Apple iOS 9 enthält Funktion für Werbeblocker

Die Funktion “Content Blocking” von Apple iOS 9 erlaubt es Entwicklern, Erweiterungen für den Safari-Browser zu Programmieren, die Bilder, Videos, Texte, Pop-ups und sogar Tracking-Cookies blockieren können.

Es wurde ein neues Feature von iOS 9 entdeckt, das Apple auf seiner WWDC-Keynote Anfang der Woche nicht explitzit erwähnt hat. Entwickler, denen Apple bereits eine Testversion von iOS 9 zur Verfügung stellt, haben in den Geräteeinstellungen die Funktion “Content Blocking” gefunden. Sie ermöglicht es, Erweiterungen für den Safari-Browser zu entwickeln, die bestimmte Webinhalte wie Werbung blockieren können.

iOS9 (Bild: Apple)

Apple iOS 9 enthält eine Funktion, die Erweiterungen zum Blockieren von Werbeinhalten ermöglicht. (Bild: Apple)

Mit der Content-Blocking-Funktion lässt sich bestimmen, welche Inhalte der Safari-Browser von iOS 9 laden soll – und welche nicht. Apples Website zufolge können Entwickler Bilder, Videos, Texte, Pop-ups und sogar Tracking-Cookies in ihren Safari-Erweiterungen blockieren.

Welches Ziel Apple mit der Werbeblocker-Funktion verfolgt, ist unklar. Schließlich unterhält das Unternehmen aus Cupertino ein eigenes Anzeigennetzwerk, wenn auch bisher nur mit bescheidenem Erfolg.

Klar ist allerdings, dass Werbeblocker für iOS eine ernste Gefahr für Google darstellen. Apples größter Konkurrent im Mobilbereich ist von Werbeeinnahmen abhängig. Laut einer Analyse der Investmentbank Goldman Sachs erhält der Internetkonzern sogar 75 Prozent seiner mobilen Werbeeinnahmen von iOS-Geräten. Die Hälfte davon geht jedoch auf eine Vereinbarung zwischen Apple und Google zurück, die Google zur in Safari voreingestellten Suchmaschine macht.

Werbeblocker sind vor allem bei Inhalteanbietern wie Verlagen umstritten, für die Anzeigen auf Websites die wichtigste oder zum Teil gar einzige Einnahmequelle ist. Hierzulande gehen beispielsweise die Fernsehsender RTL und ProSiebenSat.1 sowie die Herausgeber von Zeit Online und Handelsblatt rechtlich gegen den Entwickler von AdBlock Plus vor. Sie werfen dem in Köln ansässigen Unternehmen Eyeo wettbewerbswidriges Verhalten vor.

Die Landgerichte in München und Hamburg urteilten zuletzt jedoch zugunsten von Eyeo. Ihrer Ansicht nach behindert die Software nicht den Wettbewerb. Nutzer könnten selber entscheiden, ob sie den Werbeblocker installieren oder nicht. Trotz der Niederlagen wollen die Kläger wohl den Kampf gegen AdBlock Plus fortsetzen.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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