Leistungs-Test: Samsung Galaxy S6 vs HTC One M9

Das Samsung Galaxy S6 liegt im Benchmark-Test vor dem HTC One M9, belegt aber überraschenderweise nicht den ersten Platz. Welches Smartphone noch besser abschneidet als das neue Samsung-Flaggschiff, das verrät folgender Test.

Mit dem Galaxy S6 und One M9 haben Samsung und HTC Anfang März ihre neuen Flaggschiffe für das Jahr 2015 vorgestellt. Nach einem ausführlichen Test der Kameras beider neuen Top-Smartphones, haben wir beide Geräte auch in Sachen Leistung miteinander verglichen. Unsere Schwesterseite ZDNet.de hat das Galaxy S6 und das HTC One M9 einem ausführlichen Benchmark-Test unterzogen und deren Rechen- und Grafikleistung, Flashspeichergeschwindigkeit sowie Webperformance geprüft.

(Bild: CNET).

Das Samsung Galaxy S6 liegt im Benchmark-Test vor dem HTC One M9, belegt aber überraschenderweise nicht den ersten Platz. Welches Smartphone noch besser abschneidet als das neue Samsung-Flaggschiff, das verrät folgender Test (Bild: CNET).

Unterschiedliche Hardware

Beim Galaxy S6 hat Samsung nicht wie üblich auf einen Chip von Qualcomm gesetzt, sondern sein Flaggschiff dieses Mal in allen Märkten mit seinem hauseigenen Prozessor Exynos 7420 mit 2,1 GHz Takt und ARM-Mali-T760-GPU ausgestattet, da Qualcomms neues High-End-SoC offenbar mit einer höheren Wärmeentwicklung zu kämpfen hat. HTC setzt weiter auf das neue Top-Modell von Qualcomm und verbaut den Snapdragon 810 mit maximal 2 GHz Takt und einer Adreno-430-GPU. Zum weiteren Vergleich dienen in den Tests außerdem das LG G Flex 2, das ebenfalls von dem Snapdragon 810 angetrieben wird, sowie das Samsung Galaxy Note Edge mit Snapdragon 805, das LG G3 mit Snapdragon 801 und das Google Nexus 5 mit Snapdragon 800.

Hitzentwicklung & Drosselung

Die neuesten Prozessoren verfügen inzwischen nicht mehr über vier, sondern acht Rechenkerne. Werden diese intensiv genutzt, erhitzen sie sich sehr stark. Bei Tests wurden beispielsweise 55 Grad Celsius auf der Oberfläche des neuen HTC-Flaggschiffs M9 gemessen. Um zu verhindern, dass Geräte derart heiß werden, befinden sich in den Prozessoren daher eine Regelung, die die Betriebsspannung und die Taktfrequenz dementsprechend anpasst. In der noch nicht finalen Software des HTC One M9 war diese wohl noch nicht richtig integriert. Deshalb kam es auch zu einer derartigen Hitzeentwicklung. Mit einem Software-Update hat HTC dies inzwischen behoben. Eine Funktion zum Herunterregeln der CPUs ist aber nicht nur bei Qualcomm-Chips integriert, sondern auch bei anderen Herstellern wie Samsung. Dennoch hat das Ausmaß natürlich Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Bei den einen Chips ist eine Drosselung mehr, bei anderen weniger Notwendig. Der Benchmark-Test von ZDNet.de zeigt, wie stark der Leistungseinbruch sein kann.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Hierfür wurde der Benchmark Basemark OS II insgesamt fünf Mal gestartet. Aufgrund der Hitzeentwicklung reduzierte sich das Gesamtergebnis bei allen Geräten nach jedem Durchlauf. Die aktuellen Smartphone-Modelle mit Snapdragon 810, das LG G Flex 2 und das HTC One M9, sind davon aber wie zu erwarten am stärksten betroffen. Bei starker Belastung sind sie kaum schneller als Geräte aus den Vorjahren. Der im Samsung Galaxy S6 eingesetzte Exynos-Prozessor bringt dagegen auch unter starker Belastung noch gute Leistungswerte.

