Kickstarter-Kampagne für Raspberry-Konkurrenten angelaufen

NTC hat auf Kickstarter die Kampagne für einen Einplatinenrechner zum Preis von 9 Dollar gestartet. Der Raspberry-Konkurrent basiert auf einem ARM-Prozessor mit einer Taktrate von 1 GHz. Schaltpläne und Platinenlayout sollen für freie Nutzung und Modifizierung bereitgestellt werden.

Der schlicht als „Chip“ bezeichnete Computer von Next Thing Co. (NTC) soll sich, ähnlich wie der Raspberry Pi, für verschiedenste Projekte eignen und ist vielseitig erweiterbar.

Die Kampagne hat schon in wenigen Tagen ihr Finanzierungsziel von 50.000 Dollar nicht nur erreicht, sondern um ein Vielfaches übertroffen. Sie steht schon bei über 670.000 Dollar und läuft noch 26 Tage. Die Auslieferung des 9-Dollar-Computers ist ab Dezember 2015 vorgesehen. Mit der hackbaren Kamera „Otto“, die auf dem Platinenrechner Raspberry Pi basiert, ist bereits ein früheres Kickstarter-Projekt von NTC in der Auslieferung.

Das Start-up erklärt den niedrigen Preis durch die enge Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Allwinner, dessen ARM-Prozessoren bereits in einer Flut billiger Tablets zum Einsatz kommen. Der auf dem 9-Dollar-Computer verbaute System-on-Chip basiert auf Allwinners verbreitetem A13-Prozessor, der jedoch in einer überarbeiteten Version und in einem kleineren Formfaktor zum Einsatz kommen soll. Dieser neue Prozessor R8 läuft mit einer Taktrate von 1 GHz. Ihm stehen 512 MByte RAM und 4 GByte Flash-Speicher zur Seite.

Die Hardware des Einplatinenrechners soll ebenso offen wie die Software sein (Bild: NTC).

Die Hardware des Einplatinenrechners soll ebenso offen wie die Software sein (Bild: NTC).

WLAN 802.11n für die Internetverbindung und Bluetooth 4.0 für den Anschluss von Tastatur und Maus sind bereits integriert. Ebenfalls an Bord sind ein USB-Anschluss in voller Größe und ein Composite-Video-Ausgang. Später verfügbare Erweiterungen für 10 beziehungsweise 15 Dollar sollen auch den Anschluss von VGA- und HDMI-Monitoren erlauben.

Außerdem ist für mobile Projekte ein als „Pocket Chip“ bezeichnetes Gehäuse mit resistivem Touchscreen, Tastatur und 3000-mAh-Batterie zum Preis von 49 Dollar inklusive Computerplatine vorgesehen. Die Versandkosten nach Deutschland sind mit 20 Dollar für den Platinenrechner angegeben – der Anbieter sucht aber noch nach einem günstigeren Weg für nachverfolgbaren internationalen Versand.

Eine angepasste Version von Debian Linux kommt als Betriebssystem zum Einsatz. Dutzende Anwendungen und Tools sind ebenfalls vorinstalliert, weitere können nachgeladen werden. Neben der Software erklärt das Start-up auch die Hardware von Chip und Pocket Chip als völlig offen. Schaltpläne und Platinenlayout sollen zum Download für freie Nutzung und Modifizierung bereitgestellt werden.

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
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Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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