LG G4 Kamera-Test: Der König der Nachtaufnahme

Das LG G4 schießt dank einer lichtstarken f1.8-Blende, einem größeren Bildsensor mit 1/2,6-Zoll und dem manuellen Modus beeindruckende Fotos bei Nacht. Kein anderes Smartphone kann hier mithalten.

Das Ende April vorgestellte LG G4 verfügt im Vergleich zum Vorgänger unter anderem über einen schnelleren Snapdragon-808-Prozessor und einen helleren 5,5-Zoll-QHD-Bildschirm. Das Highlight des LG G4 ist aber sicherlich die neue Kamera, die besonders bei schlechten Lichtbedingungen bessere Fotos als die Konkurrenz schießen soll. Wir haben die Kamera des LG G4 bei Nacht getestet.

(Bild: Gizmodo).

Das LG G4 schießt aktuell die besten Fotos bei Nacht (Bild: Gizmodo).

Bei Tageslicht schießen die Kameras der meisten Top-Smartphones ansehnliche Fotos. Natürlich gibt es auch bei guter Beleuchtung Qualitätsunterschiede, im High-End-Bereich trennt sich aber erst bei schlechten Lichtbedinungen wirklich die Spreu vom Weizen. Fast alle großen Smartphone-Hersteller wie Apple, Samsung, HTC oder auch Huawei haben sich in Sachen Kamera-Innovation stark auf den Low-Light-Bereich fokussiert. So auch LG beim G4.

Die Kamera löst im Gegensatz zur Knipse des G3 mit höheren 16 Megapixel auf. Die große Verbesserung geht aber mit der lichtstarken f1.8-Blende sowie einem von LG eingesetzten größeren Bildsensor mit 1/2,6-Zoll einher. In Verbindung mit dem neuen manuellen Modus, der umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten bietet, lassen sich mit der Kamera des LG G4 beeindruckende Fotos bei Nacht schießen.

Einen für „professionelle Anwender“ ausgelegten Modus hatte zuvor beispielsweise schon HTC bei seiner One-Reihe integriert. LG hat die Idee übernommen und bietet im manuellen Modus Einstellungsmöglichkeiten für Weißabgleich, Fokus, Helligkeit, ISO und Verschlusszeit. Der manuelle Modus lässt sich nach Fingertipp auf der Symbol mit den drei Pünktchen in der linken, oberen Ecke aktivieren.

 (Foto: CNET).

Der manuelle Modus bietet mehr Kontrolle über die Einstellungen der Kamera (Foto: CNET).

Anschließend finden G4-Besitzer eine Toolbar am unteren Bildschirmrand vor, mit der sich die genannten Einstellungen je nach Situation anpassen lassen. Für den Weißabgleich lassen sich Werte zwischen 7500 K (warm) und 2300 K (kalt) einstellen. Eine Veränderung ist in 100-K-Schritten möglich.

 (Foto: CNET).

Es gibt einen Modus für den Weißabgleich,… (Foto: CNET).

Der Fokus kann relativ frei eingestellt werden. Mit maximaler Einstellung kann das G4 Objekte aus einer Entfernung von gut 7 Zentimetern noch scharf erfassen. Das LG G4 bietet aber auch im manuellen Modus eine Automatik-Einstellung für den Fokus.

 (Foto: CNET).

…den Fokus,… (Foto: CNET).

Für die Helligkeit können Werte zwischen + und – 2,0 festgelegt werden. LG erlaubt beim Erhöhen der Helligkeit um den Wert 0,5 zwei Zwischenschritte.

 (Foto: CNET).

…die Helligkeit,… (Foto: CNET).

Für ISO bietet der manuelle Modus Werte zwischen 2700 und 50. Von 50 bis 500 lassen sich diese in Schritten von 50 festlegen. Ab 500 werden die Sprünge kontinuierlich größer.

 (Foto: CNET).

…den ISO-Wert,… (Foto: CNET).

Die Verschlusszeit können Anwender maximal auf 1/6000 stellen. Die längsten Verschlusszeiten sind 30 15, 8, 4, 2 und 1 Sekunde, die für längere belichtete Fotos bei Nacht sorgen.

 (Foto: CNET).

…und die Verschlusszeit (Foto: CNET).

Die Beleuchtung kann mit Hilfe der Taste „AE-L“ fixiert werden. In diesem Modus haben Anwender die meiste Kontrolle, da die Software des G4 nicht versucht, die ISO-Werte oder die Verschlusszeit der Szene anzupassen. Ist die Funktion „Exposure-Lock“ eingeschaltet, steht die die Helligkeitseinstellung nicht mehr zur Verfügung.

In unserem Test haben wir die Skyline von Shanghai bei Nacht fotografiert. Den Fokus haben wir auf Automatik gestellt. Zudem war die Funktion „AE-L“ aktiviert, um volle Kontrolle über die Verschlusszeit und den ISO-Wert zu erhalten. Der Weißabgleich war etwas in den kälteren Bereich justiert, der ISO-Wert auf 50 eingestellt. Anschließend haben wir die verschiedenen Verschlusszeiten von 30 bis 1 Sekunde ausprobiert. Die Bilder öffen sich nach einem Klick in größerer Auflösung. In voller Auflösung haben wir sie nachfolgend verlinkt.

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 1 Sekunde (Foto: CNET).

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 2 Sekunden (Foto: CNET).

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 4 Sekunden (Foto: CNET).

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 8 Sekunden (Foto: CNET).

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 15 Sekunden (Foto: CNET).

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 30 Sekunden (Foto: CNET).

Volle Auflösung:

 

Die Ergebnisse sprechen für sich und übertreffen alle Smartphone-Aufnahmen bei Nacht, die ich bisher gesehen habe. Die Fotos sind in Sachen Schärfe, Details, Farben und Helligkeit atemberaubend. Sogar beim Heranzoomen sind die Fotos noch überraschend scharf. Dank des manuellen Modus und der dadurch langen Verschlusszeit sind auch bei Nacht erstaunlich gut belichtete Aufnahmen möglich.

Allerdings muss man das Smartphone für solche Aufnahmen fixieren. Ein kleines Stativ beziehungsweise ein Mini-Tripod ist sicherlich die beste Lösung. Aber auch ohne Stativ findet sich in der Regel immer eine Möglichkeit, das Smartphone irgendwo anzulehnen. Dann entfällt das eventuell als lästig empfundene Tragen eines Stativs. Wir haben es in unserem Test beispielsweise gegen eine Laterne gelehnt. Insgesamt lässt sich festhalten, dass das LG G4 in Verbindung mit dem manuellen Modus aktuell sicherlich der König der Nachtaufnahmen ist. Kein anderes Smartphone kann hier mithalten.

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Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu LG G4 Kamera-Test: Der König der Nachtaufnahme

  • Am 20. August 2015 um 10:10 von Frank

    Kein anderes Smartphone? Was ist mit dem Lumia 1020?

    • Am 12. September 2015 um 21:01 von Tommy

      Richtig das Lumia 1020 oder das Nokia 808 sind und bleiben wohl die Kamera Könige. Aber leider sind die Betriebssysteme mist. Windowsphone ist Müll und Symbian Tod. Von daher ist das LG bestimmt eine gute Alternative. Ich werde es testen

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