Google verbündet sich mit mobilem Bezahldienst Softcard gegen Apple

Google hat eine Partnerschaft mit dem mobilen Bezahldienst Softcard angekündigt. Durch die Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftsunternehmen, hinter dem AT&T, Verizon Wireless und T-Mobile USA stecken, will der Internetkonzern die Reichweite seines Bezahldiensts Google Wallet erhöhen, der in direkter Konkurrenz zu Apples Lösung Apple Pay steht.

Google geht eine Partnerschaft mit dem mobilen Bezahldienst Softcard ein, wie das Unternehmen jetzt angekündigt hat. Google will durch die Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftsunternehmen von AT&T, Verizon Wireless und T-Mobile USA die Reichweite seines Bezahldiensts Google Wallet erhöhen, der in direkter Konkurrenz zu Apples Lösung Apple Pay steht. Google wird der Vereinbarung zufolge künftig die Technologie von Softcard unterstützen. Im Gegenzug installieren die US-Mobilfunkanbieter die Google-Wallet-App auf in ihren Stores erhältlichen Smartphones mit Android 4.4 KitKat oder höher.

(Bild: Marguerite Reardon / CNET.com)

In den USA hat das Interesse an mobilen Bezahldiensten zuletzt vor allem durch die Einführung von Apple Pay zugenommen. Apples Bezahllösung ermutigt immer mehr Verbraucher, im Einzelhandel mit ihrem Mobiltelefon zu bezahlen. Genauso wie Google Wallet nutzt Apple Pay die Nahfunktechnik Near Field Communication (NFC), um einen Datenaustausch zwischen Smartphone und Kassensystem zu ermöglichen. Ein weiterer Mitbewerber ist Samsung, das in der vergangenen Woche das Bezahl-Start-up LoopPay übernommen hat.

Apple bietet erst seit vergangenem Herbst seine mobile Bezahllösung an, die bisher auch nur auf iPhone 6 und iPhone 6 Plus zur Verfügung steht. Google und Softcard sind hingegen schon länger im Markt vertreten und haben auch für Apple Pay wichtige Aufbauarbeit geleistet. Allerdings konnten weder Google noch Softcard bisher den Massenmarkt erreichen. Google hatte mit Sprint bisher nur einen einzigen Mobilfunkpartner. Zudem sind nur wenige Smartphones mit NFC ausgestattet. Softcard hatte zwar die Unterstützung von drei großen Mobilfunkprovidern, aber darüber hinaus nur wenige Partner. Zudem verfügen nur wenige US-Händler über NFC-fähige Bezahlterminals – dort sind meist nur Lesegeräte für Magnetstreifen vorhanden.

Amerikaner nutzten einer im Dezember veröffentlichten Studie zufolge Apple Pay im November 2014 bereits für ein Prozent aller digitalen Bezahlvorgänge. Google Wallet konnte seinen Anteil auf vier Prozent steigern. Beobachter vermuteten darauf hin, dass der Start von Apple Pay am 20. Oktober 2014 dem seit 2011 angebotenen, aber der US-Öffentlichkeit weithin unbekannten Google-Dienst hilft, an Fahrt aufzunehmen.

Hierzulande steht Nutzern Google Wallet nur für Einkäufe im Google Play Store zur Verfügung. In Geschäften kann Google Wallet, genauso wie Apple Pay, nur in den USA zum Bezahlen verwendet werden.

Vor rund einem Monat war gar über eine Übernahme von Softcard durch Google spekuliert worden. Als Kaufpreis standen weniger als 100 Millionen Dollar im Raum. Marktforscher sagen dem Markt für mobile Bezahldienste ein rasantes Wachstum voraus. 2014 wurden laut Forrester Research Waren im Wert von 52 Milliarden Dollar mit mobilen Geräten bezahlt. Bis 2019 soll diese Zahl auf 142 Milliarden Dollar steigen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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