Apple Watch: Geheimer 6-Pin-Port ermöglicht Akku-Packs im Armband

Mit dem von Reserve Strap entwickelten Akku-Armband, das den versteckten 6-Pin-Port der Apple Watch nutzt, soll die Uhr schneller laden als über den herkömmlichen Magnetanschluss und eine Akkulaufzeit von rund 40 Stunden bieten.

Die Akkulaufzeit ist bekanntlich nicht die große Stärke von Smartwatches – und auch nicht die der Apple Watch. In unserem ausführlichen Test der Armbanduhr aus Cupertino kritisierten auch wir, dass der Akku der Apple Watch kaum einen Tag hält. Dies könnte sich künftig aber ändern, wie die Webseite 9to5Mac berichtet. Demnach wurde nun durch Experimente herausgefunden, dass der bereits vor gut einem Monat entdeckte 6-Pin-Anschluss, der sich unter dem Armband der Uhr versteckt und zur Diagnose dient, tatsächlich zum Aufladen der Uhr verwendet werden kann. Über den Port soll die Apple Watch sogar schneller geladen werden können als über den herkömmlichen Magnet-Anschluss.

(Bild: CNET).

Mit dem von Reserve Strap entwickelten Akku-Armband, das den versteckten 6-Pin-Port der Apple Watch nutzt, soll die Uhr schneller laden als über den herkömmlichen Magnetanschluss und eine Akkulaufzeit von rund 40 Stunden bieten (Bild: CNET).

Die Firma Reserve Strap hat nun als erstes Unternehmen angekündigt, ein alternatives Armband für die Uhr zu entwickeln, das zusätzliche Akku-Zellen enthält und den geheimen Port der Apple Watch zum Laden nutzen wird. Dies sei wesentlich komfortabler als zuvor geplante Akkupacks, die die Uhr über den normalen Magnetanschluss laden sollten: “Wir haben ein komplett neu durchdachtes Design entwickelt und getestet, das den 6-Pin-Port unter dem Bandverschluss der Apple Watch nutzt. Dieser Port wurde bisher von niemandem entschlüsselt, aber unsere Beobachtung führen uns weit genug, um unseren Entwicklungsfokus auf diese Methode zu lenken.” Die Entwicklung will Reserve Strap mit oder ohne Unterstützung durch Apple verfolgen.

Der Akkupack im Armband soll laut Reserve Strap die Akkulaufzeit der Apple Watch um bis zu 120 Prozent verlängern und ein schnelleres Laden als mit dem von Apple beigefügten Magnetladegerät ermöglichen. Mit dem Akku-Armband dürfte die iOS-Smartwatch dann gut 40 Stunden halten, womit sie auf einem Niveau mit den aktuellen Android-Wear-Watches liegen würde. An die Laufzeit eine Pebble-Uhr käme sie aber immer noch nicht heran. Die Pebble Time hält schon mit dem Standardakku bei typischer Nutzung sieben Tage durch.

(Bild: iClarified)

Hier versteckt sich der 6-Pin-Port der Apple Watch (Bild: iClarified)

Die Gefahr für Reserve Strap ist natürlich die, dass Apple selbst ein ähnliches Armband plant – das nicht nur über seine Marke und seine Designabteilung, sondern auch über bessere technische Kenntnisse des Produkts verfügt. Sollte der Port tatsächlich für schnelles Laden per Kabel gedacht sein, könnte ein solches Armband bald folgen.

Schließlich gibt Apple für die Watch nur eine maximale Batterielaufzeit von 18 Stunden an. Die Uhr muss zumindest nächtlich aufgeladen werden. Eine Möglichkeit, die Lebensdauer zu verlängern und dadurch auch Überwachung etwa der Herzfrequenz im Schlaf zu realisieren, dürfte auf großes Interesse stoßen.

Die Absicht von Reserve Strap erinnert an den Apple-Watch-Konkurrenten Pebble Time, dessen Hersteller bewusst ein offenes Ökosystem um seine Uhr herum aufbaut, die mit Android ebenso wie mit iOS funktioniert. Hersteller alternativer Armbänder können sogar neue Funktionen schaffen und etwa einen GPS-Chip einbauen, über den die Pebble standardmäßig nicht verfügt.

Apple hingegen hat bisher keinerlei Zertifizierungs- oder Partnerprogramm zu seiner Uhr angekündigt. Auch zu dem versteckten 6-Pin-Port gibt es bisher keine offiziellen Informationen. Womöglich wird der Port aber noch weitere neue Features ermöglichen, die per Armband hinzugefügt werden können.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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