Sony Pictures: Russische Hacker haben offenbar Zugang zum Netzwerk

Russische Hacker sollen in den vergangenen Monaten Daten aus dem Netzwerk von Sony Pictures entwendet haben. Dafür hat die US-Sicherheitsfirma Taia Global einem Bericht von Forbes zufolge Beweise gefunden. Taia hat einen Teil dieser Daten, die zu 100 Prozent echt sein sollen, von einem Hacker aus der Ukraine enthalten.

Dass die Hacker immer noch Zugriff auf das Netzwerk von Sony Pictures haben, ist laut Jeffrey Carr, CEO von Taia, sehr wahrscheinlich. Möglicherweise seien sie unbeabsichtigt gleichzeitig mit den Guardians of Peace in das Netzwerk eingedrungen, der Hackergruppe, die sich offiziell zu dem Angriff auf das Filmstudio bekannt hat.

Taia liegen dem Bericht zufolge Tabellen vor, die nicht aus der Datensammlung stammen, die die Guardians of Peace ins Netz gestellt haben. Zwei E-Mails von Sony-Mitarbeitern seien zudem vom 14. beziehungsweise 24. Januar – die ältesten Nachrichten hätten das Datum August 2014. Ein Dokument sei von einem Mitarbeiter einer Kinokette erstellt worden, der die Echtheit bestätigt habe. „Das Material ist authentisch – die Frage ist, wo kommt es her“, sagte Carr im Gespräch mit Forbes. Er habe aber vollstes Vertrauen in seine Quelle, die er seit 2011 kenne. Er habe Sony mehrfach kontaktiert, aber nie eine Antwort erhalten, so Carr weiter. Ein Sony-Sprecher wollte den Bericht auf Nachfrage von Forbes nicht kommentieren.

(Logo: Sony Pictures

Carrs Aussagen nähren laut Forbes Zweifel an der Behauptung der US-Regierung, Nordkorea sei alleine für den Einbruch in die Computersysteme von Sony Pictures verantwortlich. Sie seien stattdessen ein Hinweis auf die Beteiligung mehrerer Hackergruppen. Angesichts der Sicherheitsprobleme bei Sony, von denen das Unternehmen den durchgesickerten Unterlagen zufolge wusste, sei es keine große Überraschung, dass Sony von mehr als einer Gruppe kompromittiert wurde.

Der US-Auslandsgeheimdienst NSA hatte erst vor kurzem bestätigt, er habe genaue Kenntnisse über die Versuche Nordkoreas, in den vergangenen Jahren kommerzielle Netzwerke und Cyber-Infrastrukturen in den USA zu infiltrieren. Aus Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden geht hervor, dass die NSA schon seit 2010 nordkoreanische Hacker mithilfe von Malware überwacht.

Wie viele Sicherheitsexperten hält es jedoch auch Carr für schwierig, die Hintermänner eines Hackerangriffs genau zu bestimmen. Meist sei man ja nicht einmal in der Lage, die einzelnen an einem Angriff beteiligten Personen voneinander zu unterscheiden. „Wie kann man ihnen dann etwas zuordnen?“, ergänzte Carr.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
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