WhatsApp Call: VoIP-Funktion jetzt für iOS verfügbar

WhatsApp Call ist in die Version 2.12.1 integriert und soll langsam in den nächsten Wochen aktiviert werden. Unterstützt wird auch die Share Extension von iOS 8. WhatsApp lässt darüber hinaus nun die Bearbeitung von Kontakten direkt in der App zu.

WhatsApp Call erlaubt es Nutzern, kostenlos mit ihren Freunden zu telefonieren. Die App nutzt dafür die Internetverbindung eines Geräts. Es fallen also keine Gebühren für Sprachminuten im Mobilfunknetz an, jedoch für die Nutzung der Datenverbindung.

Logo WhatsApp (Bild: WhatsApp)

Wie versprochen hat WhatsApp jetzt seine iOS-App um die WhatsApp Call genannte Voice-over-IP-Funktion erweitert. Sie ist in der gestern veröffentlichten Version 2.12.1 der App enthalten. Möglicherweise steht sie aber nach der Installation des Updates noch nicht allen Nutzern zur Verfügung. „WhatsApp Call wird in den nächsten Wochen langsam aktiviert“, heißt es dazu in den Versionshinweisen.

Unterstützt wird nun auch die die Share Extension von iOS 8. Fotos, Videos und Links lassen sich nun aus anderen Apps heraus direkt mit WhatsApp verschicken. Neu ist auch der Kamera-Schnellzugriff in Chats. „Du kannst jetzt Fotos und Videos aufnehmen oder schnell und einfach ein kürzlich aufgenommenes Foto oder Video aus den Alben wählen“, schreibt WhatsApp.

WhatsApp erlaubt darüber hinaus nun die Bearbeitung von Kontakten direkt in der App. Das Update bietet auch die Möglichkeit, Videos zu drehen und zu beschneiden sowie mehrere Videos auf einmal zu senden.

WhatsApp verfügte zwar auch schon über ein Telefon-Icon, dieses rief aber lediglich die Telefon-App des Smartphones auf. Durch die VoIP-Funktion zieht die Facebook-Tochter WhatsApp nun mit Facebook Messenger, der anderen Messaging-App des Social Network, und auch Anbietern wie Skype und Viber gleich. In seine Android-App hatte WhatsApp die Funktion schon Anfang des Monats integriert.

WhatsApp sorgt nicht nur für positive Schlagzeilen. Der Dienst steht häufig in der Kritik von Datenschützern. Wissenschaftlichen Studien belegen, dass WhatsApp nur über einen unzureichenden Datenschutz verfügt. “Ich weiß genau, dass du während der Arbeit chattest!”, bringen Informatiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) eine Schwachstelle auf den Punkt. Als grundlegendes Problem machte die Forschergruppe die enge Verknüpfung von Telefonnummer und Nutzeridentität bei Smartphone-Messengern aus. Das sollte es mühelos erlauben, mit anderen Teilnehmern augenblicklich in Verbindung zu kommen, ohne eine umständliche Einrichtung oder das formelle Einholen einer Zustimmung. Diese Bequemlichkeit setzt jedoch das Hochladen der vollständigen Adressbücher der Nutzer voraus, um bestimmen zu können, welche Kontakte über den jeweiligen Messenger-Dienst erreichbar sind.

WhatsApp musste hierzulande Anfang 2014 eine Abwanderung von Teilen seiner Nutzerschaft hinnehmen. Nach Bekanntwerden der Übernahmepläne durch Facebook konnte WhatsApp-Konkurrent Threema seine Nutzerzahl innerhalb von 24 Stunden auf 400.000 verdoppeln. Wenige Wochen später betrug sie 2,8 Millionen. Offenbar sorgen sich besonders deutsche Anwender um ihre Privatsphäre, die sie durch die Übernahme durch Facebook bei WhatsApp gefährdet sahen. Anderswo scheinen solche Bedenken keine große Rolle zu spielen. Trotz Übernahme durch Facebook vermeldete WhatsApp in der vergangenen Woche einen Anstieg auf insgesamt 800 Millionen aktive Anwender. Durchschnittlich verarbeitet die Facebook-Tochter 30 Milliarden Nachrichten täglich.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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