Googles neue VR-Brille Cardboard unterstützt auch Apples iPhone

Google Cardboard 2.0 ist für Smartphones mit einem bis zu 6 Zoll großen Display ausgelegt. Der Button funktioniert mit allen möglichen Modellen. Mit Expeditions und dem zugehörigen Aufnahmesystem Jump hat Google zudem virtuelle Exkursionen für Schulen vorgestellt.

Auf der Google I/O, die vom 28. bis 29. Mai in San Francisco stattfindet, hat der Internetkonzern eine aktualisierte Version seiner VR-Pappbrille Cardboard veröffentlicht. Cardboard 2.0 ist leichter zusammenzubauen als die erste Version und für Smartphones mit größeren Displays ausgelegt. Zudem wird auch offiziell das Apple iPhone unterstützt.

(Foto: CNET).

Google Cardboard 2.0 unterstützt Geräte mit 6 Zoll großem Display (Foto: CNET).

Um die VR-Brille zusammenzubauen sind bei der neuen Version nur noch drei statt zuvor zwölf Schritte notwendig. In das Pappgestellt lassen sich bei der zweiten Generation Smartphones mit einer Diagonale von bis zu 6 Zoll problemlos einschieben. Zudem ist Cardboard 2.0 offiziell für das Apple iPhone ausgelegt. Es gibt eine zugehörige App für iOS, und auch das Cardboard-SDK für Entwickler berücksichtigt nun das Konkurrenzmodell aus Cupertino. Der Knopf an der Oberseite des Gehäuse wurde ebenfalls so ausgelegt, dass er mit allen möglichen Smartphones funktioniert.

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Der Button funktioniert mit jedem Smartphone (Foto: CNET).

Mit Cardboard bietet Google eine günstige Alternative zu Konkurrenzangeboten wie Samsungs Gear VR oder die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift. Dadurch kann sie beispielsweise in Schulen Anwendung finden. Für dieses Einsatzszenario hat Google auch ein neues VR-Werkzeug namens Expeditions vorgestellt. Es ist für den Einsatz im Schulunterricht konzipiert und ermöglicht es Lehrern, ihre Schüler durch eine Virtuelle Realität zu führen, um den Lehrstoff anschaulicher zu vermitteln. Es ermöglicht virtuelle Ausflüge an weit entfernte Orte in anderen Ländern oder gar zum Mond oder dem Meeresgrund, die sonst nicht möglich wären.

(Foto: CNET).

Google Expeditions ist für den Einsatz in Schulen konzipiert (Foto: CNET).

Zum Erstellen der Inhalte für die virtuellen Expeditions hat Google in Kooperation mit dem Kamerahersteller GoPro ein Aufnahmesystem namens “Jump” entwickelt. Es besteht aus einem Gestell, auf dem bis zu 16 Kameras für navigierbare Rundum-Aufnahmen angebracht werden können, sowie der benötigten Software.

(Foto: CNET).

Das Aufnahmesystem Jump dient zum Erstellen von Expeditions (Foto: CNET).

Die neuen Angebote fasste für Google der Vizepräsident im Produktmanagement, Clay Bavor zusammen: “Bei Jump geht es darum, die Orte der Welt als VR-Videos zu erfassen. Expeditions ermöglicht Lehrern Exkursionen überall hin – und Cardboard steht für VR für so gut wie alle.”

Cardboard 1.0 war auf der Google I/O des Vorjahrs verteilt worden. Cardboard 2.0 verteilte Google ebenfalls wieder an alle Teilnehmer der gestern eröffneten Entwicklerkonferenz Google I/O. Es wird die günstige VR-Brille aber auch über Partner anbieten.

Viele hielten das Pappgestell anfangs für einen Witz. Doch inzwischen gibt es auch ein Zertifizierungsprogramm “Works with Google Cardboard”, ein Entwicklerkit und eine eigene VR-Abteilung in Google Play. Spätestens mit Cardboard 2.0 und der Unterstützung des iPhone ist an Googles Ernst, sich in diesem Marktsegment zu etablieren, nicht mehr zu zweifeln.

Im Februar hatte Google zudem mit Spielwarenhersteller Mattel eine neue Version des klassischen Spielzeugs Viewmaster vorgestellt. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Art VR-Brille, die ein Smartphone als Anzeige erfordert. Ab Herbst soll sie in den USA für etwa 30 Dollar angeboten werden.

Google zufolge gibt es inzwischen hunderte Apps für Cardboard. “Die Leute finden immer neue und kreative Wege, das einzusetzen”, sagt Bavor. Die Zahl der Nutzer liege über einer Million.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Googles neue VR-Brille Cardboard unterstützt auch Apples iPhone

  • Am 30. Mai 2015 um 12:39 von Florian Koch

    Cardboard hat es mittlerweile sogar schon in die Industrie geschafft. Besonders geeignet ist es wohl um CAD Modelle zu betrachten. Angeboten wird dies zum Beispiel hier: http://www.cadboard.de
    Ich frage mich nur, wie die das mit iOS und WP lösen

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