CyanogenMod: Custom-ROM für erste MediaTek-Smartphones erschienen

Die CyanogenMod-Version basiert auf Android 4.4 KitKat und unterstützt erst einmal nur Googles Android-One-Smartphones. Dies dürfte aber auch Besitzern anderer Smartphones mit MediaTek-CPU Hoffnung machen. CyanogenMod spricht von einem Meilenstein der Bemühungen, da MediaTek-Chips ein berüchtigtes Problem sind.

Der Chiphersteller MediaTek macht es Entwicklern von Custom ROMs nicht gerade leicht, da er die Android-Quelltexte seiner Treiber nicht freigibt. Das CyanogenMod-Team hat nun dennoch ein Custom ROM für erste Smartphones mit MediaTek-Prozessor veröffentlicht. Es ist für Android-One-Geräte ausgelegt, die Google im Herbst in Indien eingeführt hatte. Zwar gab es schon eine CyanogenMod-Version für ein MediaTek-Phone, diese war jedoch noch nicht quelloffen und auch nicht sonderlich stabil.

CyanogenMod (Bild: CyanogenMod).

Die CyanogenMod-Version basiert auf Android 4.4 KitKat und unterstützt erst einmal nur Googles Android-One-Smartphones. Dies dürfte aber auch Besitzern anderer Smartphones mit MediaTek-CPU Hoffnung machen. CyanogenMod spricht von einem Meilenstein der Bemühungen, da MediaTek-Chips ein berüchtigtes Problem sind (Bild: CyanogenMod).

CyanogenMod für Android One basiert auf Version CM11 beziehungsweise Android 4.4 KitKat. Für CM 12, das auf Android 5.0 Lollipop aufbaut, haben die Entwickler kürzlich erst die ersten Nightlies für eine Reihe an Qualcomm-Geräten veröffentlicht. Auf seiner Webseite hat CyanogenMod aber schon bekannt gegeben, an einer Portierung von Version 12 zu arbeiten.

Bisher sind drei Android-One-Modelle für rund 100 Dollar erschienen: das Dream UNO Mi-498 von Spice, das Karbonn Sparkle V und das Micromax Canvas A1. Alle drei verwenden MediaTek-Prozessoren, über die CyanogenMod schreibt: “Chips von MediaTek (MTK) sind ein berüchtigtes Problem für die Entwicklergemeinschaft, um vollen Funktionsumfang zu gewährleisten, und dies ist ein Meilenstein der Bemühungen.”

Ein MediaTek-Prozessor steckt auch im ersten Modell des Fairphone, dessen niederländischer Hersteller diese Wahl unlängst in einem Blogbeitrag rechtfertigte. Er musste darin einräumen, dass sein erstes Endgerät aus diesem Grund wohl nie über Android 4.2 hinaus gelangen wird. Um Käufer nicht mit einem veralteten System stehen zu lassen, führen die Fairphone-Entwickler in Eigenregie zusätzliche Aktualisierungen durch, die einzelne aus KitKat bekannte Funktionen umfassen.

Fürs Fairphone war schon im September 2014 eine erste CyanogenMod-ROM auf Basis von CM11 M10 erschienen, die aber als “weder vollständig quelloffen noch stabil” beschrieben wurde. Die jetzige Community-Entwicklung für MediaTek-Prozessoren könnte auch für das fair montierte Smartphone aus fair gehandelten Rohstoffen doch noch einen Durchbruch bedeuten, was OS-Aktualisierungen angeht.

Ob Googles Android-One-Initiative wirklich die nächste Milliarde Nutzer erreicht, wie es Google erhofft, erscheint bisher zweifelhaft. Der Startschuss im September war von Medien und Handel kritisiert worden, weil er sich auf Online-Vertrieb beschränkte – eine ungeschickte Option, wenn man Käufer ansprechen will, die bisher weder Computer noch Smartphone hatten. Die Economic Times berichtete zudem von Engpässen in der Lieferkette sowie besseren Angeboten der Marken Motorola/Lenovo und Xiaomi zu einem vergleichbaren Preis.

Ab Ende November erweiterte Google das Android-One-Programm dann auf Großbritannien und später auch Bangladesch, Nepal und Sri Lanka. Mit Symphony aus Bangladesch kam auch ein weiterer Hersteller hinzu. Für eine abschließende Bewertung der 100-Dollar-Smartphone-Initiative dürfte es derzeit noch zu früh sein.

In Indien ist durchaus auch CyanogenMod ein bekannter Name: Erst kürzlich startete dort das LTE-fähige 5,5-Zoll-Phablet Yureka von Micromax für 142 Dollar, das ab Werk mit seiner Custom-ROM läuft.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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