HTC One M9 im Test: Ein wunderschönes Smartphone mit Déjà-vu-Effekt

Das HTC One M9 kommt wieder mit einem hochwertigen Metallgehäuse sowie einem Full-HD-Screen und wurde in Sachen Leistung, Software und Kamera aktualisiert. Ob das altbewährte gepaart mit mehr Power und einer besseren Kamera ausreicht, um die Konkurrenz rundum das Samsung Galaxy S6 zu schlagen, das verrät folgender Testbericht.

„Was nicht kaputt ist, muss man auch nicht reparieren“. Dies scheint in etwa auch die Strategie der HTC Corporation bei der Entwicklung des neuen HTC One M9 gewesen zu sein. Und zum Großteil funktioniert die Vorgehensweise auch. Das HTC One M9 ist wieder eines der schönsten Android-Smartphones am Markt und dürfte beim Smartphone-Kauf weit oben mit auf der Liste stehen, es sei denn, man besitzt schon das HTC One M8. Das sieht bis auf einige wenige Änderungen nämlich fast genauso aus und könnte leicht mit dem neuen Modell verwechselt werden.

Das HTC One M9 kommt mit fast demselben luxuriösen Unibody-Metallgehäuse und einem genauso scharfen Full-HD-Bildschirm wie das Vorgängermodell, wurde in Sachen Leistung, Software und Kamera aber aktualisiert. Es kommt mit Qualcomms aktuellstem High-End-Prozessor Snapdragon 810, Android 5.0 samt Sense 7.0 und einer neuen 20-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Ob das altbewährte gepaart mit mehr Power und einer besseren Kamera ausreicht, um die Konkurrenz rundum das Samsung Galaxy S6 zu schlagen, das verrät folgender Testbericht.

HTC One M9 (Bild: HTC).

Das HTC One M9 ist bereits in Deutschland zu einer UVP von 749 Euro erhältlich (Bild: CNET).

Preis & Verfügbarkeit

Das HTC One M9 ist seit Ende März offiziell in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 749 Euro respektive 799 Schweizer Franken. Zum Verkauf steht das Smartphone in “Gold on Silver” und “Gun Metal Gray” bei allen großen Mobilfunkprovidern, im Einzelhandel und bei zahlreichen Online-Shops. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das HTC One M9 direkt über den offiziellen HTC-Shop zu kaufen. In “Gold on Gold” wird es voraussichtlich gegen Ende des Monats erscheinen. Bei einigen Online-Shops ist der Preis zwar schon etwas gesunken, trotzdem ist es noch vergleichsweise teurer als beispielsweise die 32-GByte-Version des Samsung Galaxy S6.

Design

Beim Design des HTC One M9 hat sich im Vergleich zum letztjährigen HTC-Flaggschiff nicht allzu viel geändert. Es verfügt über ein nahezu gleich aussehendes Unibody-Gehäuse aus Metall. Das ist allerdings nicht negativ, sondern in diesem Fall sehr positiv gemeint. Denn das Smartphone kann wie auch im letzten Jahr mit hochwertigen Materialien und einer tollen Verarbeitung begeistern.

HTC One M9 (Bild: HTC).

HTC One M9 (links) vs HTC One M8 (rechts) (Bild: CNET).

Das Display des HTC One M9 ist nach wie vor 5 Zoll groß, womit auch das Gehäuse mit seinen Maßen von 144,6 mal 69,7 mal 9,61 Millimeter und einem Gewicht von 157,5 Gramm im Grunde genauso groß und dünn ist wie beim M8. Im exakten Vergleich ist es einen Hauch kompakter und leichter, dafür minimal dicker geworden (HTC One M8: 146,36 mal 70,6 mal 9,35 Millimeter, Gewicht: 160 Gramm). Es ist nun auch nach der IPX3-Zertifizierung gegen Spritzwasser geschützt.

HTC One M9 (Bild: HTC).

Die Rückseite ist leicht gebogen (Bild: CNET).

Die Rückseite ist wie zuvor leicht gebogen und wird zu den Rändern hin dünner, wodurch sich das Smartphone angenehm anfühlt. Sie ist im Vergleich etwas griffiger geworden, sodass das M9 sicherer in der Hand liegt als sein Vorgänger. Die auffälligste Neuerung am Design macht sich beim Rahmen bemerkbar. Dieser ist in einem anderen Farbton gehalten als das restliche Gehäuse. Bei unserem Testgerät in der Farbvariation “Gold on Silver” ist der Rahmen Gold und die Rückseite Silber. Daneben gibt es das Smartphone auch noch in “Gun Metal Gray” mit dunkelgrauem Gehäuse und einem Rahmen in einem helleren und polierten Silber zu kaufen. Gegen Ende des Monats erscheint das HTC One M9 auch noch in “Gold on Gold”, bei dem ebenfalls der Rahmen in einem etwas unterschiedlichen polierten Goldton gehalten ist.

HTC One M9 (Bild: HTC).

Der Rahmen des HTC One M9 erhält eine neues Design (Bild: CNET).

Das Aluminium-Gehäuse geht zwar immer noch über die Kanten der Rückseite hinaus, zieht sich nun aber nicht mehr bis ganz zum Display, sondern hört kurz davor auf. Dadurch entsteht eine Kante, die aber nicht weiter stört und das Smartphone sogar etwas besser greifbar macht. Allerdings könnte dem ein oder anderen der verkürzte Rahmen rein von der Optik her nicht so gut gefallen wie der bündigere Rahmen des One M8.

HTC One M9 (Bild: HTC).

Das HTC One M9 kommt mit zwei getrennten Tasten für die Lautstärke. Darunter sitzt nun der Power-Button (Bild: CNET).

Darüber hinaus hat die HTC Corporation den Power-Schalter von der Oberseite in die Mitte der rechten Kante des Gehäuses verlegt, das ein Einschalten komfortabler macht und die Gefahr reduziert, dass das Gerät beim Umgreifen herunterfällt. Allerdings könnte einigen Nutzern die Positionierung auch etwas zu weit unten sein, je nachdem wie man das Gerät normalerweise hält. Die Lautstärkewippe sitzt knapp über dem Ein-/Ausschalter und wurde durch zwei getrennte Tasten für “Lauter” und “Leiser” ersetzt. Die Tasten sind wieder aus Metall gefertigt, wackeln nicht und bieten einen spürbaren, aber nicht übermäßigen Druckpunkt. Darüber sitzt der microSD-Kartenslot. Gegenüber liegt der Einschub für die nanoSIM-Karte. Dieser ist unüblicherweise so ausgelegt, dass man das Gerät beim Einlegen der SIM-Karte auf die Displayseite drehen muss. An der Unterseite ist wie üblich der microUSB-Slot zum laden des Gerätes sowie die Kopfhörerbuchse untergebracht.

HTC One M9 (Bild: HTC).

HTC One M9 (Bild: CNET).

Insgesamt unterschiedet sich das HTC One M9 also nicht viel vom M8. Das bedeutet aber auch, dass es sich wieder zu einem der hochwertigsten und schönsten Smartphones am Markt zählen kann. Dass man nicht zwingend jedes Jahr ein komplett neues Design entwerfen muss, hat schon Apple bei den früheren iPhone-Modellen gezeigt. Dennoch hat es das HTC One M9 in diesem Jahr deutlich schwieriger. Zwar hat das HTC-Flaggschiff immer noch das aufwendigste Design, der große Rivale Samsung hat in Sachen Verarbeitung aber aufgeschlossen. Die Südkoreaner haben ihrem Flaggschiff ein deutlich hochwertiges Äußeres mit Aluminiumrahmen und Glasrückseite spendiert. Der billiger wirkende Kunststoff kommt nicht mehr zum Einsatz. Mit dem Galaxy A3, A5 und A7 hat es zudem nun auch Smartphones mit einem Uni-Body-Metall-Gehäuse im Angebot. Auch Huawei hat kürzlich mit dem P8 ein schickes Smartphone im Alu-Design vorgestellt. Apple hatte schon im vergangenen September mit dem iPhone 6 und 6 Plus nachgezogen. Das Alleinstellungsmerkmal des hochwertigeren Gehäuses und der besseren Verarbeitung hat HTC damit zu großen Teilen eingebüßt.

Display

Umso mehr muss das HTC One M9 in Sachen Hardwareausstattung, Leistung, Kamera und Software punkten, um gegen das Samsung Galaxy S6 & Co. bestehen zu können. Das Display des HTC One M9 ist nach wie vor 5 Zoll groß und löst mit einer Full-HD-Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixel auf. Im Gegensatz zu Samsung hat HTC nicht auf QHD gesetzt, was bei dieser Größe sicherlich auch keinen großen Unterschied macht. Die Pixeldichte beträgt wieder rund 440 ppi. In Sachen Schärfe gibt es daher auch keinen Unterschied zum Vorgänger.

HTC One M9 (Bild: HTC).

Das Display des HTC One M9 löst wieder mit Full-HD auf (Bild: CNET).

Die Farben und die Blickwinkelstabilität sind wie von IPS-LCDs gewohnt natürlich und sehr gut. Es machen sich nur leichte Farbveränderungen und geringe Helligkeitsverluste bemerkbar, wenn man aus einem gewissen Winkel auf das Display schaut. Insgesamt wirken die Farben aber etwas zurückhaltender als noch beim M8. Die Helligkeit ist beim HTC One M9 wieder sehr gut, aber nicht überragend. Der maximal manuell einstellbare Wert ist zwar im Vergleich einen Hauch höher als beim S6, das Samsung-Smartphone bietet aber im Automatik-Modus eine höhere maximale Helligkeit. Dennoch lässt sich das Display des M9 im Freien noch ablesen, auch wenn es mehr spiegelt und das Galaxy S6 hier etwas besser abschneidet.

HTC One M9 (Bild: HTC).

Im Freien lässt sich das Display des HTC One M9 noch ablesen, es spiegelt aber mehr als beispielsweise das des S6 (Bild: CNET).

Leistung

Das Innere des Smartphones hat die HTC Corporation aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht. Als Prozessor verbaut es Qualcomms neuestes SoC Snapdragon 810, das auch im LG G Flex 2 zum Einsatz kommt. Die 64-Bit-CPU kommt mit insgesamt acht Rechenkernen, die nach ARMs big.LITTLE-Prinzip arbeiten. Der Chip besteht aus zwei Quad-Core-CPUs (vier Cortex-A57- und vier Cortex-A53-Kernen). Eine davon ist mit 2 GHz leistungsstärker und für Anwendungen wie Spiele, die jede Menge Power benötigen, zuständig. Die zweite Einheit taktet mit 1,5 GHz und ist für alle Aufgaben gedacht, die weniger leistungsintensiv sind. Die Grafik übernimmt eine Adreno-430-GPU.

HTC One M9 (Bild: HTC).

Das HTC One M9 ist mit Qualcomms Snapdragon 810 ausgestattet (Bild: CNET).

Den Arbeitsspeicher hat HTC beim One M9 auf 3 GByte vergrößert. Das M8 kommt noch mit 2 GByte RAM. Der interne Speicher für System und Daten ist jetzt erfreulicherweise 32 GByte groß. Ein Vorteil gegenüber dem Galaxy S6 ist der weiterhin vorhandene microSD-Kartenslot, der wie zuvor eine Erweiterung um bis zu 128 GByte erlaubt. Auf die schnellere Speichertechnologie UFS 2.0 setzt HTC im Gegensatz zu Samsung aber nicht.

In Sachen Geschwindigkeit hat das HTC One M9 zwar zugelegt, im Vergleich mit dem Samsung Galaxy S6 zieht es aber dennoch den kürzeren. Bei seinem neuen Flaggschiff hat Samsung nicht wie üblich auf den Chip von Qualcomm gesetzt, sondern das S6 dieses Mal in allen Märkten mit seinem hauseigenen Prozessor Exynos 7420 mit 2,1 GHz Takt und ARM-Mali-T760-GPU ausgestattet, der die Nase vor dem Snapdragon 810 hat. Qualcomms Chip hat mit Hitzeproblemen zu kämpfen, die sich in einer verstärkten Drosselung unter Dauerlast bemerkbar machen, wie folgender Vergleich zeigt. Zum weiteren Vergleich der Geschwindigkeit dienen außerdem das LG G Flex 2, das ebenfalls von dem Snapdragon 810 angetrieben wird, sowie das Samsung Galaxy Note Edge mit Snapdragon 805, das LG G3 mit Snapdragon 801 und das Google Nexus 5 mit Snapdragon 800.

Hitzentwicklung & Drosselung

Die neuesten Prozessoren verfügen inzwischen nicht mehr über vier, sondern acht Rechenkerne. Werden diese intensiv genutzt, erhitzen sie sich sehr stark. Bei Tests wurden beispielsweise 55 Grad Celsius auf der Oberfläche des neuen HTC-Flaggschiffs M9 gemessen. Um zu verhindern, dass Geräte derart heiß werden, befinden sich in den Prozessoren daher eine Regelung, die die Betriebsspannung und die Taktfrequenz dementsprechend anpasst. In der noch nicht finalen Software des HTC One M9 war diese wohl noch nicht richtig integriert. Deshalb kam es auch zu einer derartigen Hitzeentwicklung. Mit einem Software-Update hat HTC dies inzwischen behoben und das Gerät wurden in keinem Test unangenehm heiß. Eine Funktion zum Herunterregeln der CPUs ist nicht nur bei Qualcomm-Chips integriert, sondern auch bei anderen Herstellern wie Samsung. Dennoch hat das Ausmaß natürlich Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Bei den einen Chips ist eine Drosselung mehr, bei anderen weniger Notwendig. Im Benchmark zeigte sich, wie stark der Leistungseinbruch bei den verschiedenen Chips bei Dauerlast ausfällt.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Hierfür wurde der Benchmark Basemark OS II insgesamt fünf Mal gestartet. Aufgrund der Hitzeentwicklung reduzierte sich das Gesamtergebnis bei allen Geräten nach jedem Durchlauf. Die aktuellen Smartphone-Modelle mit Snapdragon 810, das HTC One M9 und auch das LG G Flex 2, sind davon aber wie zu erwarten am stärksten betroffen. Bei starker Belastung sind sie kaum schneller als Geräte aus den Vorjahren. Der im Samsung Galaxy S6 eingesetzte Exynos-Prozessor bringt dagegen auch unter starker Belastung noch gute Leistungswerte.

Rechenleistung, Flashspeichergeschwindigkeit & Grafik

(Grafik: ZDNet.de):

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Der Test „System“ des Benchmarks Basemark OS II überprüft die Rechenleistung der Geräte. Hierfür müssen die Smartphones mathematische Aufgaben lösen und XML-Daten verarbeiten. Die Tests verwenden dabei einen wie auch sämtliche Rechenkerne. Mit großem Abstand kann sich das Samsung Galaxy S6 an die Spitze des Gesamtklassements setzen. Auf dem zweiten Platz landet das mit Snapdragon 810 ausgestattete G Flex 2 von LG. Überraschend stark präsentiert sich das G3, ebenfalls von LG, auf Rang drei. Erst dann folgt das HTC One M9, dessen Snapdragon 810 unter Last offenbar stärker eingebremst wird als dies beim G Flex 2 der Fall ist. Womöglich ist dies beim G Flex 2 aufgrund des weniger wärmeleitfähigen Kunststoffgehäuses nicht in diesem Ausmaß notwendig.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Anders als der Name „Memory“ vermuten lässt, wird bei diesem Test nicht die RAM-Geschwindigkeit getestet, sondern die Leistung des Flashsspeichers. Es ist bekannt, dass im Samsung Galaxy S6 besonders leistungsfähiger Flashspeicher zum Einsatz kommt. Dieser basiert auf dem Standard UFS 2.0, der deutlich mehr Daten in der gleichen Zeit übertragen kann wie die bisher in Smartphones genutzten eMMC-Module. Damit soll der interne Speicher des Galaxy S6 nun fast so schnell wie eine SSD sein. Überraschenderweise belegt in diesem Test aber nicht das Samsung-Flagsschiff Platz 1, sondern das G Flex 2. Offenbar arbeitet das LG-Smartphone auch mit UFS-2-Flashspeicherzellen. Im Vergleich zum HTC One M9 sind die beiden jedenfalls erheblich schneller.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Im Grafiktest kann sich das HTC One M9 dank dem Verzicht auf ein QHD-Display vor dem Galaxy S6 platzieren. Einen Hauch schneller ist nur das LG G Flex 2, das ebenfalls mit Full-HD-Screen und Snapdragon 810 kommt.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Wie schon im ersten Test belegt das Galaxy S6 auch bei der Rechenleistung eines einzelnen CPU-Kerns den ersten Platz. Schon mit etwas Abstand platziert sich das G Flex 2 im Geekbench auf Rang zwei. Das HTC One M9 ist bei diesem Test kaum schneller als das Galaxy Note Edge mit Snapdragon-805-CPU.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Im Geekbench-Test „Multi-Core“, der mithilfe zahlreicher Verfahren die Rechengeschwindigkeit der Geräte unter Zuhilfenahme sämtlicher Rechenkerne ermittelt, kann das Galaxy S6 wie schon beim Basemark OS II System klar den ersten Platz erzielen. Auf den Rängen zwei und drei platzieren sich die Snapdragon-810-Geräte G Flex 2 und HTC One M9.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Für die weitere Beurteilung in Sachen 3D-Performance dient der Test Manhattan On- und Off-Screen aus dem GFX Bench. On-Screen bedeutet, dass die 3D-Bilder tatsächlich auf das Display gerendert werden. Im Unterschied zur Off-Screen-Variante, die die theorethische Leistung der GPU mit einer bestimmten Auflösung ermittelt, gibt der On-Screen-Test die 3D-Leistung in Abhängikeit der Display-Auflösung wieder. Dieser Wert ist vor allem dann interessant, wenn Spiele nur in der nativen Auflösung des Displays betrieben werden können, was bei den meisten Titeln auf dem Smartphone auch der Fall ist.

Das HTC One M9 und das G Flex 2 belegen bei diesem Test klar den ersten Platz. Allerdings dürften sie die Spitzenplätze nur deshalb einnehmen, da sie lediglich Full-HD-Auflösung bieten, während das Samsung Galaxy S6 mit 2560 x 1440 Pixel deutlich mehr leistet.

(Grafik: ZDNet.de):

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Bei der Off-Screen-Leistung kann sich das Galaxy S6 knapp vor der Snapdragon-810-Konkurrenz platzieren. Die Mali-GPU ist also bei gleicher Auflösung nicht schlechter als die Adreno 430, die in den beiden Snapdragon-810-Modellen G Flex 2 und One M9 zum Einsatz kommt.

Webperformance

(Grafik: ZDNet.de):

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Der Test „Web“ untersucht die Leistungsfähigkeit der Smartphones hinsichtlich der Browsing-Performance unter Berücksichtigung von CSS-3D-Transformationen und HTML5-Canvas sowie CSS-Resize-Tests. Hier liegt das M9 an zweiter Stelle und muss sich nur dem LG G Flex 2 geschlagen geben. Allerdings sind die Leistungsunterschiede, abgesehen vom Nexus 5 aus dem Jahr 2013, nicht sonderlich groß.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Mit den nächsten vier Tests wird die Leistung bei der Verarbeitung von JavaScript-Code untersucht. Damit die Werte nicht durch den Einsatz unterschiedlicher Browser beeinflusst werden, kommt für diesen Test auf allen Geräten Firefox 37 zum Einsatz.

