Start-up Linx: Apple hat den Hersteller von Kamerasensoren übernommen

Die extrem kleinen Kameramodule für Smartphones und Tablets, die Linx entwickelt, sind auch in der Lage räumliche Daten zu erfassen, die ein nachträgliches Fokussieren ermöglichen. Der Kaufpreis soll 20 Millionen Dollar betragen.

Wie das Wall Street Journal berichtet, hat Apple das Start-up Linx, das Kamerasensoren für Smartphones und Tablets entwickelt, für 20 Millionen Dollar übernommen. Die Sensoren des israelischen Unternehmens sind besonders dünn und sollen Funktionen bieten, die bisher digitalen Spiegelreflexkameras vorbehalten waren.

Linx-Sensor Trio (Bild: Linx)

Linx-Sensor Trio (Bild: Linx)

Kameramodule von Linx sind in der Lage durch die Kombinationen mehrerer Sensoren, die laut Herstellerangaben auch „sehr genaue räumliche Informationen“ wie beispielsweise die Abmessungen eines 3D-Objekts erfassen und sogar die Erstellung von dreidimensionalen Fotos erlauben, mehrere Bilder gleichzeitig aufzunehmen.

Laut Linx sind die Module deutlich kleiner sind als andere marktübliche Handy-Kameras und sollen „neue Maßstäbe“ für die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen setzen. Zudem unterstützen sie Funktionen wie High Dynamic Range Image (HDR) und eine geringe Auslöseverzögerung.

Apps können alle 3D-Informationen seiner Sensoren uneingeschränkt nutzen können, verspricht Linx auf seiner Website. Das ermögliche das Entfernen von Bildhintergründen in Echtzeit für Videoanrufe und auch das nachträgliche Fokussieren.

Apple verbaut seit Jahren Kameramodule von Sony in seinen iPhones. Die Apple-Smartphones zählen zumindest laut Flickr nicht nur zu den beliebtesten Fotohandys, Apple ist auch die beliebteste Kameramarke in der Flickr-Community, vor Canon, Samsung, Nikon und Sony. In einem im März durchgeführten Blindtest von Phone Arena lagen das Nokia Lumia 930 und Samsung Galaxy Note 4 jedoch vor Apples iPhone 6 Plus.

Ob Apple künftig wie bei Mobilprozessoren auch bei Kamerasensoren auf Eigenentwicklungen setzt, bleibt abzuwarten. Schon 2013 hatte das Unternehmen aus Cupertino rund 360 Millionen Dollar für das aus Israel stammende PrimeSense ausgegeben, das als Lieferant des 3D-Sensors für Microsofts Bewegungssensor Kinect bekannt wurde.

Intel hat mit RealSense 3D eine ähnliche Technik entwickelt. Kürzlich hat CEO Brian Krzanich auf einer Firmenveranstaltung in China eine verkleinerte Version der 3D-Kamera präsentiert. Sie soll auch in Smartphones verwendet werden. Druch die Verkleinerung sei auch der Strombedarf reduziert worden. Krzanich zeigte zunächst die 3D-Kamera im Vergleich mit dem etwa doppelt so großen Vorgänger und dann das 6-Zoll-Smartphone eines ungenannten chinesischen Herstellers, in dem sie verbaut wurde. Die Kamerafunktionen führte er dabei jedoch nicht vor. “Intel hat offenbar die eine Hälfte der Herausforderung – die Miniaturisierung – bewältigt”, zitiert die BBC dazu Chris Green von der Beratungsfirma Davies Murphy Group. “Aber unklar ist noch immer, ob es auch den Stromhunger eindämmen konnte.” Es sei eine Sache, die Kamera in einem Notebook mit einer großen Batterie zu verbauen – ein Mobiltelefon aber müsse damit mindestens einen Tag durchhalten.

Laut Wall Street Journal wurde Linx 2011 von Ziv Attar und Andrey Tovchigrechko gegründet. Attar habe zuvor beim israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems als Spezialist für optische Systeme gearbeitet. Tovchigrechko wiederum habe bei Samsung ein Team geführt, das sich mit der Entwicklung von Algorithmen beschäftigt habe.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

 

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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