Rapidshare: Alle Konten werden am 31. März gelöscht

Rapidshare stellt seinen Dienst komplett ein und wird ab Ende März nicht mehr zu erreichen sein. Der Filehoster fordert alle Kunden dazu auf, ihre Daten zu sichern. Die kostenpflichtigen Mitgliedschaften lassen sich noch bis Ende Februar verlängern.

Der Filehoster Rapidshare stellt seinen Betrieb am 31. März endgültig ein. Das verkündet das in der Schweiz ansässige Unternehmen auf seiner Webseite. Rapidshare fordert alle Kunden auf, ihre Daten bis Ende März zu sichern, da ab diesem Datum kein Zugang mehr möglich ist und alle Konten automatisch gelöscht werden. Wer die kostenpflichtigen Angebote des Dienstes noch bis zur Schließung nutzen möchte, der kann die Mitgliedschaften “Standard Plus” und “Premium” noch bis zum 28. Februar verlängern.

Rapidshare (Screenshot: CNET).

Rapidshare stellt seinen Dienst komplett ein und wird ab Ende März nicht mehr zu erreichen sein. Der Filehoster fordert alle Kunden dazu auf, ihre Daten zu sichern. Die kostenpflichtigen Mitgliedschaften lassen sich noch bis Ende Februar verlängern (Screenshot: CNET).

Über Rapidshare konnten Nutzer ihre Daten hochladen und Dritten zum Download bereitstellen. Neben einer Weboberfläche gab es auch Anwendungen für Windows, Android und iOS. Standardmäßig begrenzte der Filehoster die Geschwindigkeit beim Herunterladen. Nur Bezahlkunden konnten den Dienst ohne Drosselung nutzen. Bis 2012 war der 2004 gestartete Dienst vor allem bei Filesharern beliebt, die ihn für die Verbreitung von urheberrechtsverletzenden Inhalten nutzten. Allerdings betonte Rapidshare stets, dass man illegale Kopien umgehend lösche, sobald man sie entdecke.

So setzte es sich im April 2012 auch gegen die Anschuldigung zur Wehr, dass Filehoster per se das Urheberrecht verletzten. Zugleich distanzierte es sich von dem von Kim Dotcom gegründeten Konkurrenten Megaupload, der Ende Januar 2012 vom FBI geschlossen worden war. Megauploads Ansatz bei Internetpiraterie sei “sehr weit weg von dem, was wir tun und wofür wir stehen”, betonte Rapidshare damals.

Zwar war es als Serviceprovider zunächst von der sogenannten Störerhaftung für Urheberrechtsverletzungen durch seine Nutzer befreit und musste illegale Inhalte erst auf Hinweis löschen, doch mit zunehmendem Druck durch Rechteinhaber und Behörden musste Rapidshare immer mehr Aufwand betreiben, um die rechtlichen Auflagen zu erfüllen. Um einen effektiveren Schutz vor der illegalen Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials zu gewährleisten, führte es im November 2012 schließlich ein neues Datentraffic-Modell ein – und wurde dadurch für Filesharer mit einem Schlag uninteressant.

Kern der neuen Strategie war die Limitierung des ausgehenden Datenverkehrs, der durch das Herunterladen von Dateien über im Internet veröffentlichte Download-Links entsteht. Für Free-User galt eine Traffic-Grenze von 1 GByte pro Tag und für zahlende Premium-Kunden von 30 GByte pro Tag.

Als die Nutzerzahlen daraufhin einbrachen, versuchte sich Rapidshare als Cloudspeicher-Anbieter nach dem Vorbild von Dropbox, jedoch ohne Erfolg. Zum 1. Juli 2014 stellte es sein kostenloses Standard-Angebot mit 10 GByte Speicherplatz ein. Die verbleibenden Pakete “Standard Plus” mit 300 GByte für monatlich 49,99 Euro und “Premium” mit 700 GByte für 99,99 Euro pro Monat sind um ein Vielfaches teurer als Konkurrenzangebote. Beispielsweise bieten Dropbox oder Google Drive bereits für 10 Euro beziehungsweise Dollar im Monat 1 TByte Speicherplatz an. Diesem Preisdruck ist Rapidshare nun offenbar nicht mehr gewachsen und stellt daher seinen Geschäftsbetrieb ein, nachdem es im Mai 2013 bereits drei Viertel seiner Mitarbeiter entlassen musste.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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