Xiaomi MI Note vorgestellt: iPhone-6-Plus- und Note-4-Alternative aus China

Das Xiaomi MI Note ist in zwei Ausführungen ab 315 Euro erhältlich und mit einem 5,7-Zoll-FHD- oder QHD-Display, einer Snapdragon-801- oder 810-CPU, 3 oder 4 GByte RAM, 16 oder 64 GByte Speicher, einer 13-MP-Haupt- sowie 4-MP-Front-Kamera, LTE und Dual-SIM ausgestattet.

Wie angekündigt hat Xiomi heute Morgen sein neues Flagschiff-Smartphone vorgestellt. Dabei handelt es sich nicht wie im Vorfeld spekuliert um das MI5, sondern das Xiaomi MI Note – ein Phablet mit einer Bildschirm-Diagonale von 5,7 Zoll. Xiaomi betont, dass das neue Gerät nicht mit der Redmi-Note-Reihe noch mit der Phablet-Serie Note von Samsung verwechselt werden sollte. Konkurrenz machen will Xiaomi dem größten Rivalen natürlich schon. Und das dürfte dem aktuell drittgrößten Smartphone-Hersteller am Markt auch gelungen sein, denn das Xiaomi Note hat eine Top-Ausstattung zu bieten und kostet – zumindest umgerechnet – deutlich weniger als ein Galaxy Note 4.

Xiaomi MI Note (Bild: Xiaomi).

Xiaomi hat das MI Note und MI Note Pro vorgestellt (Bild: Xiaomi).

Nicht nur Samsung will Xiaomi Marktanteile abnehmen, sondern auch Apple, dessen neues Phablet, iPhone 6 Plus, Xiaomi bei der Präsentation seines neuen Smartphones auch stets neben dem Samsung Galaxy Note 4 als Vergleich heranzog. Das Xiaomi Note wird grundlegend in zwei Versionen erscheinen: einer Standard- und einer Pro-Version. Das 5,7-Zoll-Display löst beim günstigeren Modell mit Full-HD, beim teureren mit QHD auf. Die Anzeige ist von Gorilla Glas 3 geschützt und an den Seiten abgerundet.

Xiaomi MI Note (Bild: Xiaomi).

Während das Xiaomi MI Note eine Full-HD-Auflösung bietet, löst das Display des Pro mit QHD auf (Bild: Xiaomi).

Angetrieben wird das MI Note von Qualcomm‘s Snapdragon-801-Prozessor samt 3 GByte RAM. Unter der Haube der Pro-Ausfürhung arbeitet Qualcomm’s aktuelles Flaggschiff, der 64-Bit-Chip Snapdragon 810, der beispielsweise auch im G Flex 2 zum Einsatz kommt. Die CPU kommt mit insgesamt acht Rechenkernen, die nach ARMs big.LITTLE-Prinzip arbeiten. Sie takten voraussichtlich maximal 2 GHz. Für Grafikpower sorgt eine Adreno-430-GPU.

Nähere Details zum Snapdragon 810 hält dieses Hands-on bereit.

Xiaomi MI Note (Bild: Xiaomi).

Das Display sowie die Glasrückseite sind beim Xiaomi MI Note und Pro abgerundet (Bild: Xiaomi).

Der CPU stehen beim Pro-Modell zudem 4 statt 3 GByte RAM zu Seite. Der Speicher ist bei beiden Modellen wahlweise 16 oder 64 GByte groß. Ein microSD-Kartenslot zum Erweitern der Kapazität ist ebenfalls vorhanden. Der Akku bietet 3000 mAh.

Xiaomi MI Note Pro (Bild: Xiaomi).

Das Xiaomi MI Note Pro im Überblick (Bild: Xiaomi).

Für Fotos und Videos bringt das Phablet eine 13-Megapixel-Kamera mit. Anders als beim iPhone 6 Plus erfordert die rückseitige Kamera keine Ausbeulung des Gehäuses um die Linse herum, für die Xiaomi nach Angaben von CEO Lei Jun eine inzwischen patentierte Technik entwickelt hat. Wie das Apple-Modell verfügt auch das Mi Note über eine optische Bildstabilisierung. Für Selfies und Videotelefonie hat Xiaomi noch eine vorderseitige Kamera mit 4 Megapixel verbaut. Hier hat Xiaomi sich wohl von HTC inspirieren lassen. Sie kommit mit einem 2-Zoll-Bildprozessor und soll für hellere Selbstportraits bei schlechtem Licht sorgen.

In Sachen Kommunikation bietet die Standard-Ausführung die übliche Kost. Unterstützt sind LTE (Kategorie 4), UMTS samt Datenturbo HSPA+, WLAN 802.11ac, NFC, USB 2.0, Bluetooth 4.0 und natürlich auch GPS und Glonass. Das MI Note Pro bietet dank des weiterentwickelten Qualcomm-Chips in Sachen Funktechnik das Neueste vom Neuen und ist im Bereich Kommunikation für die nächsten Jahre gerüstet. Wie Qualcomm letzten Monat angekündigt hat, bietet sein SoC schon Untersütztung für LTE Cat 9 mit bis zu 450 MBit/s im Download. Zudem sind das neuere Bluetooth 4.1 und das schnellere Gigabit WiFi an Bord. Eine Besonderheit des MI Note ist sein Dual-SIM-Support. Es bietet einen microSIM- sowie einen Nano-SIM-Kartenschacht und unterstützt damit beide SIM-Karten-Formate.

Xiaomi MI Note (Bild: Xiaomi).

Die Maße des Xiaomi MI Note im Überblick. In der Tiefe misst es 6,95 Millimeter (Bild: Xiaomi).

Mit 6,95 Millimetern ist das Smartphone zwar nicht ganz so dünn wir Papier, mit dem es der Hersteller in seiner Ankündigung verglichen hatte, aber vergleichsweise einen Hauch dünner als das Galaxy Note 4 und iPhone 6 Plus. Dafür ist es bei gleicher Diagonale etwas länger als das Samsung-Phabelt, aber immer noch kompakter als das 6 Plus, das nur über einen kleineren 5,5-Zoll-Screen verfügt. Die Rückseite besteht ebenfalls aus Glas und ist an den Rändern etwas abgerundet.

Xiaomi MI Note (Bild: Xiaomi).

Vorder- und Rückseite des Xiaomi MI Note (Bild: Xiaomi).

Als Zubehör hat Xiaomi eine Settop-Box namens MI Box sowie MI-Kopfhörer mit einer 50-Millimeter-Beryllium-Membran vorgestellt.

Settop-Box MI Box und MI Headphones (Bild: Xiaomi).

Settop-Box MI Box und MI Headphones (Bild: Xiaomi).

Wie The Verge berichtet, hat Xiaomi bei der Vorstellung stolz über seine Zulieferer und ihre Erzeugnisse, etwa die 1080p-Bildschirme, die es von Japan Display und Sharp bezieht, den Kamerasensor von Sony (Exmor RS), den zweistufigen Blitz von Philips und die Akkus, die LG und Sony beisteuern, gesprochen.  Apple unterschlage dies hingegen gerne und tue so, als habe es jede einzelne Komponente selbst hergestellt. Natürlich stehe hinter dieser Anerkennung auch der Wunsch von Xiaomi, das eigene Ansehen gerade außerhalb von China zu stärken.

Dass Xiaomi in die Phablet-Richtung geht, nennt IDC-Analyst Bryan Ma in einem ersten Kommentar “keine Überraschung”: “Das war eine offensichtliche Lücke in ihrem Produktangebot, da es dort nur das Low-End-Modell Redmi Note gab. Auch High-End-Nutzer brauchen ihre Phablets.” Erscheinen soll das MI Note in China noch in diesem Monat. Die Preise betragen 2,299 respektive 2,799 Yuan für die 16- beziehungsweise 64-GByte-Version. Das Pro-Modell kostet 3,299 Yuan. Umgerechnet ist das MI Note also ab 315 Euro, die Pro-Version für 355 Euro erhältlich.

Xiaomi hat laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr 61,12 Millionen Smartphones verkauft und seine Smartphoneverkäufe 2014 damit mehr als verdreifacht. Seinen Umsatz steigerte das Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten auf 74,3 Milliarden Yuan (12,1 Milliarden Dollar). Das wiederum entspricht einem Plus von 135 Prozent gegenüber 2013. Streitigkeiten um Patente bremsen bisher die Expansion des insbesondere in China stark präsenten Herstellers in anderen Märkten aus. Erhältlich sind die Xiaomi-Geräte in Deutschland bisher nur über Importhändler wie den Trading-Shenzhen-Shop. Das Xiaomi MI4 mit 16 GByte kostet beispielsweise 327 Euro.

Investoren sind trotzdem vom Erfolg des Unternehmens überzeugt. Erst kürzlich sammelte Xiaomi bei einer weiteren Finanzierungsrunde 1,1 Milliarden Dollar Wagniskapital ein, was einer Bewertung von 45 Milliarden Dollar für das Unternehmen entspricht. Im Oktober 2014 soll auch Facebook-CEO Mark Zuckerberg mit Xiaomi über eine Investition verhandelt haben.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

Tipp: Sind Sie ein Android-Kenner? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Xiaomi MI Note vorgestellt: iPhone-6-Plus- und Note-4-Alternative aus China

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *