Project Ara: Google stellt neuen Prototypen „Spiral 2“ vor

Der zweite Prototyp des modularen Smartphones Project Ara kommt mit einem 720p-Display, einer Maxwell-CPU, einer Hauptkamera, WLAN, Bluetooth, USB und UMTS. Der dritte Prototyp soll bereits Full-HD unterstützten, einen Quad-Core bieten und via LTE funken. Im Jahr 2015 will Google einen ersten Praxistest in Puerto Rico starten.

In seiner kalifornischen Heimat Mountain View hat die Google Inc. auf der zweiten Entwicklerkonferenz zum Project Ara wie erwartet einen neuen Prototyp seines modularen Smartphones-Konzepts vorgestellt. Es kündigte zudem an, das Gerät noch in diesem Jahr zum ersten Mal in Puerto Rico einem Testlauf zu unterziehen. Die Wahl viel laut Projektleiter Paul Eremenko auf diese Region, da dort eine besonders diverse Nutzerbasis vorzufinden sei. Das Abschneiden in diesem Praxistest, ist maßgebend für die nächsten Schritte, die anschließend auch sehr schnell erfolgen könnten.

Project Ara (Screenshot: CNET).

Der zweite Prototyp des modularen Smartphones Porject Ara kommt mit einem 720p-Display, einer Maxwell-CPU, einer Hauptkamera, WLAN, Bluetooth, USB und UMTS. Der dritte Prototyp soll bereits Full-HD unterstützten, einen Quad-Core bieten und via LTE funken. Im Jahr 2015 will Google einen ersten Praxistest in Puerto Rico starten (Screenshot: CNET).

Das Ara-Smartphone wird es laut Googles Ankündigung generell in drei verschiedenen Größen geben: mit einem 4-Zoll-, 4,5-Zoll- und 5-Zoll-Display. Die Auflösung des Spiral 2 beträgt erst einmal 1.280 mal 720 Pixel. Ein Marvell-Prozessor (PXA1928) wird den Prototypen antreiben. Weiterhin sind eine Hauptkamera, WLAN, Bluetooth, USB und UMTS mit an Bord.

Google hat auf der Ara Developers Conference auch einen kleinen Ausblick auf den Spiral 3 geben. Der für das zweite Quartal 2015 in Aussicht gestellte dritte Prototyp soll auch ein Full-HD-Display unterstützten und von einem Quad-Core-Prozessor mit vier Cortex-A7-Kernen ausgestattet sein. Herstellen wird ihn Rockchip. Google führe aber auch Gespräche mit Nvidia, das ebenfalls als CPU-Lieferant für Ara in Frage kommt. Demnach soll auch der Tegra K1 zur Wahl stehen. Die dritte Version des Baukasten-Smartphones wird Eremenko zufolge dann auch mit LTE-Unterstützung kommen. Weitere Schlüsselfaktoren seien eine gute Kamera und ein für einen ganzen Tag ausreichender Akku – zumindest als Option. Die ersten 20 bis 30 Module sollen bis zum Erscheinen des Spiral 3 Mitte 2015 auch schon verfügbar sein. Aktuell basiert der zweite Prototyp noch auf 11 Modulen.

Für die Hersteller einzelner Module gibt es jetzt feste Vorgaben. Als interessierte Partner nennt Google Innolux, Marvell, Phison, Sunny Opotech, Toshiba und Vestigen. Bei all diesen Unternehmen handelt es sich um Firmen, die selbst keine kompletten Smartphones herstellen. Das Google-Konzept verschafft ihnen erstmals einen direkten Kontakt zum Endkonsumenten, das höhere Margen bedeuten könnte. Zudem wären sie weniger von den großen Smartphone-Herstellern und ihren Einkäufen abhängig.

Die aus Aluminium gefertigte Basisstruktur von Ara hält die Komponenten mit Permanentmagneten fest. Der UniPro-Standard sorgt dann für die Kommunikation zwischen den einzelnen Modulen. Anwender können sich etwa für eine Tastatur, eine bessere oder zusätzliche Kamera, einen besonders ausdauernden oder zweiten Akku entscheiden. Defekte Module lassen sich beim dem Ara-Smartphone dann beispielsweise einfach auswechseln. Um eine bessere Kamera zu bekommen, müsste man auch nicht mehr gleich ein neues Gerät kaufen. Google-Manager Eremenko sollen die Käufer das Smartphone nicht nur ein bis zwei oder maximal drei Jahre nutzen können, sondern bis zu sechs Jahre.

Dabei lassen sich Module sogar während des Betriebs wechseln – ohne Neustart. Über eine App muss der Nutzer dies allerdings anwenden. Das Programm könnte auch gleich die Elektromagnete steuern, die die einzelnen Bauteile am Grundgerüst festhalten. Details dazu gibt es möglicherweise schon nächste Woche: Am 21. Januar findet in Singapur die asiatische Ausgabe der Ara-Entwicklerkonferenz statt.

Die Entwicklung von Project Ara begann bei Motorola in dessen Forschungsabteilung ATAP, die nicht mit an Lenovo verkauft wurde. Vergangenen März hatte Google noch angekündigt, “Anfang 2015″ mit der Vermarktung von Project Ara zu beginnen. Es wird zertifizierte Bauteile irgendwann in einem Ara Marketplace zum Kauf anbieten. Zumindest in Puerto Rico wird es auch mobile Läden in Form von Lastwägen geben, wo sich Interessenten die Hardware selbst ansehen können.

Google arbeitet in Puerto Rico außerdem mit zwei Mobilfunkpartnern zusammen, Claro und Open Mobile. Nach seiner Darstellung erfolgen in dem mittelamerikanischen Inselstaat 75 Prozent der Internetzugriffe von Mobilgeräten aus. Sowohl Feature Phones als auch Smartphones sind bei der Bevölkerung beliebt. Das mache Puerto Rico zum idealen Testland, heißt es.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Project Ara: Google stellt neuen Prototypen „Spiral 2“ vor

  • Am 16. Januar 2015 um 09:28 von Thomas

    Super Idee. Das Konzept der Erweiterbarkeit und Nachrüstbarkeit hat von 30 Jahren dem (IBM-) PC zum Erforg gemacht.

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