LG G4 im ausführlichen Test: Bei Nachtaufnahmen kann keiner mithalten

Das LG G4 kommt mit einer Echtleder-Rückseite, einem 5,5 Zoll großen QHD-Display, einer Snapdragon-808-CPU, einer lichtstarken 16-Megapixel-Kamera mit f1.8-Blende sowie Android 5.1 Lollipop als OS. CNET hat das neue Smartphone-Flaggschiff aus Südkorea ausführlich getestet.

Ende April hat LG sein neues Smartphone G4 in London vorgestellt. Damit hat es sein Flaggschiff-Smartphone sicherlich nicht neu erfunden, es aber dennoch im Vergleich zum Vorgänger in einigen Bereichen verbessert. Es hat dem LG G4 einen aktuelleren Prozessor, ein nun leicht gebogenes Display, eine verbesserte Kamera und dank Leder-Rückseite auch einen neuen Look verpasst. CNET hat das LG G4 ausführlich getestet.

(Foto: CNET).

LG G4 mit brauner Lederrückseite im Test (Foto: CNET).

Preis & Verfügbarkeit

Das LG G4 ist seit dem 1. Juni in Deutschland im Handel erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 649 Euro für die Version mit Kunststoffrückseite und 699 Euro für die Variante mit Leder-Backcover. Die Standard-Ausführung steht in den Farben Metallic-Silber, Metallic-Gold und Keramik-Weiß zur Wahl. Die Ledervariante kommt in Schwarz, Braun und Rot. Dieser liegt noch ein zusätzliches Kunststoff-Wechselcover in Metallic-Gold bei. Schon zum Verkaufsstart sind die Preise etwas gesunken. Inzwischen bekommt man die günstigere Version bereits im Durchschnitt für rund 570 Euro. Mit Lederrückseite fallen je nach Farbe gut 600 bis 630 Euro an. Die günstigsten Preise liegen laut Preissuche nochmals rund 20 bis 40 Euro darunter.

(Foto: CNET).

Lieferumfang des LG G4 (Foto: CNET).

Design

Das LG G4 misst rund 148,9 mal 76,1 mal 9,8 Millimeter und ist damit etwas größer und dicker als das Vorgänger Modell (LG G3: 146,3 mal 74,6 mal 8,95 Millimeter, LG G2: 138,5 mal 70,9 mal 8,9 Millimeter). Das Gewicht beträgt 155 Gramm. Auf der Vorderseite hat sich im Vergleich zum G3 neben einer nun einheitlichen Farbgebung erst einmal nicht viel verändert. Der fein marmorierte schwarze Rahmen um das Display und auch die im Grunde gleich dünn gebliebenen Displayränder erinnern sehr stark an den Vorgänger.

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Das LG G4 misst 148,9 mal 76,1 mal 9,8 Millimeter (Foto: CNET).

Eines der zwei großen neuen Design-Elemente ist ein ähnlich dem LG G Flex gebogenes Display. Im Vergleich ist die Biegung des Gehäuses beim LG G4 nicht so ausgeprägt wie beim G Flex, dennoch sorgt es damit beim Tragen des Gerätes in der Hosentasche für einen größeren Komfort. Es liegt dadurch schlicht bequemer am Bein an als andere ähnliche große Smartphones ohne geschwungenem Gehäuse. LG zufolge soll das Curved-Display auch beim Herunterfallen Vorzüge bieten. Landet das Smartphone mit der flachen Vorderseite soll die Biegung die Wahrscheinlichkeit für ein Displaybruch reduzieren, da eher die Kanten Schaden nehmen. Dies muss sich aber erst noch unter Beweis stellen. Getestet haben wir dies nicht.

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Das Display ist ähnlich wie beim LG G Flex gebogen (Foto: CNET).

Die zweite signifikante Neuerung beim Design ist eine Rückseite aus Echtleder, die dem Flaggschiff der Südkoreaner eine höhere Eleganz verleiht, als sie viele Konkurrenzgeräte besitzen. Mit Echtleder hat LG auch gleichzeitig ein bisher einzigartiges Alleinstellungsmerkmal geschaffen, das es bei bisher keinem anderen Konkurrenten zu finden gibt. Möglicherweise wird es aber künftig einige Nachahmer geben.

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Das LG G4 kommt mit einem eleganten Echtlederbackcover (Foto: CNET).

Das „handgemachte“ Backcover aus Leder fühlt sich sehr hochwertig an, hat aber mit einer schnell eintretenden Abnutzung zu kämpfen und ist wahrscheinlich auch nicht jedermanns Geschmack. Alternativ gibt es das G4 aber auch mit Kunststoffrückseite, die robuster ist. Schon nach zwei Wochen machten sich beim Ledercover erste Gebrauchsspuren an der Seite und auf der Rückseite bemerkbar. Dafür sind auf dem Leder keine Fingerabdrücke zu sehen. Und im Fall der Fälle lässt sich das Backcover abnehmen und für nicht allzu großen finanziellen Aufwand durch eine neue Lederrückseite ersetzen.

(Foto: CNET).

Allerdings machen sich schnell Gebrauchsspuren bemerkbar (Foto: CNET).

Bei der Eleganz, die das Ledercover ausstrahlt, ist es etwas schade, dass der Rahmen des LG G4 weiterhin aus Kunststoff besteht, das auch eher wie billigeres Plastik wirkt. Es wäre erfreulich, wenn LG hier in naher Zukunft auf Aluminium setzen würde oder zumindest den Kunststoff etwas höherwertiger wirken lässt. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt an der Verarbeitung ist, dass das LG G4 beim Verwinden des Gehäuses etwas knarzt.

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Der Rahmen des LG G4 ist nach wie vor aus Kunststoff (Foto: CNET).

Aber wie so oft hat das Kunststoffgehäuse auch seinen Vorteil. Denn im Gegensatz zur neuen Flaggschiff-Konkurrenz von Samsung, HTC, Huawei, Sony oder Google ist das LG G4 das einzige Premium-Smartphone, das noch eine abnehmbare Rückseite bietet und damit einen problemlosen Akkuwechsel erlaubt.

(Foto: CNET).

(Foto: CNET).

Im Alltag stellt sich das G4 damit insgesamt als guter Begleiter heraus. Es lässt sich trotz seiner Größe sehr gut in der Hosentasche transportieren, liegt dank des gewölbten und rauen Backcovers angenehm sowie sehr rutschfest in der Hand und findet letztendlich auch sehr gut auf glatten Oberflächen Halt.

Display

Das Display des LG G4 verfügt wieder über eine Diagonale von 5,5 Zoll und eine QHD-Auflösung von 2.560 mal 1.440 Pixel. Das entspricht wieder einer Pixeldichte von 538 ppi. Der Bildschirm ist wie schon erwähnt leicht gebogen und wird von Gorilla Glas 3 geschützt. Samsungs setzt aber beispielsweise schon auf die vierte Version des Schutzglases. Zum Einsatz kommt beim G4 ein neues IPS-Quantum-Panel, das laut Hersteller 25 Prozent heller (500 Nits) und 50 Prozent kontrastreicher (1500:1) als das Display des LG G3 ist. Zudem soll es einen um 20 Prozent größeren Farbbereich darstellen können.

(Foto: CNET).

Das Display löst mit einer QHD-Auflösung auf (Foto: CNET).

In der Praxis ist festzustellen, dass die Anzeige des G4 tatsächlich deutlich heller ist als beim G3. Stellt man die Helligkeit bei beiden Smartphones auf den maximalen Wert ein und legt sie nebeneinander, leuchten die Farben beim neuen Modell deutlich kräftiger. Im Vergleich mit der Konkurrenz schneidet das LG G4 ebenfalls gut, aber nicht überragend ab. Es ist beispielsweise heller als HTC One M9, muss sich aber gefühlt ganz knapp dem Galaxy S6 und dem Apple iPhone 6 geschlagen geben. Das iPhone hatte das reinste und hellste Weiß, gefolgt vom Galaxy S6.

(Foto: CNET).

LG G4 im Vergleich mit dem Galaxy S6, HTC One M9 und iPhone 6 (Foto: CNET).

Unterschiede bei den Farben sind im Alltag nur schwer festzustellen. Nur im direkten Vergleich ist ersichtlich, dass das G4 Rottöne etwas authentischer darstellt als die Konkurrenz. Beim Galaxy S6 und dem iPhone 6 erschienen die Rottöne mehr Orange und unrealistischer. Auch Hauttöne stellt das LG G4 sehr natürlich da. Auf dem Galaxy S6 wirken diese beispielsweise sehr viel wärmer. Die Schwarzwerte des LG G4 können ebenfalls überzeugen, auch wenn hier das AMOLED-Display des neuen Samsung-Flaggschiffs natürlich die Nase vorne hat. Im Endeffekt ist die Farbgebung aber größtenteils Geschmackssache. Die einen bevorzugen eher natürlichere Farben, andere die knalligeren AMOLED-Anzeigen eines Galaxy S6.

