Google Photos und Hangouts als eigenständige Dienste geplant

Googles Senior Vice President Sandra Pitchai deutete die Herauslösung von Photos und Hangouts aus Google+ an und kündigt weitere Investitionen in Hangouts an. Google+ will er keineswegs als Flop sehen und dementiert eine mögliche Einstellung der Plattform.

In einem ausführlichen Interview mit Forbes deutete Googles Senior Vice President Sandra Pitchai die Herauslösung von Photos und Hangouts aus Google+ an und sagte: „Ich glaube, Sie werden sehen, wie wir uns zunehmend auf Kommunikation, Fotos und den Google+-Stream als wichtige Bereiche konzentrieren, statt sie nur als einen Bereich zu sehen“. „Kommunikation“ bezog sich dabei auf Hangouts, und Pichai kündigte weitere Investitionen in diesen Dienst an.

hangouts-logo

Dass dies den Umbau von Photos und Hangouts als eigenständige Dienste ankündigen sollte und offensichtlich keine nur hingeworfene Bemerkung war, bestätigt auch die Reaktion von Google+Produktmanager Bradley Horowitz, der – natürlich auf seiner Google+-Seite – auf „die großartigen Kommentare von Sundar Pichai über die künftige Produktausrichtung für Google+, Photos und Hangouts“ hinwies. „Wir haben sehr hart an diesen Veränderungen gearbeitet, und ich bin wirklich begeistert über das, was es für unsere Nutzer bedeuten wird.“

Manche Kommentare sehen im anstehenden Kurswechsel so etwas wie eine Befreiung von Photos und Hangouts vom Drängen Googles zu einem Konto und aktiver Teilnahme bei Google+. Pichai verwahrte sich jedoch dagegen, das oft als Geisterstadt geschmähte Social Network als Flop zu bezeichnen. „Google+ hat für uns immer zweierlei bedeutet“, sagte er. Da sei zunächst einmal der sichtbare Stream im Sozialen Netz – aber durch Google+ habe das Unternehmen auch für die Anmeldung seiner Nutzer bei seinen Diensten „mit einer gemeinsamen Identität quer über unsere Produkte hinweg“ sorgen können. „Der zweite Teil war in vieler Hinsicht sogar noch wichtiger als der erste. Dieser Teil hat wirklich gut funktioniert für uns.“

Wie sich der Internetkonzern die Zukunft von Google+ vorstellt, bleibt damit letztlich doch offen. Eine Einstellung der Plattform steht jedenfalls nicht bevor, wie Pichai in diesem Zusammenhang deutlich machte. Google überprüfe zwar regelmäßig seine Produkte und bereinige sein Portfolio – er erwarte aber nicht, dass eines von Google wichtigen Angeboten verschwinde.

Sundar Pichai ist nicht nur Chef der Abteilungen Chrome, Apps und Android, sondern bekam im Herbst noch zusätzliche Aufgabenbereiche zugewiesen. Ihm unterstehen seither auch die Bereiche Forschung, Maps, Commerce, Social, Anzeigenprodukte und Infrastruktur. Er wird vielfach als Schlüsselfigur und „heimlicher Google-Chef“ gesehen.

(Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de)

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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