Spotify: weitere Förderung von einer halben Milliarde Dollar geplant

Spotify soll einem Bericht des Wall Street Journal zufolge noch einmal zwischen 500 und 600 Millionen Dollar Finanzierung von Investoren erhalten.

Mit diesem Betrag dürfte die gesamte Fördersumme bis heute dann die Milliardengrenze überschreiten. Derzeit laufen angeblich Gespräche über die Abwicklung mit der Bank Goldman Sachs.

Spotify (Bild: Spotify)

Sollte der Bericht des Wall Street Journal zutreffen und die neue Förderrunde tatsächlich realisiert werden, wird sich der erwartete Börsengang von Spotify wahrscheinlich ins Jahr 2016 verschieben. Die Wirtschaftszeitung schätzt den Wert des Musikstreamingdiensts aus Schweden auf über 5 Milliarden Dollar.

Spotify selbst wollte den Bericht nicht kommentieren. Es hat bisher sieben Finanzierungsrunden abgehalten und dabei 537,8 Millionen Dollar eingenommen. Zu den Investoren zählten Kleiner Perkins Caufield & Byers, Accel Partners und Goldman Sachs.

Das Unternehmen scheint sich im Musikstreaming-Markt von Konkurrenten wie Google Play Music, Pandora und Rdio abgesetzt zu haben. Diesen Monat meldete es schon 15 Millionen zahlende Abonnenten und 60 Millionen aktive Nutzer. Gegenüber den Zahlen vom Mai 2014 bedeutet das einen Zuwachs von rund 50 Prozent.

Im vergangenen Jahr soll Spotify einen Kredit von 200 Millionen Dollar von Großbanken erhalten haben, die bei einem Börsengang als Emissionsbanken dienen könnten. Dies schürte Erwartungen eines baldigen Börsenstarts. Das Unternehmen soll auch früheren Investoren schon eine garantierte Rendite durch einen Börsengang versprochen haben.

Spotify wurde 2008 von dem schwedischen Start-up Spotify AB gestartet und steht in mehr als 50 Ländern zur Verfügung. Das schnelle Wachstum des Musikdienstes begründet sich unter anderem darin, dass er von vornherein kostenloses Streaming auf Mobilgeräte erlaubte. Der kostenfreie Zugang ist werbefinanziert, Abonnenten zahlen wie bei der Konkurrenz 10 Euro monatlich. Sie können Musik werbefrei, auch offline und in besserer Qualität hören. Rund 70 Prozent der Umsätze gehen nach offiziellen Angaben an die Rechteinhaber beziehungsweise an die Musiker selbst, wenn sie einen Direktvertrag geschlossen haben.

Im November hatte Spotify einen Familientarif „Family“ eingeführt, bei dem weitere Familienmitglieder (nach dem ersten zum Vollpreis) je 5 Euro zahlen. Sie gelten aber als unabhängige Nutzer mit eigenen Wiedergabelisten und Empfehlungen.

Aufwind dürfte der Dienst aus Schweden auch durch eine diese Woche angekündigte Partnerschaft mit Sony bekommen. Der japanische Konzern stellt seinen eigenen Musikdienst Music Unlimited Ende März ein. Im Frühjahr soll dann die von Spotify betriebene Musikplattform „PlayStation Music“ starten. Sie wird in 41 Ländern auf allen aktuellen PlayStation-Konsolen und Sonys Xperia-Mobilgeräten verfügbar sein.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
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