren.

Googles CEO Sergey Brin hatte sein selbstlenkendes Auto, das weder ein Lenkrad noch ein Gas- oder Bremspedal besitzt, erstmals im Mai auf der Recode Code Conference im kalifornischen Palos Verdes vorgestellt. Statt der für heutige Autos unverzichtbaren Steuereinheiten nutzt Googles Prototyp ein System aus eingebauten Sensoren und Software, um sicher zu manövrieren.

Der jetzt von Google in den USA vorgestellte voll funktionsfähiger Prototyp seines selbstlenkenden Autos gleicht dem im Mai vorgestellten Vorabmodell, geht aber einem Post auf Google+ zufolge funktional weit darüber hinaus.

Selbstlenkendes Auto (Bild: Google)

Selbstlenkendes Auto (Bild: Google)

Man werde das Fahrzeug über die Feiertage auf Teststrecken ausprobieren, schreibt Google. Gleichzeitig gibt es Entwarnung: Bei Versuchen auf öffentlichen Straßen habe immer ein menschlicher Fahrer die Möglichkeit, manuell einzugreifen, wie dies die kalifornische Gesetzgebung erfordere. Die übliche Reisegeschwindigkeit der Fahrzeuge beträgt rund 40 km/h.

Das von Google bereitgestellte Bild zeigt zumindest ein verbessertes Chassis, wenn auch mit geringer Bodenfreiheit. Die für die Wahrnehmung des Fahrzeugs zuständige Einheit auf dem Dach wirkt nun nicht mehr improvisiert, wie noch beim Prototypen vom Mai. Google zufolge hat damals nicht einmal das Licht funktioniert.

Googles Forschungslabor X Labs, das auch die Brille Glass konzipiert hat, kündigte selbstlenkende Autos erstmals 2010 an. Die softwaregesteuerten Fahrzeuge haben inzwischen mehr als 700.000 Testmeilen zurückgelegt. Das Konzept erinnert an Kurzgeschichten des Science-Fiction-Autors Isaac Asimov, der schon in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts über mehr Verkehrssicherheit durch Roboterautos spekulierte. Besonders alte und behinderte Menschen könnten profitieren. Automobilclubs hingegen befürchten eine Entmachtung des menschlichen Fahrers.

Vergangene Woche hatte Google mitgeteilt, es sei auf der Suche nach Autoherstellern, die als Partner an einer Einführung in den nächsten fünf Jahren mitarbeiten wollen. Außer ihm planen Nissan, General Motors und der Autoteilezulieferer Continental, selbstlenkende Autos bis 2020 auf die Straßen zu bringen. Auch Ford hat bereits einen Prototyp vorgestellt. Und Tesla Motors will bis 2016 ein System entwickeln, das 90 Prozent der üblichen Fahranforderungen erfüllt.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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4 Kommentare zu Google: erstes voll funktionsfähiges selbstlenkendes Auto vorgestellt

  • Am 23. Dezember 2014 um 22:31 von Luis Luis

    ahja, und wie stark wird man durch die technik auf dem dach verstrahlt?
    wer haftet dafür, dass die leute alle in der umgebung des autos verstrahlt werden? der fahrer? google? oder niemand? is halt so?

    • Am 23. Dezember 2014 um 22:59 von TET

      Sie glauben bestimmt auch das es keine Funkelten mehr gibt, sobald Sie Ihr Radio ausschalten oder?

    • Am 24. Dezember 2014 um 03:35 von Mav

      Ahja, und wo stünden wir ohne technischen Fortschritt, ohne Risiken einzugehen? Man wird nicht gezwungen in der nahe von Technik zu sein, allerdings dürftest du diese Meldung dann wahrscheinlich eingemeißelt auf einer Steintafel lesen.

    • Am 27. Dezember 2014 um 17:13 von ozboss

      Auf den Dächern der Forschungsfahrzeuge der zahlreichen Fahrzeughersteller und Universitäten oder auch dem Google Prototypen befinden sich Laserscanner (Laserklasse 1, also auch fürs Auge völlig harmlos), keine Funksensorik:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Fahrerloses_Transportfahrzeug#Lasernavigation
      Letztere (u.A. Radarsensoren) findet man allerdings schon seit längerem in zahlreichen Limousinen und Luxusmodellen mit Einparkhilfe und Ähnlichem (die Einparkhilfe günstigerer Modelle ist aber rein ultraschallbasiert).

      Dennoch, kein Grund zur Panik vor angeblicher Verstrahlung! Die viel wichtigere Frage stellt sich im Falle eines Unfalls: Wer haftet? Der Programmierer? Der Fahrzeughersteller? Der (Mit-)Fahrer?

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