Google Translate: Update bringt schnellere Spracheingabe und Word Lens

Der Konversationsmodus von Google Translate erkennt nach dem Update die Sprachen zweier Gesprächspartner automatisch und ist dank einer Always-on-Funktion stets für Eingaben bereit. Zudem können gedruckte Texte mit der Kamera in Echtzeit übersetzt werden.

Google hat wie erwartet seine Übersetzungs-App Translate für Android und Apple iOS aktualisiert. Das kündigt der Internetkonzern in einem Blogbeitrag an. Aktuell steht die neue Version noch nicht im deutschen Google Play Store zum Download bereit, dürfte aber in Kürze erscheinen. Die Neuerungen sind eine schnellere Spracheingabe sowie eine Echtzeit-Übersetzungsfunktion auf Basis der Technologie der App Word Lens.[Update:] Die neue Version von Google Translate kann über den Play Store heruntergeladen werden.

Google Translate (Screenshot: CNET).

Google Translate (Screenshot: CNET).

Der bereits seit 2013 vorhandene Konversationsmodus, der per Sprache eingegebene Wörter oder Sätze übersetzt, ist nun schneller geworden und sorgt dadurch für einen natürlicheren Unterhaltungsfluss. Bis Dato war dieser etwas umständlich und dadurch langsam. Die Gesprächspartner mussten bei einer Unterhaltung stets die Sprache wechseln und immer wieder auf das Symbol für die Spracherkennung tippen. Jetzt müssen Nutzer nur noch am Anfang zweimal auf das Mikrofon tippen. Anschließend erkennt Google Übersetzer die unterschiedlichen Sprachen der Gesprächsteilnehmer automatisch und wartet im Always-on-Modus stets auf neue Eingaben, die es dann automatisch übersetzt und vorliest. Die verbesserte Spracheingabe führt Google in einem Youtube-Clip vor:

Die neue Version enthält auch die im Mai 2014 mit Quest Visual übernommene Technologie der Übersetzungs-App Word Lens. Diese erlaubt es Nutzern, gedruckte Texte mit der Kamera eines Smartphones oder Tablets zu erfassen und automatisch in Echtzeit übersetzen zu lassen. Ist die Funktion gestartet, hält man die Kamera einfach auf den zu übersetzenden Begriff oder Satz und die App ersetzt dann im Live-Bild beispielsweise den Text eines Verkehrsschilds oder einer Speisekarte. Zu Beginn unterstützt die Word-Lens-Funktion noch nicht alle verfügbaren Sprachen. Mit Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Russisch sind aber die gängigsten schon jetzt vertreten.

Google Word Lens (Bild: Google).

Google zufolge wurde seine Translate-App mehr als 100 Millionen Mal auf Android-Geräten installiert, von denen die meisten auch das Upgrade erhalten sollen. “Wir haben 500 Millionen aktive monatliche Nutzer von Translate über alle unsere Plattformen hinweg”, sagte Macduff Hughes, Engineering Director von Google Translate, gegenüber der New York Times. Da 80 bis 90 Prozent der Webinhalte in nur zehn Sprachen vorlägen, trage Übersetzung einen wichtigen Teil zum Wissen vieler Menschen bei.

Mit einem ähnlichen System zur Echtzeit-Übersetzung experimentiert seit längerem auch Microsoft. Mitte Dezember veröffentlichte es eine erste frei verfügbare Vorabversion von Skype Translator für Windows 8.1. Der im Mai angekündigte Dienst ermöglicht Echtzeit-Übersetzung von Videotelefonaten mit Skype in beide Richtungen. Während einer Konversation blendet Skype Translator eine Übersetzung des Gesprächs ein. Darüber hinaus ist der Service auch in der Lage, Instant Messages in mehr als 45 Sprachen zu übersetzen.

An dem Konzept eines Echtzeit-Übersetzungsdiensts arbeitet Microsoft schon seit rund zwei Jahren. Im Mai 2014 gab es dann die offizielle Ankündigung: Auf der Recode Code Conference im kalifornischen Palos Verdes demonstrierte es die Funktion live mit einer deutschen Gesprächspartnerin. Während die Übersetzung vom Deutschen ins Englische recht ordentlich ausfiel, zeugte das Ergebnis der Übertragung vom Englischen ins Deutsche aber eindeutig von einer maschinellen Übersetzung mit zahlreichen Fehlern.

CEO Satya Nadella betonte aus diesem Anlass: “Es geht um die Schaffung eines lernenden Systems, das sich mit der Anzahl der Daten verbessert.” Es kombiniere Skypes Sprach- und Instant-Messaging-Techniken mit Microsoft Translator und auf neuronalen Netzwerken basierende Spracherkennung.

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Autor: Christian Schartel
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