(Foto: CNET).

Der Bildschirm des G4 bietet eine sehr gute Blickwinkelstabilität (Foto: CNET).

Insgesamt kann das Display des LG G4 in Sachen Schärfe, Farben und auch Blickwinkel sowie Kontraste auf voller Linie überzeugen. Dank der hohen Helligkeit – und laut LG auch der verwendeten In-Cell-Technologie – lässt sich die Anzeige auch gut im Freien bei Sonneneinstrahlung ablesen.

(Foto: CNET).

Das Display lässt sich gut im freien ablesen (Foto: CNET).

Allerdings melden einige wenige Nutzer Probleme mit Toucheingaben, wie XDA Developers berichtet. So registriert das LG G4 in seltenen Fällen offenbar auf schnelle Eingaben oder nur leichte Berührungen nicht. Dieses Touchscreen-Problem soll sich aber mit einer einfachen Änderung einer Einstellungen schnell beheben lassen. In den Entwicklereinstellungen, die durch mehrmalgies Tippen auf die Build-Nummer freigeschaltet werden, sollen Nutzer den Schalter der Option „Force GPU Rendering“ umlegen. LG soll zudem an einem Update arbeiten.

Hardware

LG scheint sich in Bezug auf den Prozessor mehr Gedanken als üblich gemacht zu haben. Im Inneren taktet ein Qualcomm Snapdragon 808 und nicht das Flaggschiff 810, das im Grunde für die meisten anderen Hersteller die erste Wahl ist. Laut LG sei der 808er-Chip besser auf das LG G4 abgestimmt und würde die Kamera, Bildverarbeitung und das Display beschleunigen. Gut denkbar wäre allerdings auch, dass LG damit auf die verstärkte Hitzeentwicklung des Top-Modells von Qualcomm reagiert. Der 808er leidet nämlich nicht an einer derartigen Wämreentwicklung, sodass er unter Dauerlast auch nicht so stark gedrosselt werden muss und das Top-Modell sogar überflügeln kann.

Ausgerüstet ist der 808er mit zwei 1,8 GHz schnellen Cortex-A57-Kernen und vier Cortex-A53-Kerne. Er hat damit nur insgesamt 6 statt 8 Kerne, basiert aber natürlich auch auf der 64-Bit-Architektur. Im Alltag liefert auch er eine sehr gute Performance. Der Snapdragon 808 (MSM8992) verfügt über das gleiche Multimode-LTE-Modem wie der 810, ist aber statt mit einer Adreno-430- mit der Adreno-418-GPU ausgestattet, was in einer etwas geringeren Grafikperformance resultiert. Er kann aber beispielsweise genauso externe 4K-Bildschirme via HDMI 1.4 ansteuern.

(Screenshot: CNET).

LG G4 im AnTuTu-Benchmark-Test (Screenshot: CNET).

Im Vergleich zum G Flex 2, dass mit dem Snapdragon 810 ausgestattet ist, wirkt der 808er auf dem Papier wie ein Rückschritt. Auch wenn der Snapdragon 810 in Benchmarks etwas besser abschneidet, fühlte sich das System sowie das Schließen von Apps, Öffnen von Chrome-Tabs oder Aufrufen der Kamera auf dem G4 schneller an, als auf dem G Flex. Die Kamera ist in nur 1,5 Sekunden gestartet und ein kompletter Reboot dauert gut 35 Sekunden.

(Grafik: CNET).

(Grafik: CNET).

In den gängigen Benachmark-Tests schneidet das LG G4 ebenfalls nicht schlecht ab. Im Quadrant-Standard schaffte es 26.320 Punkte und der beste Multi-Thread-Linpack-Score beträgt 606.715 MFLOPs in 0,28 Sekunden. Auch im AnTuTu-Bench schneidet es mit 49.000 Punkte gut ab. An die Konkurrenz kommt es auf dem Benchmark-Prüfstand aber wie erwähnt nicht ganz heran. Das Galaxy S6 und das HTC One M9 schneiden jeweils klar besser ab. Im Geekbench 3 hat das S6 sogar einen sehr großen Vorsprung.