Der Peacekeeper-Test ermittelt die JavaScript-Leistung der Smartphone unter Verwendung von Code populärer Websites wie YouTube, Facebook und Google Mail. Da auch graphische Tests und das Abspielen von Videos erfolgen, beeinflusst die Auflösung das Ergebnis. Daher erreicht anders als bei meisten bisherigen Tests das Samsung Galaxy S6 nicht ganz die Leistung der Snapdragon-810-Geräte G Flex 2 und One M9. Auch die Modelle G3 und Galaxy Note Edge zollen für ihre hohe Auflösung Tribut und landen zum Teil noch hinter dem von der reinen CPU her leistungsschwächeren Nexus 5.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Den von Google entwickelten Octane-Test bewältigt mit klarem Abstand das G Flex 2 am schnellsten. Auf Platz zwei landet das S6, dicht gefolgt von One M9, Nexus 5 und Galaxy Note Edge.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Im Sunspider-Test belegt das G Flex 2 wiederum den ersten Platz. Knapp dahinter folgen G3 und One M9. Das S6 landet nur auf dem dritten Rang. Nur wenig langsamer ist das Note Edge. Am schlechtesten schneidet das Nexus 5 bei diesem Test ab.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Den von Mozilla entwickelten Kraken-Test absolviert das Galaxy S6 am schnellsten. Dahinter landet das G Flex 2. Mit schon ein wenig Abstand platztiert sich das One M9 auf dem dritten Platz. Die älteren Modelle können bei diesem Test nicht mit dem Galaxy S6 mithalten.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Zieht man sämtliche Platzierungen in den einzelnen Tests unter Berücksichtigung der relativen Abstände zum Spitzenreiter in Betracht, ergibt sich folgendes Leistungsbild: Auf Platz 1 landet das G Flex 2, knapp dahinter das Galaxy S6. Das One M9 kann nicht die Leistung seines Snapdragon-810-Pendants G Flex 2 erzielen und kommt nur auf den dritten Rang. Das Modell zollt Tribut an die Hitzeentwicklung des Snapdragon 810, den HTC offenbar nur durch verstärkte Absenkung von Betriebsspannung und Taktfrequenz im Zaum halten kann. Die Modelle aus den Vorjahren platzieren sich erwartungsgemäß hinter den aktuellen Flaggschiffen.

So viel zur Theorie. In der Praxis sind die Geschwindigkeitsunterschiede nicht so dramatisch. Das System des M9 läuft dank der schlanken Sense-Oberfläche richtig flott und Apps öffnen sich ohne störende Verzögerungen. Auch aufwendigere 3D-Spiele laufen flüssig und fangen auch nicht nach gut einer halben Stunde zum Ruckeln an. Eine Wärmeentwicklung ist aber spürbar.

Kamera

Die wohl größte Neuerung des HTC One M9 ist die rückseitige Kamera . Sie löst nun wie beim Sony Xperia Z3 mit 20 Megapixel auf. Dadurch können Smartphone-Besitzer Bildausschnitte deutlich stärker vergrößern und Fotos beispielsweise auch in ansehnlicher Auflösung im Großformat ausdrucken. Die maximal mögliche Auflösung ist 5376 mal 3752 bei einem Bildformat von 10:7. Bei 16:9 können maximal 5376 mal 3024 Pixel eingestellt werden. Die Linse, die etwas aus dem Gehäuse heraussteht, ist beim neuen Modell mit Saphirglas geschützt und dürfte demnach nun nicht mehr so leicht verkratzen wie beim M8.

HTC One M9 (Bild: HTC).

Die Kamera des HTC One M9 löst nun mit (Bild: CNET).

Trotz besserer Kamera-Technologie und höherer Auflösung als beim Vorgänger kommt das HTC One M9 in Sachen Fotos leider nicht ganz an Samsung oder Apple heran. Sowohl die Kamera des Galaxy S6 als auch die des Apple iPhone 6 sind der Knipse des HTC One M9 knapp überlegen, wie nachfolgende Test-Aufnahmen zeigen. Im Freien waren Bilder mit dem M9 häufig leicht überbelichtet, im Inneren machte sich im Vergleich schneller eine Körnung beziehungsweise ein Rauschen bemerkbar. Zudem benötigte das M9 länger zum Rendern von HDR-Bildern. Beim S6 und iPhone ging dies im Nu. Anhand der nachfolgenden Aufnahmen kann sich aber auch jeder selbst sein eigenes Urteil von der Bildqualität bilden.

Das Kamera-Update, das laut einem Artikel von Phandroid die Qualität der M9-Bilder noch verbessern soll, scheint nur für die USA nötig zu sein. Europäische Geräte sind offenbar von Anfang an mit der neueren Software ausgestattet. Falls es dennoch ein Update geben sollte, werden wir den Artikel aktualisieren.

Die Fotos wurden zum Großteil mit den Automatikeinstellungen und unter gleichen Bedingungen kurz nacheinander aufgenommen. Aufgrund der verschiedenen Bildformate sieht es beim Apple iPhone aber beispielsweise so aus, als wäre man näher am fokussierten Objekt dran, was aber nicht der Fall ist. Die Entfernung ist jeweils gleich. Zwei Aufnahmen wurden mit dem HDR-Modus geschossen. Das erste Foto ist immer vom Galaxy S6, das zweite vom HTC One M9 und das letzte vom iPhone 6. Ein Klick auf ein Bild öffnet es in voller Auflösung.

1. Ein sonniger Tag am Pier

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

2. Ein Blick ins oberste Regal

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

3. Nahaufnahme einer Lilie

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

4. Bunte Äpfel beim Obsthändler

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

5. Das Irish-Pub von nebenan

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

6. Eine Traum-Küche

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

7. Ein sonniger Tag in San Francisco

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 mit HDR-Modus (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 mit HDR-Modus (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 mit HDR-Modus (Foto: CNET)

8. Schwierige Lichtverhältnisse im Restaurant

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 mit HDR-Modus (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 mit HDR-Modus (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 mit HDR-Modus (Foto: CNET)

9. Die Innenstadt bei Nacht

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

10. Im Inneren bei Leuchtstoffröhren-Beleuchtung

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

11. Im Freien bei natürlichem Sonnenlicht

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

12. Ein kleiner Wasserfall

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

13. Stillleben im Studio

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

HTC One M9 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Apple iPhone 6 (Foto: CNET)

Die Kamera-App hat HTC etwas überarbeitet. Sie bietet aber immer noch verschiedene Aufnahmemodi, Einstellungsmöglichkeiten und Bildeffekte.

(Screenshot: CNET).

(Screenshot: CNET).

Mit an Bord sind beispielsweise ein neuer Bokeh-Modus für Unschärfe-Effekte oder eine Option für Passfotos. Der Bokeh-Modus funktioniert allerdings nur bis zu einer Entfernung von 60 Zentimetern zum anvisierten Objekt. Der Passfoto-Mode schießt vier Selfies nacheinander und ordnet sie quadratisch an. Der Modus Split-Aufnahme macht ein Foto mit der Haupt- und der Front-Kamera und vereint diese zu einem Bild. Ein Panorama-Modus ist auch wieder mit an Bord.

(Screenshot: CNET).

(Screenshot: CNET).

Die bisherige Ultrapixel-Technologie setzt die HTC Corporation nun übrigens bei der Front-Kamera ein. Durch den lichtempfindlicheren Bildsensor und die größeren Pixel liefert sie hellere Aufnahmen bei wenig Licht und schießt bessere Selfies als noch das M8. Die Auflösung beträgt 4 Megapixel.

HTC One M9 (Bild: HTC).

Die Front-Cam des HTC One M9 kommt mit der altbekannten Ultrapixel-Technologie (Bild: CNET).

Das Duo-Kamera-System des M8 ist dagegen nicht mehr mit von der Partie. Allerdings werden die meisten die UFocus-Cam wegen dem Software-basierten Bokeh-Modus nicht vermissen, obwohl man damit schönere Effekte erzeugen konnte.

Obwohl die HTC Corporation die neueste Android-Version integriert hat, sind nicht alle neuen Kamera-Funktionen von Googles OS unterstützt. Es fehlt beispielsweise der RAW-Support. Schade ist auch, dass HTC keinen optischen Bildstabilisator (OIS) integriert hat, der Verwackler bei Aufnahmen ausgleicht. Besonders praktisch ist dieser bei Fotos mit längeren Verschlusszeiten, wenn wenig Licht herrscht. Ein merklicher Unterschied zu Geräten mit OIS ist auch beim Aufnehmen von Videos in Bewegung feststellbar. Beim Galaxy S6, iPhone 6 Plus oder Huawei P8 sind diese weit weniger verwackelt.

Das Aufnehmen von Videos klappt mit der rückseitigen Kamera des HTC One M9 nun auch mit einer maximalen Auflösung von 4K. Die Videos sind wie bei vielen Herstellern auf eine bestimmte Zeit beschränkt. Bei HTC sind es 6 Minuten. Beim Xperia Z3 kann man aber beispielsweise auch solange aufzeichnen, bis der Speicher voll ist. Beim Videodrehen wird das HTC One M9 wieder etwas wärmer, das ist aber bei anderen Herstellern ebenfalls zu bemerken und nicht weiter störend. Die Front-Cam filmt wie üblich in Full-HD und reicht für Videotelefonie vollkommen aus.

BoomSound-Lautsprecher

Das HTC One M9 kommt wieder mit Dual-Front-Stereo-Lautsprechern. Im Gegensatz zum HTC One M8 sind diese mit einer BoomSound-Technologie ausgestattet, die HTC in Kooperation mit Dolby entwickelt hat. Über die Einstellungen können Anwender zwischen einem Modus für Musik und einem Theater-Mode für Videos und Spiele wählen, mit dem der Sound vielleicht noch etwas lauter und voller klingt. Ansonsten klingen die Lautsprecher genauso gut wie auch schon beim One M8 und besser als die Mono-Lautsprecher der Konkurrenz von Samsung & Co. Allerdings muss man auch eingestehen, dass die anderen Hersteller in Sachen Sound etwas aufgeholt haben.

HTC One M9 (Bild: HTC).

