Apple wollte Spotify Free aus dem Markt drängen

Apple soll Druck auf Musik Labels ausgeübt haben, um das Musikstreaming-Angebot Spotify Free aus dem Markt zu drängen. Gäbe es dieses nicht, würden sich Apples Erfolgschancen mit seinem eigenen Bezahl-Musik-Angebot sicherlich erhöhen.

Apple wird voraussichtlich noch in diesem Jahr seinen eigenen Musik-Streaming-Dienst auf Basis der Technologie von Beats Music starten. Frühestens im Juni soll der Startschuss fallen. Im Vorfeld des Launches soll Apple laut einem Bericht der Webseite The Verge versucht haben, das Musikstreaming-Angebot Spotify Free, das für den Nutzer kostenlos ist und durch Werbung finanziert wird, aus dem Markt zu drängen, um seine eigenen Erfolgschancen zu erhöhen. Auch in diesem Fall soll sich nun das US-Justizministerium eingeschaltet haben.

(Bild: Apple).

Laut The Verge wollte Apple Spotify Free aus dem Markt drängen (Bild: Apple).

Laut The Verge habe das Unternehmen aus Cupertino mit mehreren Vertretern der Musikbranche gesprochen und Druck auf Plattenfirmen ausgeübt, sodass diese Spotify dazu bewegen, sein kostenloses Angebot aufzugeben. In den letzten Monaten tauchten auch öfter Berichte auf, dass die führenden Musik Labels Spotify wegen dem Gratis-Streaming unter Druck setzten, wie beispielsweise unsere Schwesterseite ZDNet.de berichtete.  Um die Entwicklung kostenpflichtiger Streaming-Angebote nicht zu behindern, fassten die Plattenfirmen ins Auge, bei anstehenden Neuverhandlungen mit Spotify keine Lizenz mehr für den Gratisdienst zu vergeben.

Gäbe es kein Spotify Free, würde dies Apple den Start seines eigenen Bezahl-Musik-Angebotes sicherlich erleichtern – zudem es dem Vernehmen nach zahlreiche exklusive Inhalte mitbringen wird. Zwischenzeitlich galt auch als wahrscheinlich, dass Apple die Premium-Dienste der Konkurrenten – die durchwegs 9,99 Dollar kosten – mit 7,99 Dollar unterbieten wird.

(Bild: Spotify).

Gäbe es kein Spotify Free, würde dies Apple den Start seines eigenen Bezahl-Musik-Angebotes sicherlich erleichtern (Bild: Spotify).

Apple soll daher die Labels zumindest in ihrer gegen Spotify Free gerichteten Strategie bestärkt haben. The Verge zitiert eine Aussage aus der Musikbranche: “Diese Kerle sind alle mörderisch, bis hinauf zu Tim Cook.” Die Publikation hat von Quellen außerdem erfahren, dass Apple der Universal Music Group angeboten habe, Youtubes komplette Musiklizenzgebühren zu übernehmen – wenn Universal-Songs dafür nicht mehr auf Youtube auftauchen.

Auf dem Apple-Campus hat das Justizministerium schon einen Kartellwächter installiert, der überwachen soll, ob sich das Unternehmen im Fall von E-Book-Preisabsprachen an alle Auflagen des Gerichts und die Kartellgesetze hält. Trotz mehrerer Versuche gelang es Apple nicht, diesen Beobachter im Behördenauftrag loszuwerden. Ein Berufungsverfahren gegen das E-Book-Urteil läuft allerdings noch. Andernfalls hat sich Apple zur Zahlung von 400 Millionen Dollar Schadenersatz bereit erklärt.

Ergänzend meldet die New York Post, die EU-Kommission für den Wettbewerb prüfe den Fall ebenfalls und erwäge, ein offizielles Verfahren einzuleiten.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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