Android Pay: Neue Details und Support für Fingerabdruckscanner

Mit der neuen OS-Version Android M wird Google auch seinen Bezahldienst Android Pay einführen. Smartphone-Besitzer können mit dem Fingerabdruck in mobilen Apps oder auch Ladengeschäften bezahlen. Rund 700.000 Akzeptanzstellen soll es zum Start von Android Pay in den USA geben.

Auf der Google I/O gab der Suchmaschinenbetreiber weitere Informationen zu seinem Bezahldienst Android Pay bekannt, den es schon im März vorgestellt hatte. Die neue Bezahlplattform wird Teil von Googles kommendem Mobilbetriebssystem Android M sein, die nun auch Support für Fingerabdruckscanner erhält. Die Biometrie-Technologie wird zum Bezahlen via Android Pay dienen.

(Foto: CNET).

Mit Android Pay will Google Apples Bezahldienst Konkurrenz machen (Foto: CNET).

Nutzer können künftig aber nicht nur mit dem Finger bezahlen, sondern wie es schon beim Galaxy S6 der Fall ist, ihr Smartphone auch entsperren. Darüber hinaus können Entwickler von Dritt-Anbieter-Apps die Fingerabdruckerkennung auch in ihren Anwendungen nutzen, was noch unbegrenzt viele weitere mögliche Anwendungsszenarien erlaubt.

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Das Bezahlen ist auch mittels Fingerabdruck möglich (Foto: CNET).

Das Hauptanwendungsgebiet für die Fingerabdrucktechnologie wird aber sicherlich Googles Android Pay sein. Wie bei Apple Pay sollen Verbraucher neben dem Tätigen von Einkäufen über Mobilanwendungen auch damit in Ladengeschäften mit ihrem Smartphone bezahlen können. Darüber hinaus dient Android Pay als technische Basis für Drittanbieter-Apps, etwa von Banken.

“Wir haben Android Pay als offene Plattform entwickelt, sodass die Leute den für sie bequemsten Weg wählen können, Android Pay zu aktivieren”, sagte Dave Burke, zuständiger Vice President of Engineering bei Google. Wie Apple Pay wird auch Android Pay die Nahfunktechnik NFC verwenden, um eine Verbindung zwischen Smartphone und Kassensystem herzustellen.

Anfangs lässt sich Android Pay nur in den USA verwenden. Zum Start soll das Bezahlen in rund 700.000 Restaurants und Geschäften möglich sein, darunter Filialen von Best Buy, GameStop, McDonalds, Staples, Subway und Toys’R’us. Außerdem wird der Bezahldienst beispielsweise in Apps von Domino’s Pizza, Etsy, Groupon oder Uber integriert. Android Pay wird von Mastercard, Visa, Discover und American Express unterstützt, so dass sich damit Debit-, Kredit-, Prepaid- und Small-Business-Karten dieser Gesellschaften nutzen lassen.

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Rund 700.000 Akzeptanzstellen soll es zum Start von Android Pay in den USA geben (Foto: CNET).

Der Wettbewerb im Markt für mobile Bezahldienste nimmt stetig zu. Zusätzlich zu einer tieferen Verankerung in der Finanzdienstleistungsbranche bemühen sich die großen Technikunternehmen darum, mehr Verbraucher für ihre Produkte und Services zu gewinnen. Sich die Loyalität der Kunden frühzeitig zu sichern, könnte den Unterschied im Mobile-Payments-Markt ausmachen. Dieser wird den Marktforschern von eMarketer zufolge im kommenden Jahr in den USA auf ein Transaktionsvolumen von 27,5 Milliarden Dollar anwachsen, nach 3,5 Milliarden Dollar im Vorjahr. Die Zahl der Nutzer mobiler Bezahldienste soll sich im selben Zeitraum in den USA auf 36,2 Millionen mehr als verdoppeln. In ähnlichem Tempo wird das Wachstum laut eMarketer bis 2018 weitergehen, so dass dann 57 Millionen Verbraucher ihr Smartphone zum mobilen Bezahlen in Geschäften verwenden.

Zwar gab es schon in den vergangenen Jahren einige mobile Bezahlangebote, doch richtig Bewegung in den Markt kam erst mit dem Einstieg von Apple im vergangenen Herbst. Apple Pay erlaubt es Besitzern eines iPhone 6 oder iPhone 6 Plus sowie einer Apple Watch unterwegs Kreditkartenzahlungen durchzuführen. In weniger als 72 Stunden nach dem Start wurden eine Million Kreditkarten über den Service genutzt.

Android Pay könnte von dem Schwung profitieren, für den Apple Pay im Mobile-Payment-Markt gesorgt hat, und sich als zweites großes Bezahlsystem für Smartphone-Nutzer etablieren. Mehr als drei Viertel aller Smartphones weltweit laufen mit Googles Mobilbetriebssystem, Apples iOS kommt laut IDC auf einen Marktanteil von 18 Prozent. Zusammen halten beide rund 96 Prozent des Marktes.

“Bezahldienste waren für Google schon immer strategisch wichtig”, sagt Vijay Koduri vom Zahlungsabwickler Adyen, der vormals als Google-Manager am Start von Google Wallet beteiligt war. “Sie haben schon verschiedene Dinge versucht, aber wie Mobile Payments als Ganzes haben sie es nicht geschafft, die Massen zu erreichen.” Ein eigenes Bezahlsystem sei für jedes Mobilbetriebssystem von entscheidender Bedeutung, um nicht nur auf Smartphones erfolgreich zu sein, sondern auch im wachsenden Markt von Wearables und anderen internetfähigen Geräten. Bei Android Pay scheine es sich im Vergleich zu Google Wallet um ein verbessertes System zu handeln, das dank der Integration mit Banking- und Treuekarten-Apps sowohl für Verbraucher als auch für Händler einfacher zu nutzen sei.

Apple und Google bekämpfen sich aber nicht nur gegenseitig, sondern müssen sich im Markt für mobile Bezahlungen auch weiteren Konkurrenten erwehren, die ähnliche Dienste anbieten. Samsung beispielsweise führte mit seinen Flaggschiff-Smartphones Galaxy S6 und S6 Edge seinen eigenen Service Samsung Pay ein. Und PayPal, das sich noch dieses Jahr von Ebay abspalten wird, hat im März die Übernahme der mobilen Geldbörse Paydiant angekündigt.

[Mit Material von Björn Greif, News.com]

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Autor: Christian Schartel
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