Ein Highlight des HTC One M9 sind wieder die Stereo-Lautsprecher auf der Front (Bild: CNET).

Kommunikation & Sensoren

In Sachen Funktechnik bietet das HTC One M9 LTE Cat 9 mit bis zu 450 MBit/s im Download. Wie üblich gesellen sich auch HSPA+ mit 42 beziehungsweise 21 MBit/s dazu. Zudem sind WLAN nach 802.11 a/b/g/n/ac, Dual-Band-WiFi sowie das noch schnellere Gigabit WiFi, Bluetooth 4.1, GPS, Glonass, NFC, HDMI, MHL 3.0 und DLNA mit an Bord. Einen Infrarotsensor gibt es auch wieder. An weiteren Sensoren hat HTC wie üblich einen Beschleunigungs-, Näherungs-, Umgebungslicht-, Kompass- und Gyrosensor integriert. Zudem bringt das neue HTC One M9 das Smart-Sensor-Hub für die Motion Launch Gesten sowie einen Magnetsensor mit. Mobilfunk- beziehungsweise WLAN-Empfang sowie Sprachqualität konnten im Test voll überzeugen.

Akkulaufzeit

Die Akku-Kapazität hat HTC von 2.600 auf 2.840 mAh erhöht. Im CNET-Labs-Test, bei dem ein HD-Video in einer Dauerschleife über das Display flimmert, hat das HTC One M9 allerdings schlechter abgeschnitten als der Vorgänger. Während dieser 9 Stunden und 52 Minuten durchhält, waren es beim M9 nur knapp über 8,5 Stunden – und somit fast 80 Minuten weniger als beim letztjährigen Flaggschiff. Das Samsung Galaxy S6 hat beispielsweise 12,4 Stunden geschafft, kam aber auch nicht an die noch besseren 15 Stunden und 18 Minuten des Galaxy S5 heran. Das G Flex 2, das wie das M9 mit einem Snapdragon 810 ausgestattet ist, hat ebenfalls etwas bessere Ergebnisse erzielt. Zu beachten ist, dass der Test nun unter Android Lollipop und nicht mehr KitKat durchgeführt wurde.

Im Alltag kommt man bei durchschnittlicher Nutzung und einer Screen-On-Time von rund 5,5 bis 6 Stunden dennoch über den Tag. Nach einer halben Stunde Surfen im LTE-Netz, einem 25-minütigen Youtube-Clip über WLAN, 15 Minuten fotografieren und knapp 10 Minuten durch Menüs klicken ist der Akkustand von 100 auf 75 Prozent gefallen. Die Display-Helligkeit war im Automatikmodus auf den maximalen Wert eingestellt. Wer den Bildschirm dimmt, der kommt noch etwas länger über die Runden. Zudem bringt das M9 auch wieder den extremen Energeisparmodus mit, der äußert hilfreich ist, wenn die Kapazität knapp wird, man aber noch für einen Anruf erreichbar bleiben muss.

(Screenshot: CNET).

Mit dem Energiesparmodus lässt sich etwas Strom sparen (Screenshot: CNET).

Insgesamt ist Akkulaufzeit des HTC One M9 damit aber nicht überragend und im Vergleich zum Vorgänger leider auch nicht gestiegen. In unserem Videotest hat es sogar schlechter abgeschnitten. Mit der High-End-Konkurrenz wie dem Galaxy S6 kann es ebenfalls nicht ganz mithalten.

Geladen wird der Akku des HTC-Smartphones wie üblich per microUSB-Kabel. Dank Qualcomms Fast-Charging-Technologie (Version 2.0) lässt sich das Gerät wieder recht schnell aufladen. Laut HTC füllt sich der Akku nach einer halben Stunde an der Steckdose zu 60 Prozent. Leider ist dafür wieder ein spezielles Netzteil notwendig, das nicht im Lieferumfang enthalten ist. Mit dem Standard-Ladegerät kamen wir auf gut 25 Prozent in 30 Minuten.

Auswechseln lässt sich der Akku des HTC One M9 wie bei den Vorgängern und auch beim neuen Galaxy S6 nicht ohne weiteres. Sollte der Akku irgendwann an Leistung verlieren oder komplett den Geist aufgeben, muss man das Gerät in Reparatur geben, was natürlich mehr Kosten verursacht als bei Geräten mit abnehmbarer Rückseite.

Android OS & HTC Sense 7

Als Betriebssystem kommt das aktuellste Android 5.0.2 Lollipop zum Einsatz, das auch schon alle Fixes des zweiten Lollipop-Updates integriert. HTC hat auf dem M9 wie übliche seine hauseigene Sense-Oberfläche installiert. Die neue Version Sense 7 bietet unter anderem erweiterte Möglichkeiten zur Anpassung des Themes sowie eine Art Ordner-Widget, das Apps passend zum Standort des Nutzers anzeigt.

(Screenshot: CNET).

Sense 7 auf dem HTC One M9 (Screenshot: CNET).

