Sirius für Linux: Open-Source-Alternative zu Siri, Google Now und Cortana

Der für Linux entwickelte Open-Source-Sprachassistent Sirius kann natürliche Sprache erkennen und bietet ein “Frage-und-Antwort-System”. Mit einer Bilderkennung bietet er sogar eine Funktion, über die Apples Siri, Google Now und Microsofts Cortana nicht verfügen.

Mit dem Sprachassistenten Sirius steht nun auch eine quelloffene Alternative zu Apples Siri, Google Now und Microsofts Cortana für das Betriebssystem Linux zum Download bereit. Entwickelt hat es das Unternehmen Clarity Lab in Kooperation mit der University of Michigan.

sirius-logo

Der für Linux entwickelte Open-Source-Sprachassistent Sirius kann natürliche Sprache erkennen und bietet ein “Frage-und-Antwort-System”. Mit einer Bilderkennung bietet er sogar eine Funktion, über die Apples Siri, Google Now und Microsofts Cortana nicht verfügen (Bild Clarity Lab).

Laut der PCWorld verfügt Sirius über ähnliche Funktionen wie seine digitalen Konkurrenten von Apple, Google und Microsoft. In einer Funktion ist er ihnen sogar schon einen Schritt voraus. Dank Open-Source kann ihn auch jeder nutzen und an seiner Weiterentwicklung mitwirken.

Der “intelligente persönliche Assistent”, wie ihn seine Entwickler bezeichnen, kann nicht nur  Sprache, sondern auch Bilder erkennen. Letzteres ist auch seine Besonderheit gegenüber der  kommerziellen Konkurrenz.  Ein Nutzer kann beispielsweise zu einem Foto des Eiffelturms nach dem Baujahr des Wahrzeichens der französischen Hauptstadt fragen. Sirius analysiere dann das Bild, erkenne den Eiffelturm und finde dann das Baujahr heraus. Weitere Kernfunktionen sind die Verarbeitung natürlicher Sprache und ein “Frage-und-Antwort-System”.

Finanziert wird das Sirius-Projekt laut PCWorld sogar zum Teil von Google. Außerdem unterstützen die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) und die National Science Foundation (NSF) der USA die Entwicklung. Ob die von den Forschern entwickelten Techniken auch in Google Now oder andere Assistenten einfließen, bleibt abzuwarten.

Sirius basiert auf anderen Open-Source-Projekten, darunter Sphinx für Spracherkennung von der Carnegie Mellon University und der Deep-Learning-Framework-Software Caffe der UC Berkeley. Für die Bilderkennung wird OpenCVs Surf verwendet. Die Antworten wiederum liefert OpenEphyra von der Carnegie Mellon University sowie eine in Lemurs Indri-Format gespeicherte Wikipedia-Datenbank.

Sirius-Diagramm (Bild: Clarity Lab).

Sirius erkennt Spracheingaben sowie Bilder und kann Fragen mithilfe einer Wikipedia-Datenbank beantworten (Bild: Clarity Lab).

Sirius und die Sirius-Suite, die die Datenbanken für alle Funktionen enthält, kann von der W ebsite des Sirius-Projekts heruntergeladen werden. Getestet wurde Sirius demnach bisher nur mit Ubuntu 12.04 und Ubuntu 14.04.

Apple hatte seinen Sprachassistenten Siri im Oktober 2011 vorgestellt. Er ist bisher allerdings noch nicht für Apples Desktop-Betriebssystem OS X erhältlich. Im Juni 2012 zog Google mit Google Now nachSeit März 2014 unterstützt auch die Desktop-Version des Browsers Chrome Google-Now-Benachrichtigungen.

Microsofts Cortana soll mit dem für Sommer angekündigten Windows 10 auch Einzug auf Desktops halten. Nutzer von Windows Phone profitieren erst seit der OS-Version 8.1, die Entwickler erstmals im April 2014 testen durften, von einem digitalen Assistenten.

Ein weiteres Open-Source-Projekt ist Jasper. Der nach Angaben seiner Entwickler vollständig anpassbare Assistent für den Kleinstcomputer Raspberry Pi wurde ebenfalls im April 2014 vorgestellt. Er liefert Informationen über das Wetter, neue E-Mails, Nachrichten und kann sogar den Streamingdienst Spotify steuern.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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