Apple: Streeview-ähnlicher Dienst oder autonome Autos in Planung?

Es wurden von Apple geleaste Fahrzeuge gesichtet, die wie Googles Streetview-Fahrzeuge über ein LIDAR-Kamerasystem auf dem Dach verfügen. LIDAR-Systeme kommen aber auch zum Einsatz, um den Abstand zwischen einem Fahrzeug und anderen Verkehrsteilnehmern zu messen. Die Tests laufen schon seit September.

Apple könnte an einem Dienst arbeiten, der ähnlich zu Google Streetview ist, oder sich wie der Suchmaschinenriese an selbstlenkenden Autos versuchen. Diese Spekulationen lassen seit September laufende Tests mit Fahrzeugen aufkommen, die Apple mit komplexen Kamerasystemen auf dem Dach ausgestattet hat. Ein Blog aus Kalifornien hat die Autos, die den Google Streetview-Fahrzeugen ähnlich sehen, in der Nähe von San Francisco gesichtet und einige Fotos veröffentlicht. Anhand der Kfz-Nummer hat ein CBS-Blog bereits verifiziert, dass diese tatsächlich von Apple geleast sind.

Apple Maps (Bild: Apple).

Will Apple seinen Kartendienst Maps verbessern oder sich an autonomen Autos versuchen? (Bild: Apple)

Einige US-Webseiten wie The Verge und AppleInsider haben nun weiter nachgeforscht und Sichtungen der mysteriösen Apple-Fahrzeuge gesammelt. Ein Youtube-Video von September beweist, dass die Tests schon mindestens seit einigen Monaten laufen. Apple hat beide gesichteten Autos, wenn es sich denn um zwei verschiedene Vertreter einer Serie handeln sollte, identische LIDAR-Kamerasysteme, was für Light Detection And Ranging steht, auf das Dach montiert.

LIDAR ist die Technik, mit der Google auch seine Streetview-Fahrzeuge ausstattet. Nokia hat beispielsweise ebenfalls ein solches System im Einsatz. Zusätzlich findet sich an Apples Auto ein Rad-Sensor-System, wie es Navteq für Bing-Autos nutzte. Eine Möglichkeit ist also, dass Apple mit den Fahrzeugen Streetview ähnelnde Panorama-Aufnahmen anfertigen möchte.

LIDAR-Systeme kommen aber auch zum Einsatz, um den Abstand zwischen einem Fahrzeug und anderen Verkehrsteilnehmern zu messen. Daher könnte es sich bei Apples Experiment um einen Versuch mit autonomen Autos handeln. Dagegen spricht allerdings, dass Apple keine Testerlaubnis für solche Systeme besitzt – immerhin könnte aber ein Partner diese Zulassung mitbringen.

Mit Fotoaufnahmen, die mit Streetview vergleichbar wären, könnte Apple seinen Kartendienst Maps attraktiver gestalten. Der 2012 als Ersatz für Google Maps gestartete Dienst war unter iOS zunächst eine Blamage – das Unternehmen hat ihn seither aber stetig verbessert. Apple Maps enthält bereits einen 3D-Modus, der sich noch erweitern ließ.

9to5Mac hatte zudem im März 2014 berichtet, dass Apple an einer Augmented-Reality-Funktion für Maps arbeite. Mithilfe der Kompass-Hardware eines iPhones sollen sich Nutzer interessante Orte und Sehenswürdigkeiten in ihrer Umgebung anzeigen lassen können. Eine solche Technik habe sich Apple 2011 patentieren lassen. In welchem Zusammenhang die Fahrzeug-Tests stehen, das wollte Apple nicht kommentieren.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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