Android-Verteilung: Lollipop erreicht fast 10 Prozent der Nutzer

Android 5.x Lollipop kommt inzwischen auf 9,7 Prozent aller Android-Geräte zum Einsatz. Im Vergleich zu April konnte es sich um 4,3 Prozent steigern. Die am weitesten verbreitete Android-Version ist wie zuletzt Android 4.4 KitKat mit 39,8 Prozent.

Android 5.0 Lollipop wurde von Google im vergangenen November veröffentlicht. Inzwischen hat der Internetkonzern bereits drei Updates für die neue Version seines mobilen Betriebssystems herausgegeben. Die jüngste Aktualisierung ist Android 5.1. Neben neuen Funktionen enthält die fünfte Android-Ausgabe vor allem auch sicherheitsrelevante Patches, die das Betriebssystem besser gegen Angriffe schützt. Laut der aktuell von Google veröffentlichten Statistik ist der Großteil aller Android-Geräte diesbezüglich aber noch nicht auf dem neuesten Stand. Im Vergleich zu Januar (unter 0,1 Prozent) beziehungsweise Anfang März (3,3 Prozent) und Anfang April (5,4 Prozent) hat Android 5.x jedoch deutlich zugelegt und seinen Weg nun auf fast 10 Prozent aller Android-Devices gefunden, die den Play Store im siebentägigen Zeitraum bis zum 4. Mai besucht haben.

(Bild: Google).

Android 5.x Lollipop hat im vergangenen Monat deutlich zugelegt (Bild: Google).

Rechnet man alle Lollipop-Version zusammen, kommt man auf einen Anteil von 9,7 Prozent. 9 Prozent entfallen dabei auf Android 5.0.x. 0,7 Prozent aller erfassten Geräten sind mit der neuesten Ausgabe Android 5.1 ausgestattet. Damit hat Android 5.x erstmals seine früheren Vorgänger Android 4.0.x Ice Cream Sandwich und Android 2.3.x Gingerbread überholt, die bereits mehrere Jahre alt sind. Das im Oktober 2011 veröffentlichte Ice Cream Sandwich liegt, nachdem es im letzten Monat 0,4 Punkte verloren hat, nun nur noch bei 5,3 Prozent. Das noch ältere Gingerbread läuft noch auf 5,7 Prozent aller Android-Geräte. Das entspricht Einbußen von 0,7 Punkten.

Wie im letzten Monat ist Android 4.4 KitKat auf den meisten Android-Smartphones und -Tablets installiert. Es konnte sich im April erstmals eines höheren Marktanteils als der direkte Vorgänger Jelly Bean erfreuen, zu dem die Versionsnummern 4.1 bis 4.3 zählen. Sowohl KitKat als auch Jelly Bean büßten gegenüber dem Vormonat aber Anteile zugunsten von Lollipop ein. Der von Android 4.4 schrumpfte von 41,4 Prozent auf 39,8 Prozent und der von Jelly Bean von 40,7 auf 39,2 Prozent.

Trotz der in jüngster Zeit schnell wachsenden Verbreitung von Lollipop bleibt Android eine stark fragmentierte Plattform. Die Haupt- und Unterversionen von Android 2.2 Froyo bis 5.1 Lollipop finden sich weiterhin auf unterschiedlich alten Geräten. Dies ist vor allem für Entwickler ein Problem, die ihre Anwendungen an verschiedene Bildschirmgrößen, Hardware-Komponenten und andere Faktoren anpassen müssen.

Im Gegensatz dazu läuft Apples jüngstes Mobilbetriebssystem iOS 8 sieben Monate nach Erscheinen inzwischen auf 81 Prozent aller iDevices. Das besagt Apples jüngste Statistik, die alle iPhones, iPads und iPods Touch berücksichtigt, die am 27. April mindestens einmal auf den App Store zugegriffen haben. iOS 7 hält demnach noch einen Anteil von 17 Prozent, frühere Versionen kommen auf 2 Prozent.

(Bild: Apple).

(Bild: Apple).

Allerdings ist ein direkter Vergleich zwischen Android und iOS nicht ganz fair. Denn im Fall von iOS kontrolliert Apple sowohl die Hardware als auch die Software und damit den gesamten Update-Prozess von Anfang bis Ende. Bei Android stellt Google hingegen nur die Updates für sein Betriebssystem bereit. Gerätehersteller und Mobilfunkanbieter müssen jede neue Version zunächst testen und für ihre Geräte zulassen, außerdem haben sie alle ihre eigenen Zeitpläne und Fristen. Außerdem hat Apple lediglich zwei ähnliche iOS-Produkte im Angebot – das iPhone und das iPad (drei, wenn man den iPod Touch noch dazuzählen will). Der Android-Markt umfasst dagegen unzählige Smartphones und Tablets von vielen verschiedenen Herstellern.

Aufgrund der Größe und der Vielfältigkeit des Marktes ist daher kein baldiges Ende der Android-Fragmentierung in Sicht. Das liegt auch daran, dass Gerätehersteller ein Update auf Lollipop nur für Smartphones und Tablets anbieten, auf denen aktuell KitKat läuft. Nutzer älterer Geräte stecken hingegen häufig in einer Update-Sackgasse, aus der sie nur durch einen Geräteneukauf oder ein Custom ROM entkommen können.

Die relativ geringe Verbreitung der aktuellsten Android-Version bedeutet zugleich, dass viele Geräte anfällig für Malware und Datendiebstahl sind, da Updates für Googles Mobilbetriebssystem auch sicherheitsrelevante Patches umfassen, die für ältere Versionen nicht separat erhältlich sind. Ein Beispiel dafür ist ein Fehler in der Browserkomponente WebView unter Android 4.3 und früher, den Google nicht beheben wird. Immerhin versorgt es aber andere Komponenten, die nicht so eng mit dem Betriebssystem verzahnt sind, über Google Play Dienste mit Sicherheitsupdates.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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