Cyberattacke: Webauftritt des Deutschen Bundestages und der Bundeskanzlerin lahmgelegt

Die Angriffe auf die Internetseiten des Deutschen Bundestages und der Bundeskanzlerin Angela Merkel haben um etwa 10 Uhr begonnen. Verantwortlich ist dafür offenbar die pro-russische Hackergruppe CyberBerkut. Als Grund wird der Besuch des ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk in Berlin angegeben.

Nach Sonys Playstation Network (PSN) wurde nun auch der Deutsche Bundestag und die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CSU) Opfer eines Hackangriffs. Am Vormittag waren die Webseiten www.bundestag.de und www.bundeskanzlerin.de nicht zu erreichen. Während der Internetauftritt des Deutschen Bundestags inzwischen wieder am Netz ist und sich nach länger Ladezeit öffnet, erscheint beim Aufruf der Webseite der Kanzlerin weiterhin nur die Meldung: „Diese Webseite ist nicht verfügbar“ (Stand: 07.01.15, 15:55).

Bundeskanzlerin.de (Screenshot: CNET).

Die Webseite der Bundeskanzlerin Angela Merkel ist immer noch unter Beschuss (Stand: 07.01.15, 15:55)(Screenshot: CNET).

Verantwortlich ist für die Cyberattacke offenbar eine pro-russische Hackergruppierung namens CyberBerkut. Zumindest haben sich die Cyberkriminellen auf ihrer Webseite dazu bekannt und ihre Aktion mit dem Treffen zwischen Angela Merkel und dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk, das am Donnerstag in Berlin stattfinden soll, begründet. Der Erklärung zufolge wolle Jazenjuk weitere geldliche Unterstützung der EU und des Internationalen Währungsfonds anfordern, um den Konflikt in der Ost-Ukraine fortzusetzen.

“Jazenjuk will Geld, um den Krieg auszuweiten und nicht um die zusammengebrochene Infrastruktur unseres Landes wiederaufzubauen”, so CyberBerkut. Daher dürfe Deutschland keine finanzielle und politische Unterstützung für ein “kriminelles Regime in Kiew” leisten, das einen blutigen Bürgerkrieg entfesselt habe.

Den Angriff auf die vom Bundespresseamt betriebenen Webseiten bestätigte mittlerweile auch der Regierungssprecher Steffen Seibert gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Um etwa 10 Uhr haben die Attacken auf die beiden Internetauftritte angefangen. Das Rechenzentrum des Dienstleisters stehe “unter einem schweren Angriff”, offenbar um das System durch eine sogeannte DDoS-Attacke in die Knie zu zwingen. Dabei werden massenhafte externe Anfragen an die Seiten gestellt, sodass die Server letztendlich überlasten. “Es sind Gegenmaßnahmen eingeleitet”, erklärte Seibert, der noch keine Einzelheiten mitteilen konnte. Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei eingeschaltet worden.

CyberBerkut hatte schon im März 2014 Websites der NATO und des Cyber Defence Center des Bündnisses mittels einer Distributed-Denial-of-Service-Attacke zeitweise lahmgelegt. Die offenbar pro-russischen Hacker verwenden auf ihrer Website die russische Sprache – und nicht die ukrainische, auch wenn es sich angeblich um eine ukrainische Gruppierung handelt.

Deutscher Bundestag (Screenshot: CNET).

Die Webseite des Deutschen Bundestags ist inzwischen nach längerer Ladezeit wieder erreichbar (Screenshot: CNET).

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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