Smartphone-Diebstähle: dank Schutzmaßnahmen weltweit drastischer Rückgang

Die Zahl der gestohlenen Smartphones ist in San Francisco, New York und London beispielsweise um 25 bis 50 Prozent zurückgegangen. Die lange geforderten Schutzmaßnahmen wie Kill Switch und Aktivierungssperre haben sich als wirksam erwiesen. Die Initiative Secure Our Smartphones (S.O.S) fordert von den Herstellern eine standardmäßige Aktivierung des teilweise nur optionalen Diebstahlschutzes.

Laut einer gemeinsamen Erklärung des Londoner Bürgermeisters Boris Johnson und der Generalstaatsanwälte von New York und San Francisco, haben Schutzmaßnahmen wie Kill Switch und Aktivierungssperre dazu geführt, dass die Diebstähle von Smartphones weltweit stark zurückgingen. Demnach fiel die Zahl gestohlener iPhones um 40 Prozent in San Francisco und um 25 Prozent in New York in den 12 Monaten nach dem September 2013, in dem Apple seine Lösung einführte. In London verringerten sich die Smartphone-Diebstähle sogar um die Hälfte.

Smartphones (Bild: CNET)

„Wir haben echte Fortschritte hinsichtlich der Epidemie von Smartphone-Diebstählen gemacht, die vor zwei Jahren viele große Städte heimsuchte“, sagte Johnson. George Gascón, der Generalstaatsanwalt von San Francisco, wies auf das letztes Jahr in Kalifornien verabschiedete Anti-Diebstahl-Gesetz für Smartphones hin, das die Hersteller zu geeigneten Maßnahmen verpflichtet. Es ist zwar noch nicht in Kraft, aber wichtige Hersteller haben bereits entsprechende Tools auf ihren verkauften Geräten installiert.

In San Francisco ging es, nach einem früheren Bericht von Time, auf dem Höhepunkt der Diebstahlswelle bei jedem zweiten Raubüberfall um ein Mobiltelefon. Laut Consumer Reports spielten Smartphones bei 30 bis 40 Prozent aller Raubdelikte in den Vereinigten Staaten eine Rolle – und 2012 wurden 1,6 Millionen Amerikaner wegen ihrer Smartphones zu Opfern.

Dshalb drängten gewählte Amtsträger, Ermittlungsbehörden und Verbraucherschützer mit ihrer Initiative Secure Our Smartphones (S.O.S.) schon länger auf Gegenmaßnahmen. Mit ihrer Aktion gegen “Apple Picking” (Apfelpflücken) reagierten sie auf Berichte, nach denen in den USA minütlich 113 Smartphones gestohlen wurden oder verloren gingen. iPhones waren davon offenbar besonders betroffen, wobei viele Raubüberfälle gewaltsam verliefen und einige sogar mit Todesfolge. Die Mitglieder der Initiative warfen den Smartphone-Herstellern vor, letztlich von den massenhaften Diebstählen zu profitieren. Sie forderten sie dringend auf, durch einen Kill Switch dafür zu sorgen, dass gestohlene Geräte ihren Wiederverkaufswert verlieren.

Die als „Kill Switch“ bezeichnete Technik deaktiviert das Gerät aus der Ferne und macht es somit für einen Dieb unbrauchbar. Mit dem Update auf iOS 7 setzte Apple auf eine zunächst optionale Aktivierungssperre, die Diebe an der Wiederinbetriebnahme eines auf die Werkseinstellungen zurückgesetzten Gerätes hindert, ohne die Anmeldedaten des ursprünglichen Besitzers zu kennen.

Samsung führte im April 2014 einen Kill Switch für das Galaxy S5 ein, Google folgte im Oktober mit einer eigenen Lösung für Android. Microsoft hat angekündigt, in diesem Jahr ein Mobilbetriebssystem mit Kill-Switch-Technik einzuführen. Die S.O.S.-Initiative moniert jedoch, dass nur iPhones seit iOS 8 über einen standardmäßig aktiven Kill Switch verfügen, bei anderen Geräten diese schützende Technik jedoch noch immer ein Opt-in erfordert.

„Die derzeitigen Lösungen stellen sicher, dass viele Geräte über diese Technik verfügen, aber die Diebe können nicht zwischen Geräten unterscheiden, bei denen sie aktiviert ist oder nicht“, heißt es in ihrer Erklärung. „Solange nicht alle Smartphones die Schutztechnik standardmäßig einschalten, bleiben alle Mobilfunknutzer potenzielle Ziele für Diebe.“

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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