Apple: die neuen Preise für Apps sind online

Apple hat die Preise für Bezahl-Apps für das Apple iPhone und iPad von 89 auf 99 Cent angehoben. Bei teureren Anwendungen fällt die Preiserhöhung noch größer aus. Die Änderungen gelten für alle EU-Länder.

Apple hat die Preise von iOS-Apps für das iPhone und iPad sowie OSX-Anwendungen für den Mac-Rechner erhöht. Statt 89 Cent kosten die günstigsten Apps im App Store nun 99 Cent. Apps bis 49,99 Euro sind stufenweise um einen Euro teurer. Danach klettern die Mehrkosten in 5-, 10-, 50- oder 100-Euro-Schritten. Die teuersten Apps dürfen nun 999,99 statt 899,99 Euro kosten. Damit entspricht die neue Preisstruktur exakt den Dollar-Preisen.

iPhone 6 Plus (Foto: CNET).

Apple hat die Preise für Bezahl-Apps für das Apple iPhone und iPad von 89 auf 99 Cent angehoben. Bei teureren Anwendungen fällt die Preiserhöhung noch größer aus. Die Änderungen gelten für alle EU-Länder (Foto: CNET).

Mit der Preiserhöhung reagiert der iPhone-Macher auf Änderungen bei der Umsatzsteuer und bei Wechselkursen. Seit Anfang 2015 gilt für digitale Produkte, die innerhalb der EU vertrieben werden, der Umsatzsteuersatz des Landes, in dem sie gekauft wurden. Bis Dato wurden über das Internet verkaufte Apps, E-Books, Filme oder Musik im Land des Verkäufers besteuert. Um Umsatzsteuer zu sparen, hatte Apple deswegen den Sitz seiner iTunes-Tochter nach Luxemburg gelegt. Dort ist der Umsatzsteuersatz deutlich niedriger als hierzulande.

Ein zweiter Grund für die gesteigerten Preise dürfte der zur Zeit schwache Euro sein. Am heutigen Donnerstag rutschte er mit 1,1763 Dollar unter den ersten Referenzkurs von 1,1789 Dollar, den die Europäische Zentralbank 1999 zur Einführung der Gemeinschaftswährung festgesetzt hatte. Seit vergangenem Mai hat der Euro rund 16 Prozent an Wert gegenüber dem Dollar verloren.

Teurer werden Apps in allen EU-Ländern sowie Norwegen und Kanada. Während die App-Preise in der EU, Kanada und Norwegen steigen, sollen sie in Island fallen. Anpassungen will Apple auch in Russland vornehmen. Aufgrund eines Kurzverfalls des Rubels hatte es im Dezember seine Online-Verkäufe schon zeitweise gestoppt. Kurz vor Weihnachten erhöhte es den Rubelpreis für das iPhone 6 um 35 Prozent.

In der ersten Januarwoche hat Apple laut eigenen Angaben einen neuen Rekord an Transaktionen im App Store verbucht. Apple-Nutzer hätten in diesem Zeitraum weltweit knapp eine halbe Milliarde Dollar für Apps und In-App-Käufe ausgegeben. Der Neujahrstag 2015 markierte laut Apple den bisher erfolgreichsten Tag in der Geschichte des App Stores, der 2008 an den Start ging.

Für 2014 meldet Apple einen Anstieg der Transaktionen um 50 Prozent. Der Verkauf von Apps habe im vergangenen Rekordjahr mehr als 10 Milliarden Dollar Umsatz für Entwickler generiert. Insgesamt hätten im App Store vertretene Entwickler bis heute über 25 Milliarden Dollar mit dem Verkauf von Anwendungen und Spielen verdient.

Derzeit betreibt Apple den App Store für iPhone, iPad und iPod touch nach eigener Aussage “in weltweit über 155 Ländern”. Dort finden sich in 24 Kategorien mehr als 1,4 Millionen Anwendungen, darunter 725.000, die speziell für das iPad entwickelt wurden.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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