Google Translate: bald fast so schnell wie ein Simultanübersetzer?

Google soll seine App Translate in Kürze per Update mit einer Echtzeit-Übersetzungsfunktion ausstatten. Darüber hinaus soll es mit der Aktualisierung die Technologie der Übersetzungs-App Word Lens integrieren.

Google plant angeblich ein Update für seine App Translate, das eine Übersetzung in nahezu Echtzeit ermöglichen soll. Dies geht aus einem Beitrag des Bits-Blogs der New York Times hervor.

Google Übersetzer (Logo: Google).

Die aktuelle Version von Google Translate beziehungsweise Google Übersetzer – so heißt die Anwendung in Deutschland – übersetzt einzelne Wörter, Sätze oder auch ganze Webseiten in mehr oder weniger guter Qualität. Unterstützt werden 90 Sprachen. Neben der Eingabe von Wörtern & Co. per Fingertipp, bietet die Google-App auch eine Spracherkennung, die allerdings einige Sekunden benötigt, um die entsprechende Übersetzung auszuspucken.

Mit dem kommenden Update soll die Spracheingabe und anschließende Übersetzung merklich schnelleren durchgeführt werden. Die gesprochene Sprache wird dabei automatisch erkannt. Ganz so schnell wie ein menschlicher Simultanübersetzer wird Google Translate aber wohl nicht sein. Voraussichtlich wird es stets das Ende eines Satzes abwarten müssen, ehe es mit der Übersetzung beginnt, um die Bedeutung soweit wie möglich treffend zu erfassen.

Die Aktualisierung soll daneben auch die im Mai 2014 mit Quest Visual übernommene Technologie der Übersetzungs-App Word Lens einführen. Diese erlaubt es Nutzern, gedruckte Texte mit der Kamera eines Smartphones oder Tablets zu erfassen und automatisch übersetzen zu lassen. Beispielsweise ersetzt die App dann im Live-Bild den Text eines Verkehrsschilds oder einer Speisekarte.

Word Lens (Bild: Quest Visual).

Dank der Technik der App Word Lens kann Google Translate künftig auch Verkehrsschilder, Speisekarten & Co. mit Hilfe der Kamera übersetzen (Bild: Quest Visual).

Google zufolge wurde seine Translate-App mehr als 100 Millionen Mal auf Android-Geräten installiert, von denen die meisten auch das Upgrade erhalten sollen. “Wir haben 500 Millionen aktive monatliche Nutzer von Translate über alle unsere Plattformen hinweg”, sagte Macduff Hughes, Engineering Director von Google Translate, gegenüber der New York Times. Da 80 bis 90 Prozent der Webinhalte in nur zehn Sprachen vorlägen, trage Übersetzung einen wichtigen Teil zum Wissen vieler Menschen bei.

Mit einem ähnlichen System zur Echtzeit-Übersetzung experimentiert seit längerem auch Microsoft. Mitte Dezember veröffentlichte es eine erste frei verfügbare Vorabversion von Skype Translator für Windows 8.1. Der im Mai angekündigte Dienst ermöglicht Echtzeit-Übersetzung von Videotelefonaten mit Skype in beide Richtungen. Während einer Konversation blendet Skype Translator eine Übersetzung des Gesprächs ein. Darüber hinaus ist der Service auch in der Lage, Instant Messages in mehr als 45 Sprachen zu übersetzen.

An dem Konzept eines Echtzeit-Übersetzungsdiensts arbeitet Microsoft schon seit rund zwei Jahren. Im Mai 2014 gab es dann die offizielle Ankündigung: Auf der Recode Code Conference im kalifornischen Palos Verdes demonstrierte es die Funktion live mit einer deutschen Gesprächspartnerin. Während die Übersetzung vom Deutschen ins Englische recht ordentlich ausfiel, zeugte das Ergebnis der Übertragung vom Englischen ins Deutsche aber eindeutig von einer maschinellen Übersetzung mit zahlreichen Fehlern.

CEO Satya Nadella betonte aus diesem Anlass: “Es geht um die Schaffung eines lernenden Systems, das sich mit der Anzahl der Daten verbessert.” Es kombiniere Skypes Sprach- und Instant-Messaging-Techniken mit Microsoft Translator und auf neuronalen Netzwerken basierende Spracherkennung.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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