Microsoft Windows 10: auch Android- und iOS-Apps lassen sich ausführen

Microsoft öffnet Windows 10 tatsächlich für Anwendungen konkurrierender Unternehmen. iOS-Entwicklern stellt Microsoft einen neuen Compiler zur Verfügung und Android-Entwickler können ihre Java- und C++-Apps künftig in Form von APK-Dateien für den Windows Store einreichen.

Eine entsprechende Ankündigung wurde zwar im Vorfeld der Veranstaltung zwar bereits vermutet, jetzt hat Microsoft diesen Schritt auf der Build auch tatsächlich angekündigt. Android- und iOS-Entwickler sollen damit ohne großen Aufwand in die Lage versetzt werden, ihre Apps für Windows 10 anzupassen und im Windows Store zu veröffentlichen. Im Fall von Android erhält Windows 10 sogar eine Funktion, die das Android Open Source Project (AOSP) als Subsystem ausführt.

Startbildschirm von Windows 10 für Smartphones (Bild: Nate Ralph/CNET)

Startbildschirm von Windows 10 für Smartphones (Bild: Nate Ralph/CNET)

Android-Entwickler können künftig Versionen ihrer in Java oder C++ geschriebenen Apps in Form von APK-Dateien für den Windows Store einreichen. „Einige Leute werden das vielleicht Emulation nennen“, sagte Terry Myerson, President der Operating Systems Group bei Microsoft. „Aber es ist wirklich ein Subsystem, auch wenn es hier einige Aspekte der Emulation gibt.“

Microsoft hat für iOS-Apps einen Objective-C-Compiler entwickelt, der es Entwicklern erlaubt, ihre Anwendungen neu zu kompilieren, damit sie unter Windows 10 laufen. Der Compiler steht ihnen ab sofort zur Verfügung.

Dass die an Windows 10 angepassten Android- und iOS-Apps auch spezielle Windows-Funktionen unterstützen, stellt einen weiteren Vorteil für Entwickler dar. Als Beispiele nennt Microsoft die Integration von Cortana und Xbox Live. Sie lassen sich um In-App-Käufe erweitern und unterstützen auch Live-Kacheln.

„Die Idee ist, mit Ihrer vorhandenen Code-Basis zu starten und sie dann auszubauen“, sagte Myerson. Allerdings positioniert Microsoft die Apps der Android- und iOS-Entwickler nicht für die Desktop-Version von Windows 10, da die meisten der für ARM-Prozessoren entwickelten Programme die Eingabe per Maus und Tastatur nicht unterstützen.

Dem Softwarekonzern geht es stattdessen darum, mit Windows 10 die App-Lücke zu schließen. Ende September 2014 gab es laut Microsoft rund 340.000 Apps für Windows Phone. Nutzer von Android- und iOS-Geräten konnten zu dem Zeitpunkt in ihren jeweiligen Marktplätzen jedoch zwischen 1,3 Millionen Anwendungen wählen.

Die jetzt vorgestellten Neuerungen sollen das Interesse von Android- und iOS-Entwicklern wecken, auch für die Windows-Plattform zu arbeiten, um neue Kunden zu gewinnen. Dazu soll auch die Universal App Platform beitragen, die Microsoft im März als „Obermenge von WinRT“ bezeichnet hatte. WinRT wiederum ist die Laufzeitumgebung von Windows 8 und Windows RT. Universal Apps sollen auf allen Versionen des Betriebssystems laufen und auf allen Gerätetypen – von PCs und Notebooks über Smartphones bis hin zur Xbox.

Darüber hinaus erlaubt Microsoft künftig auch .NET- und Win32-Anwendungen im Windows Store. Mithilfe von Microsofts Virtualisierungstechnik App-V sollen sie auch in einer Sandbox innerhalb eines Virtualisierungs-Containers ausgeführt werden. Angesichts von laut Microsoft 16 Millionen Win32- und –NET-Apps, die monatlich benutzt werden, könnte sich die Zahl der Anwendungen im Windows Store schon bald deutlich erhöhen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Tipp: Wie gut kennen Sie Windows? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Microsoft Windows 10: auch Android- und iOS-Apps lassen sich ausführen

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *