Spotify: Universal Music will Einschränkungen bei Free-Version

Der Musikkonzern Universal Music fordert einem Bericht der Financial Times nach das kostenlose Angebot des Musik-Streaming-Dienstes Spotify stärker einzuschränken. Auch Sony und Warner sehen anzeigenfinanzierte Dienste zunehmend kritisch.

Spotifys Streaming-Dienst mit – nach eigenen Aussagen vom Januar – weltweit 60 Millionen Nutzern und davon 15 Millionen zahlenden Abonnenten steht wieder einmal vor ganz neuen Herausforderungen und das gerade mal nur wenige Monate nachdem Pop-Star Taylor Swift ihre Alben aus dem Musik-Streaming-Dienst entfernte.

Spotify-Logo (Bild: Spotify)

Universal Music Group, das größte US-Musiklabel, übt in Lizenzverhandlungen Druck auf Spotify aus, sein Gratis-Angebot stärker einzuschränken. Das berichtet die Financial Times, die auch auf einen Kommentar von Universal-CEO Lucian Grange im vergangenen Monat verweist. Er sagte: „Anzeigenfinanzierte On-demand-Dienste werden nicht das komplette Ökosystem der Schöpfer wie auch der Investoren tragen können.“

Universal ist nicht das einzige Label, das an der Tragfähigkeit von werbefinanziertem Musikstreaming zweifelt. Laut Quellen des Rolling Stone glauben „die meisten“ Labels nicht daran. The Verge verweist konkret auf Diskussionsbeiträge der CEOs von Sony und Warner Music, die unter anderem „deutlichere Unterschiede“ zwischen Gratis- und Bezahl-Services forderten.

Abonnenten zahlen für Spotify Premium – wie für fast alle konkurrierenden Dienste, von Napster bis Google Music All-Inclusive – rund 10 Dollar (beziehungsweise 10 Euro) im Monat. Damit gehen Offline-Verfügbarkeit auch auf Mobilgeräten, bessere Qualität und Verzicht auf Werbung einher. Eine zusätzliche Option wäre es, Gratis-Abonnenten grundsätzlich auf Radio-artige Streams zu beschränken, wie dies Pandora in den USA praktiziert. Damit wäre keine volle Auswahlmöglichkeit für die Nutzer mehr gegeben.

Spotify sieht seinen kostenlosen Basisdienst als erforderlich an, um neue Kunden für Streaming zu gewinnen. Die Financial Times zitiert einen Sprecher, der Dienst bringe Kunden zu Abonnements, die bisher nicht für Musik gezahlt hätten. Nach Zahlen der Recording Industry Association of America (RIAA) legten Gratisdienste im vergangenen Jahr um 34 Prozent zu. Mit 295 Millionen Dollar trugen sie aber relativ wenig Umsatz bei. Zum Vergleich: Bezahlabos brachten den Musikfirmen 799 Millionen Dollar Umsatz.

Sonys Chief Financial Officer Kevin Kelleher hatte das Problem vergangenen November gegenüber Investoren fokussiert: „Die zentrale Frage ist, sorgen die kostenlosen, werbebasierten Dienste dafür, dass Abo-Dienste langsamer und schwächer wachsen?“ Eine abschließende Antwort gab er sich nicht. Sonys eigener Streamingdienst Music Unlimited war – über einen Gratis-Testmonat hinaus – immer kostenpflichtig. Im Januar beschloss der Konzern allerdings, ihn einzustellen und auf eigenen Plattformen durch Spotify zu ersetzen.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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