Apple: Streamingdienst mit angeblich kostenlosen Angeboten geplant

Apple soll unter anderem ein ein- bis dreimonatiges Testabonnement planen. Alternativ will das Unternehmen auch Hörbeispiele anbieten. Ein komplett kostenloses und unbegrenztes Streaming soll es wohl nicht geben.

Wie Recode von mehreren Personen erfahren haben, die mit den Verhandlungen zwischen Apple und der Musikindustrie vertraut sind, bietet Apples Musikstreamingdienst Nutzern angeblich verschiedene Möglichkeiten, Songs kostenlos anzuhören. Der iPhone-Hersteller soll unter anderem ein ein- bis dreimonatiges Testabonnement planen, für das keine Gebühren anfallen.

Kostenloses und unbegrenztes Streaming wie es Spotify und Youtube bieten, soll es laut Recode jedoch nicht geben. Ein solches werbefinanziertes Angebot liefere zu wenig Einnahmen für die Musikindustrie, habe Apple in vertraulichen Gesprächen mit Vertretern der Musikbranche argumentiert. Es biete auch zu wenige Anreize zum Abschluss eines Abonnements.

(Bild: News.com)

Nutzer sollen dem Bericht zufolge in der Lage sein, Teile von Songs abzuspielen, ohne dass sie ein Abonnement abgeschlossen haben. Eine ähnliche Funktion bietet Apple bereits im iTunes Store vor dem Kauf eines Songs an. Den Quellen von Recode zufolge ähnelt das Feature aber auch SoundCloud, das sich selbst als das „Youtube für Audio“ beschreibt und auch Sharing-Funktionen bietet.

Schließlich soll Apple auch an einer neuen Version von iTunes Radio arbeiten, um Kunden für seinen abobasierten Streamingdienst zu gewinnen. Sie biete von „Menschen und nicht von Computern zusammengestellte Radioprogramme“, so Recode weiter. Dafür habe Apple auch im Frühjahr den bekannten britischen Radio-DJ Zane Lowe engagiert.

Schon vor dem Start hat Apples Streamingdienst offenbar Voruntersuchungen der Europäischen Kommission und der US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission ausgelöst. Laut den Quellen von Recode prüft die FTC, ob Apple seine Stellung als größter Verkäufer von Musikdownloads benutzt, um Konkurrenten wie Spotify zu schaden.

Der frühere Apple-CEO Steve Jobs hatte das abobasierte Streaming-Modell stets abgelehnt. Unter seinem Nachfolger Tim Cook erfolgte im vergangenen Mai mit der Übernahme von Beats Electronics und Beats Music die Kehrtwende. Laut Recode wirbt der Beats-Mitgründer und Musikproduzent Jimmy Iovine nun bei den Labels, Musikverlagen und Künstlern um Unterstützung für Apples Streamingangebot.

Die New York Times hatte Ende März berichtet, dass Apple für seinen geplanten Musikstreamingdienst keine Vergünstigungen der Musikindustrie erhält. Durch niedrigere Lizenzgebühren wollte es ein Abonnement zum Preis von 8 Dollar pro Monat anbieten. Die Konkurrenz wie Spotify, Rhapsody und Rdio verlangt nahezu durchgängig 10 Dollar pro Monat.

Laut New York Times zeigt das Scheitern der Verhandlungen, dass sich Apples Verhältnis zur Musikindustrie gewandelt hat. Das Unternehmen aus Cupertino besitze nicht mehr die Verhandlungsmacht, die geholfen habe, sein Geschäft mit digitalen Musikdownloads aufzubauen. Stattdessen müsse Apple nun angesichts einer zunehmenden Zahl von Konkurrenten sein eigenes Angebot modernisieren.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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