Die Oberfläche von Sense 7 sieht sieht im Grunde fast so aus wie die von Sense 6 auf dem M8 und ist damit wieder genauso einfach und ansprechend gehalten wie zuvor. Wie üblich belegt das Blinkfeed den ganz linken Homescreen, kann bei Bedarf aber auch abgeschaltet werden.

(Screenshot: CNET).

HTC-Besitzer können beim M9 die Oberfläche mittels Themes anpassen (Screenshot: CNET).

Die neue Sense-Version bringt erweiterte Anpassungsmöglichkeiten ähnlich den Sony-Xperia-Geräten mit. Es stehen eine Reihe von Themes zur Auswahl, die den Großteil der Oberfläche inklusive Hintergrundbild, Farbschema, App-Symbolen, Tönen und Schriften in Einstellungen und Apps verändern. Je nach Geschmack lassen sich Hintergrund, Symbole, Schriften oder Töne auch separat anpassen. Aktuell stehen schon viele Themes zur Auswahl und es werden von Tag zu Tag mehr.

(Screenshot: CNET).

Beispiel-Themes (Screenshot: CNET).

Eine weitere Neuerung ist ein Ordner-Widget auf dem Homescreen, das Apps abhängig vom Standort des Smartphone-Besitzers anzeigt. Befindet man sich in der Arbeit, zeigt es andere Anwendungen an, als wenn man zu Hause oder unterwegs ist. Dazu muss man die jeweiligen Orte einmalig festlegen und dann natürlich stets den Standortdienst aktiviert lassen. Das Widget zeigt daraufhin, die Anwendungen an, die man bei der Arbeit am ehesten gebrauchen kann wie zum Beispiel Google Drive, die E-Mail-App oder den Kalender. Zu Hause hält es dann beispielsweise Youtube oder die Musik-App bereit. Mit der Zeit lernt das neue Sense-Widget auch die Nutzungsgewohnheiten des Smartphone-Besitzers und passt die Darstellung entsprechend der häufiger gebrauchten Apps an. Daneben hält es auch noch Vorschläge für neue Apps parat.

Ansonsten bringt das HTC One M9 alle neuen Lollipop-Funktionen mit. Dazu zählt beispielsweise das neue “Material Design“, der verbesserte Sperrbildschirm und Pop-up-Benachrichtigungen außerhalb der Statusleiste. Zudem enthält es neue Features wie Screen-Pinning oder neue Sicherheitsfunktionen. Mit der Smart Lock genannten Funktion können Nutzer ihr Gerät beispielsweise auch an einem vertrauenswürdigen Standort automatisch entsperren.

HTC One M9 (Bild: HTC).

HTC One M9 (Bild: CNET).

Fazit

Das HTC One M8 war vor allem dank seines wunderschönen Metallgehäuses eines der besten Smartphones des Jahres 2014. Beim M9 hat HTC das hochwertige und edle Design beibehalten, womit es sich wieder zu den schönsten Smartphones am Markt zählt, auch wenn man das Design im Grunde schon aus dem letzten Jahr kennt. Auch die Hardware hat HTC aktualisiert und dem Gerät mehr Leistung und mehr Speicher spendiert. Auch die Kamera bietet nun endlich eine höhere Auflösung als zuvor. Die Software hat mit dem Theme-Support und dem neuen Homescreen-Widget wieder ein paar nette zusätzliche Funktionen erhalten und ist auch beim M9 wieder genauso flott und benutzerfreundlich, wie man es von HTC gewöhnt ist.

Nachdem nun aber immer mehr Hersteller auf hochwertige Materialien setzen, kann sich HTC in diesem Jahr nicht mehr so deutlich beim Design von der Konkurrenz absetzen. Unter Dauerlast kann das HTC One M9 zudem das Leistungsplus nicht abrufen und muss sich insgesamt in Sachen Leistung dem Galaxy S6 geschlagen geben. In den zwei Bereichen, die für viele Smartphone-Besitzer am wichtigsten sind, kann das HTC One M9 im Vergleich zu den großen Konkurrenten Samsung und Apple leider auch nicht ganz mithalten. Trotz neuer Kamera-Technologie schießt das Smartphone der HTC Corporation immer noch nicht so gute Fotos wie das iPhone oder das S6. Auch in Sachen Akkulaufzeit hat sich das HTC One M9 nicht verbessert und liegt hinter dem neuen Samsung-Flaggschiff. Den Preispunkt hat HTC ebenfalls nicht auf seiner Seite, denn mit einer UVP von 749 Euro ist es teurer als das Galaxy S6 mit identischer Speichergröße.

Käufer des HTC One M9 sollten daher besonderen Wert auf das luxuriöse und hochwertige Design legen und das edle Metallgehäuse des Gerätes besonders zu schätzen wissen. Pluspunkte sind zudem die Boomsound-Lautsprecher und ein microSD-Kartenslot. Wer bereits ein HTC One M8 besitzt, muss über einen Kauf des M9 im Grunde nicht nachdenken, da sich das Gerät im Vergleich zum Vorgänger nicht entscheidend genug weiterentwickelt hat.

[Mit Material von Andrew Hoyle, CNET.com]

Autor: Christian Schartel
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