Rechenleistung, Flashspeichergeschwindigkeit & Grafik

(Grafik: ZDNet.de):

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Der Test „System“ des Benchmarks Basemark OS II überprüft die Rechenleistung der Geräte. Hierfür müssen die Probanden mathematische Aufgaben lösen und XML-Daten verarbeiten. Die Tests verwenden dabei einen wie auch sämtliche Rechenkerne. Mit großem Abstand kann sich das Samsung Galaxy S6 an die Spitze des Gesamtklassements setzen. Auf dem zweiten Platz landet das mit Snapdragon 810 ausgestattete G Flex 2 von LG. Überraschend stark präsentiert sich das G3, ebenfalls von LG, auf Rang drei. Erst dann folgt das HTC One M9, dessen Snapdragon 810 unter Last offenbar stärker eingebremst wird als dies beim G Flex 2 der Fall ist. Womöglich ist dies beim G Flex 2 aufgrund des weniger wärmeleitfähigen Kunststoffgehäuses nicht in diesem Ausmaß notwendig.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Anders als der Name „Memory“ vermuten lässt, wird bei diesem Test nicht die RAM-Geschwindigkeit getestet, sondern die Leistung des Flashsspeichers.
Es ist bekannt, dass im Samsung Galaxy S6 besonders leistungsfähiger Flashspeicher zum Einsatz kommt. Dieser basiert auf dem Standard UFS 2.0, der deutlich mehr Daten in der gleichen Zeit übertragen kann wie die bisher in Smartphones genutzten eMMC-Module. Damit soll der interne Speicher des Galaxy S6 nun fast so schnell wie eine SSD sein. Überraschenderweise belegt in diesem Test aber nicht das Samsung-Flagsschiff Platz 1, sondern das G Flex 2. Offenbar arbeitet das LG-Smartphone auch mit UFS-2-Flashspeicherzellen. Im Vergleich zum restlichen Testfeld sind die beiden jedenfalls erheblich schneller.

(Grafik: ZDNet.de):

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Im Grafiktest können sich die beiden Full-HD-Smartphones mit Snapdragon 810 LG G Flex 2 und HTC One M9 vor dem Galaxy S6 platzieren. Selbst das Galaxy Note Edge ist bei diesem Test noch schneller als das neue Samsung-Flaggschiff, obwohl es ebenfalls über eine QHD-Auflösung verfügt.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Der Test „Web“ untersucht die Leistungsfähigkeit der Smartphones hinschtlich der Browsing-Performance unter Berücksichtigung von CSS-3D-Transformationen und HTML5-Canvas sowie CSS-Resize-Tests. Als schnellstes Smartphone-Modell zeigt sich bei diesem Test wieder das LG G Flex 2. Allerdings sind die Leistungsunterschiede, abgesehen vom Nexus 5 aus dem Jahr 2013, nicht sonderlich groß.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Wie schon im ersten Test belegt das Galaxy S6 auch bei der Rechenleistung eines einzelnen CPU-Kerns den ersten Platz. Schon mit etwas Abstand platziert sich das G Flex 2 im Geekbench auf Rang zwei. Das HTC One M9 ist bei diesem Test kaum schneller als das Galaxy Note Edge.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Im Geekbench-Test „Multi-Core“, der mithilfe zahlreicher Verfahren die Rechengeschwindigkeit der Geräte unter Zuhilfenahme sämtlicher Rechenkerne ermittelt, kann das Galaxy S6 wie schon beim Basemark OS II System klar den ersten Platz erzielen. Auf den Rängen zwei und drei platzieren sich die Snapdragon-810-Geräte G Flex 2 und HTC One M9.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Für die weitere Beurteilung in Sachen 3D-Performance verwendet ZDNet.de den Test Manhattan On- und Off-Screen aus dem GFX Bench. On-Screen bedeutet, dass die 3D-Bilder tatsächlich auf das Display gerendert werden. Im Unterschied zur Off-Screen-Variante, die die theorethische Leistung der GPU mit einer bestimmten Auflösung ermittelt, gibt der On-Screen-Test die 3D-Leistung in Abhängikeit der Display-Auflösung wieder. Dieser Wert ist vor allem dann interessant, wenn Spiele nur in der nativen Auflösung des Displays betrieben werden könnnen.

