Google zeigt Project Ara auf dem MWC

Auf dem MWC sollen mehr als 50 Module des Baukasten-Smartphones Projekt Ara sowie eine kleine Live-Demonstration zu sehen sein. Mit dem Unternehmen Yezz hat Google zudem einen weiteren Hersteller für Komponenten für das modulare Smartphone-Konzept gefunden.

Googles modulares Smartphone Project Ara wird voraussichtlich einen Auftritt auf dem MWC erhalten. Das berichten unsere Kollegen von CNET Spanien. Mit dem US-amerikanischen Unternehmen Yezz hat Google zudem einen neuen Partner für sich gewonnen, der Module für das Project Ara fertigen wird. Der Webseite STJSGadets-Portal zufolge werde Google in Barcelona mehr als 50 Komponenten für das Baukasten-Smartphone ausstellen und das Gerät auch in einer kleinen Live-Demonstration vorführen.

(Bild: Yezz).

Auf dem MWC sollen mehr als 50 Module des Baukasten-Smartphones Projekt Ara sowie eine kleine Live-Demonstration zu sehen sein. Mit dem Unternehmen Yezz hat Google zudem einen weiteren Hersteller für Komponenten für das modulare Smartphone-Konzept gefunden (Bild: Yezz).

Laut Yezz-CEO Luis Sosa habe das hinter der Marke stehende Unternehmen DDM Brands bereits “rund 100″ Prototypen von Modulen konzipiert, von denen viele im März auf dem Mobile World Congress zu sehen sein werden. Um welche Module es sich handelt, das ist bisher noch nicht bekannt. Für den Verkauf der Module will Yezz eine separate Website starten – mit einem Store im Stil von Google Play, aber eben für Smartphone-Module und nicht für Apps. Auch Google plant einen zentralen Ara Module Marketplace, in dem Yezz natürlich ebenfalls vertreten sein will.

(Bild: Toshiba).

Neben Yezz wird auch Toshiba und ein in Indien ansässiges Unternehmen namens EinfoChips Module für das Zusammensteck-Smartphone herausbringen. In einem Youtube-Video hat Toshiba Ende Januar bereits ein 5-Megapixel-Kamera-Modul für das Project Ara gezeigt. Ein 13-Megapixel-Modul ist ebenfalls schon entwickelt. Zudem hat es eine eigene Webseite gestartet, auf der es weitere Komponenten wie Display oder WLAN anführt.

Unklar ist weiter, was solche Module kosten werden. Nach einer Schätzung von Google könnten die Hardwarekosten eines einfachen Ara-Modells im Bereich 50 bis 100 Dollar liegen. “Wichtig ist aber festzuhalten, dass es sich um die Kosten der Komponenten handelt und das nichts darüber aussagt, wie die Preisgestaltung aussehen wird – der Preis könnte darüber oder (subventioniert) auch darunter liegen.”

Mitte Januar hatte Google auf der Ara Developers Conference mit dem Spiral 2 den zweiten Prototypen von Project Ara vorgestellt. Es kündigte an, das Gerät noch in diesem Jahr zum ersten Mal in Puerto Rico einem Testlauf zu unterziehen. Für den von Google noch ohne Termin angekündigten Test in Puerto Rico ist Yezz laut Sosa auch “bereit”. Über Project Ara spricht Sosa übrigens in den höchsten Tönen: “Wir sprechen hier über eine echte Veränderung. Ich glaube, dass modulare Smartphones das Smartphone-Geschäft ebenso sehr verändern werden, wie dies Apps gelungen ist.”

Die aus Aluminium gefertigte Basisstruktur von Ara hält die Komponenten mit Permanentmagneten fest. Der UniPro-Standard sorgt dann für die Kommunikation zwischen den einzelnen Modulen. Anwender können sich etwa für eine Tastatur, eine bessere oder zusätzliche Kamera, einen besonders ausdauernden oder zweiten Akku entscheiden. Defekte Module lassen sich beim dem Ara-Smartphone dann beispielsweise einfach auswechseln. Um eine bessere Kamera zu bekommen, müsste man auch nicht mehr gleich ein neues Gerät kaufen. Google-Manager Eremenko sollen die Käufer das Smartphone nicht nur ein bis zwei oder maximal drei Jahre nutzen können, sondern bis zu sechs Jahre.

Dabei lassen sich Module sogar während des Betriebs wechseln – ohne Neustart. Über eine App muss der Nutzer dies allerdings anwenden. Das Programm könnte auch gleich die Elektromagnete steuern, die die einzelnen Bauteile am Grundgerüst festhalten. Details dazu gibt es möglicherweise schon nächste Woche: Am 21. Januar findet in Singapur die asiatische Ausgabe der Ara-Entwicklerkonferenz statt.

Die Entwicklung von Project Ara begann bei Motorola in dessen Forschungsabteilung ATAP, die nicht mit an Lenovo verkauft wurde. Vergangenen März hatte Google noch angekündigt, “Anfang 2015″ mit der Vermarktung von Project Ara zu beginnen. Es wird zertifizierte Bauteile irgendwann in einem Ara Marketplace zum Kauf anbieten. Zumindest in Puerto Rico wird es auch mobile Läden in Form von Lastwägen geben, wo sich Interessenten die Hardware selbst ansehen können.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

Tipp: Wie gut kennen Sie Google? Testen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen bei ITespresso.

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Google zeigt Project Ara auf dem MWC

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *