Amazon will künftig auch Kinofilme produzieren und ankaufen

Amazon Studios will sich jetzt nicht mehr nur auf die Produktion von Fernseh-Serien für den Online-Verleih beschränken, sondern auch Filme fürs Kino herstellen und ankaufen. Die produzierten Filme sollen bereits nach vier bis acht Wochen auch online zu sehen sein.

Amazon will damit künftig auch den großen Studios Konkurrenz machen und auf diese Weise auch Präzedenzfälle für eine schnellere Verfügbarkeit von Kinofilmen in Online-Angeboten schaffen. In der Ankündigung von Amazon Original Movies heißt es, typischerweise dauere es 39 bis 52 Wochen, bis ein Kinofilm bei Online-Abodiensten verfügbar sei. Die eigenen Filme werde man aber vier bis acht Wochen nach dem Kinostart auch bei Amazon Prime Video verfügbar machen.

Amazon Studios macht mit der Ankündigung zum zweiten Mal innerhalb einer Woche Schlagzeilen. Am 13. Januar hatte es eine Fernsehserie von Starregisseur Woody Allen angekündigt, der bisher ausschließlich Kinofilme gedreht hat.

Logo Amazon Prime Instant Video (Bild: Amazon)

Logo Amazon Prime Instant Video (Bild: Amazon)

Die Produktion der Kinostreifen soll noch 2015 beginnen. Amazon plant, bis zu zwölf Filme jährlich in die Kinos zu bringen. Wie viele davon es selbst produzieren und wie viele ankaufen wird, ist unklar. Der für Amazon Studios zuständige Vizepräsident Roy Price kommentiert: „Wir werden nicht nur Abonnenten von Prime Instant Video aufregende, unverwechselbare und exklusive Filme schon bald nach dem Kinostart verfügbar machen, sondern hoffen, dass auch Filmemacher profitieren, die bisher oft Probleme haben, originelle und mutige Geschichten durchzusetzen, die ein Publikum verdienten.“

Als Schwerpunkt der Initiative nennt die Pressemeldung Filme mit „originellen“ Geschichten, Stimmen und Charakteren. Die Leitung übernimmt Ted Hope, einer der Gründer von Good Machine, das Filme wie „Eat man Drink Woman“ von Ang Lee und dessen „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ entwickelt hat. Der US-Vertrieb dieser beiden Filme lag übrigens bei der Samuel Goldwyn Company beziehungsweise Sony Pictures. Good Machine selbst gehört seit 2002 zu Vivendi.

Sein eigenes Filmstudio hatte Amazon 2010 gestartet, wie es heute angibt, um seinen Video-Angeboten exklusive Inhalte zu verschaffen. Öffentlich wurde ihre Existenz erst 2012 bekannt. Mit Steven Soderbergh bereitet derzeit noch ein anderer Starregisseur eine Serie für Amazons abobasierte Video-Ausleihe vor. Sein „Red Oaks“ wird 2015 veröffentlicht werden.

Amazon-CEO Jeff Bezos ist für seine Risikobereitschaft bekannt. Er hat vergangenen Herbst freimütig eingeräumt, bereits Milliarden in den Sand gesetzt zu haben. Mit der Serie von Allen und der Produktion eigener Kinofilme geht nun auch Amazon Studios ein beträchtliches Wagnis ein, um das Monopol der Hollywood-Studios aufzubrechen und zugleich Druck auf den Video-on-Demand-Konkurrenten Netflix auszuüben.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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