Snapchat entwickelt sich zum Anbieter eigener Inhalte

Peter Hamby von CNN kommt als künftiger Leiter. Mit Discover hat Snapchat schon eine Nachrichtenberichterstattung, die aber Partner beisteuern. In den vergangenen Jahren haben auch Facebook und LinkedIn namhafte Journalisten eingestellt.

Wie Politico berichtet, hat Snapchat den angesehenen CNN-Politikberichterstatter Peter Hamby von CNN als Chef einer Nachrichtenredaktion angeworben. Parallel soll er aber noch bis ins nächste Jahr hinein weiter für CNN tätig sein, wo er acht Jahre arbeitete. Hamby hatte unter anderem als Embedded-Journalist Wahlkampagnen in den Jahren 2008 und 2012 begleitet. 2016 steht erneut eine US-Präsidentschaftswahl an.

Hamby verfasste zudem ein Buch mit dem Titel „Did Twitter Kill the Boys on the Bus?“ (PDF), das sich mit Veränderungen im Verhältnis zwischen Politikern und Reportern durch Social Media befasst.

Vergangenes Jahr hatte Snapchat schon Ellis Hamburger von The Verge eingestellt – einen Reporter, der häufig über den Dienst selbst berichtete. Wie Mashable anmerkt, holen aber auch andere Social Networks zunehmend Journalisten: Beispielsweise ist Liz Heron vom Wall Street Journal inzwischen bei Facebook tätig, und Dan Roth von Fortune.com wechselte zu LinkedIn.

Snapchat-Logo

„Snapchat ist eine der aufregendsten jungen Firmen weltweit“, erklärte Hamby gegenüber Politico. „Sie haben ein großes, wachsendes Publikum, und Discover ist ein riesiger Erfolg. Ihre Live-Geschichten zu großen Veranstaltungen, sowohl hier als auch im Ausland, das Potenzial, den User an einen anderen Ort zu bringen – wir sehen da einige Anwendungsmöglichkeiten im Nachrichtenbereich.“

Das erwähnte Discover ist ein im Januar bei Snapchat eingeführter Dienst. In seinem Rahmen liefert es Multimedia-Inhalte zu den wichtigsten Nachrichten des Tages aus: Fotos, Videos und Artikel von namhaften Verlagen. Die Verlage bringen die Inhalte ein, Snapchat die User.

Comscore hatte im August 2014 ermittelt, dass Snapchat im Bereich der für Werbetreibende besonders interessanten Zielgruppe zwischen 18 und 34 Jahren die drittbeliebteste Social-Media-App stellt – hinter Facebook und dessen Bilderdienst Instagram. An Problemen mit dem Datenschutz in einer App, die Bilder angeblich nach dem Ansehen sofort löscht und somit besonders vertrauenswürdig erscheint, scheinen sie sich weniger zu stören. Durch ein Verbot von Drittanbieter-Apps konnte Snapchat im Herbst einige der größten Löcher aber stopfen. Eine Lücke einer Fremd-App hatte im Oktober die Publikation von rund 100.000 „flüchtigen“ Fotos und Videos ermöglicht.

Snapchat hat unter anderem durch die Einführung eines simplen Bezahldiensts gezeigt, dass es sich breiter aufstellen wird. Der nur innerhalb der USA mögliche Transfer erfolgt in Form einer Nachricht, die aus einem Dollarzeichen gefolgt vom Betrag besteht. Es steht nach einer Übernahme aber angeblich auch vor dem Eintritt in den Markt für Virtual-Reality-Brillen.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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