Vodafone bietet ab sofort Voice-over-LTE

Die Vorteile von VoLTE sind unter anderem eine bessere Gesprächsqualität sowie schnellere Rufaufbauzeiten. Bevor die neue Technologie auf kompatiblen Mobilgeräten wie dem Apple iPhone 6 genutzt werden kann, bedarf es aber noch eines Updates. Als erstes wird Samsung das Galaxy S5 aktualisieren.

Vodafone ist der erste deutsche Mobilfunkanbieter, der sein komplettes Netz auf Voice-over-LTE umgestellt hat. Den Startschuss der neuen Technologie hat das Unternehmen auf der CeBIT in Hannover mit einem ersten VoLTE-Anruf im Live-Netz geben. Vorteile von Voice-over-LTE sind eine höhere Sprachqualität, schnellere Rufaufbauzeiten und eine bessere Verschlüsselung von Telefonaten.

(Logo: Vodafone).

Besitzer eines LTE-Gerätes müssen nun nicht mehr ins UMTS- oder GSM-Netz wechseln, um ein Gespräch anzunehmen oder einen Anruf zu tätigen. Dadurch ergeben sich Rufaufbauzeiten von nur noch rund 2 Sekunden. Unter Verwendung der älteren Mobilfunkstandards dauert es im Schnitt 5 bis 7 Sekunden, bis ein Gespräch aufgebaut ist. Aufgrund einer nicht so umfangreichen Netzsuche wird außerdem der Akku weniger belastet.

Darüber hinaus ist LTE IP-basiert und bietet eine drei Mal so hohe Datenkapazität wie UMTS/3G. Im Vergleich zu GSM/2G ist sie sogar 6 Mal so hoch. Zudem verbraucht es auch weniger Bandbreite, da es kleinere Paket-Header erfordert als nicht optimiertes VoIP. Ein weiterer Vorteil von Voice-over-LTE ist, dass Anwender während einem Gespräch auch gleichzeitig auf die Datenverbindung zugreifen können.

Um den neuen Voice-over-LTE-Standard nutzen zu können, ist ein kompatibles Smartphone oder Tablet vorausgesetzt. Für die Technologie gerüstet ist beispielsweise das Apple iPhone 6 oder iPhone 6 Plus. Auch zahlreiche Android-Smartphones, die über einen Qualcomm-Prozessor mit Gobi-LTE-Modem ab der Serie Snapdragon 800 verfügen, sind rein technisch gesehen für VoLTE bereit.

Allerdings bedarf es noch eines Updates seiten der Hersteller, bevor es genutzt werden kann. Das erste Smartphone, mit dem tatsächlich über das LTE-Netz von Vodafone telefoniert werden kann, wird das Samsung Galaxy S5 sein, wie ein Mitarbeiter des Providers in einem Forenbeitrag mitteilt. Wann das Update für das letztjährige Samsung-Flaggschiff erscheint, und wann weitere Hersteller ihre Geräte aktualisieren, das ist noch nicht bekannt.

Ein Problem bei Anrufen über das LTE-Netz ist die bis Dato noch lückenhafte Netzabdeckung. Verlässt der Anwender bei einem Gespräch den Verfügbarkeitsbereich, kann das Gespräch allerdings nahtlos im 3G-Netz weitergeführt werden. Qualcomm demonstrierte bereits letztes Jahr den sogenannten Handover bei einem VoLTE-Videoanruf und zeigte wie während eines VoLTE-Videoanrufs Multitasking betreiben werden kann. Nähere Informationen und Videos hält folgender Beitrag bereit.

Die Deutsche Telekom hatte VoLTE schon 2013 erprobtO2 zog 2014 nach, als es die Technik für Mitarbeiter in vier Städten testweise freigab. Nun scheint Vodafone den beiden konkurrierenden Anbietern mit der praktischen Einführung zuvorgekommen zu sein.

Vodafone demonstriert in Hannover zudem 5G-Datenübertragung per Mobilfunk, die langfristig bis zu 10 GBit/s liefern soll. Zunächst will es das 5G-Netz im Jahr 2020 aber mit bis zu 1 GBit/s starten. Außer hohen Durchsätzen verspricht die Technik kurze Reaktionszeiten von nur etwa einer Millisekunde.

Außerdem nimmt am Stand von Vodafone die Sprachverschlüsselungs-App Secure Call eine prominente Rolle ein, die allerdings schon seit Januar verfügbar ist. Firmenkunden können sie auf Android-Smartphones und iPhones einsetzen. Eine Blackberry-Version soll folgen. Die VoIP-App bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit 128-Bit-AES. Pro Nutzer werden dafür monatlich 17,79 Euro fällig.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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