Die beiden Snapdragon-810-Modell belegen bei diesem Test klar den ersten Platz. Allerdings dürften sie die Spitzenplätze nur deshalb einnehmen, da sie lediglich Full-HD-Auflösung bieten, während das Samsung Galaxy S6 mit 2560 x 1440 Pixel deutlich mehr leistet.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de)

Webperformance

Bei der Off-Screen-Leistung kann sich das Galaxy S6 knapp vor der Snapdragon-810-Konkurrenz platzieren. Die Mali-GPU ist also bei gleicher Auflösung nicht schlechter als die Adreno 430, die in den beiden Snapdragon-810-Modellen G Flex 2 und One M9 zum Einsatz kommt.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Mit den nächsten vier Tests untersucht ZDNet die Leistung bei der Verarbeitung von JavaScript-Code. Damit die Werte nicht durch den Einsatz unterschiedlicher Browser beeinflusst werden, kommt für diesen Test auf allen Geräten Firefox 37 zum Einsatz.

Der Peacekeeper-Test ermittelt die JavaScript-Leistung der Smartphone unter Verwendung von Code populärer Websites wie YouTube, Facebook und Google Mail. Da auch graphische Tests und das Abspielen von Videos erfolgen, beeinflusst die Auflösung das Ergebnis. Daher erreicht anders als bei meisten bisherigen Tests das Samsung Galaxy S6 nicht ganz die Leistung der Snapdragon-810-Geräte G Flex 2 und One M9. Auch die Modelle G3 und Galaxy Note Edge zollen für ihre hohe Auflösung Tribut und landen zum Teil noch hinter dem von der reinen CPU her leistungsschwächeren Nexus 5.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Den von Google entwickelten Octane-Test bewältigt mit klarem Abstand das G Flex 2 am schnellsten. Auf Platz zwei landet das S6, dicht gefolgt von One M9, Nexus 5 und Galaxy Note Edge. Das G3 kann überraschenderweise bei diesem Test nicht mithalten.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Im Sunspider-Test belegt das G Flex 2 wiederum den ersten Platz. Knapp dahinter folgen G3 und One M9. Das S6 landet nur auf dem dritten Rang. Nur wenig langsamer ist das Note Edge. Am schlechtesten schneidet das Nexus 5 bei diesem Test ab.

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Den von Mozilla entwickelten Kraken-Test absolviert das Galaxy S6 am schnellsten. Dahinter landet das G Flex 2. Mit schon ein wenig Abstand platztiert sich das One M9 auf dem dritten Platz. Die älteren Modelle können bei diesem Test nicht mit dem Galaxy S6 mithalten.

Fazit

(Grafik: ZDNet.de):

(Grafik: ZDNet.de):

Zieht man sämtliche Platzierungen in den einzelnen Tests unter Berücksichtigung der relativen Abstände zum Spitzenreiter in Betracht, ergibt sich folgendes Leistungsbild: Auf Platz 1 landet das G Flex 2, knapp dahinter das Galaxy S6. Das One M9 kann nicht die Leistung seines Snapdragon-810-Pendants G Flex 2 erzielen und kommt nur auf den dritten Rang. Das Modell zollt Tribut an die Hitzeentwicklung des Snapdragon 810, den HTC offenbar nur durch verstärkte Absenkung von Betriebsspannung und Taktfrequenz im Zaum halten kann. Die Modelle aus den Vorjahren platzieren sich erwartungsgemäß hinter den aktuellen Flaggschiffen.

[Mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

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