Allerdings zählen am Ende nicht Werte in Benchmark-Tests, sondern die Leistung im praktischen Einsatz. Und hier macht das G4 größtenteils eine sehr gute Figur. Alltägliche Aufgaben wie das Starten von Apps, das Schießen von Fotos in schneller Folge oder die Rückkehr zum Startbildschirm gehen blitzschnell. Auch bei grafikintensiven Spielen wie Riptide GP 2 oder Dead Trigger bietet das G4 hohe Frameraten und Details sowie schnelle Ladezeiten. Allerdings tauchen hin und wieder kleinere Lags beim Multitasking auf, wie es auch einige wenige Nutzer bei den XDA Developers berichten. Das Abschalten der Multi-Window-Funktion sowie das Schließen geöffneter Apps soll aber in diesem Fall Abhilfe schaffen. Im Idealfall lässt sich dies auch durch ein Softwareupdate beheben.

(Screenshot: CNET).

Gut 21 GByte bleiben für Nutzerdaten übrig (Screenshot: CNET).

Der interne Speicher ist in der Standardausführung 32 Gigabyte groß. Zusätzlich lässt sich der interne Speicher um bis zu 128 GByte per microSD-Karte erweitern. LG gibt hier bis zu 2 TByte an, was aber mehr ein Marketing-Gag ist, da aktuelle microSD-Karten derartige Kapazitäten noch gar nicht bieten.

(Foto: CNET).

Eine microSD-Karte kann beim LG zur Speichererweiterung dienen (Foto: CNET).

Software & Features

Als Betriebssystem kommt das aktuellste Android 5.1 samt LGs neuer Benutzeroberfläche LG UX 4.0 zum Einsatz. LG konzentrierte sich besonders darauf, das Design des UI zu vereinfachen und die Anwendung von Funktionen zu erleichtern. Mit einem doppelten Fingertipp auf die Rearkeys lässt sich zum Beispiel ein Foto aufnehmen, auch wenn das Display ausgeschaltet ist. Die Galerie gruppiert Fotos künftig nach dem Ort und der Zeit der Aufnahmen.

(Screenshot: CNET).

Das LG G4 kommt mit Android 5.1 und LGs UX 4.0 (Screenshot: CNET).

Verbesserung gibt es auch beim Kalender, in den sich jetzt auch Termine von Sozialen Netzwerken einfach per Drag-and-Drop einspeichern lassen. Das verbesserte “Smart Notice” informiert nun beispielsweise auch über akkuhungrige Apps, die noch im Hintergrund laufen. Für favorisierte Kontakte wird das LG G4 zudem automatisch eigene Klingeltöne festlegen. Mit Smart Bulletin erhält das LG G4 noch einen eigenen Homescreen für die Benachrichtigungen und Widgets des Nutzers, der einen besseren Überblick liefern soll.

Dual-Window, KnockOn und KnockCode sind ebenfalls mit an Bord. Mit der Funktion Glance View lässt sich zudem die Uhrzeit prüfen, ohne das Display anschalten zu müssen. Im Gegensatz zum Galaxy S6 und iPhone 6 gibt es aber beispielsweise noch keinen Fingerabdruckscanner zum Entsperren des Gerätes.

Kamera

Das Highlight des LG G4 ist seine überarbeitete Kamera. Neben einer höher auflösenden 8-Megapixel-Knipse in der Front bringt das G4 auch eine verbesserte Rückkamera mit einer gesteigerten Auflösung von 16 Megapixel (zuvor 13 Megapixel) mit. Den Unterschied in der Bildqualität macht aber nicht die Auflösung, sondern zum Großteil der größere Bildsensor im 1/2,6-Zoll-Format sowie die lichtstärkere f1.8-Blende aus. Letzere sorgt für eine um bis zu 80 Prozent gesteigerte Helligkeit im Vergleich zu einer f2.4-Blende, die laut LG in vielen Smartphones verbaut sei. In Flaggschiffen kommen diese in der Regal aber nicht mehr zum Einsatz, womit der Unterschied zu der meisten Konkurrenz nicht so groß ist, wie es LG uns gerne weismachen will. Huawei setzt beim P8 beispielsweise auf eine f2.2-Blende. Samsung verbaut im S6 eine f1.9-Blende.

(Foto: CNET).

(Foto: CNET).

Dennoch ist die Kamera das LG G4 herausragend. Mit dem G4 ist man in der Lage, hervorragende Aufnahmen unter ein Vielzahl von Bedingungen zu schießen. Im Freien liefert die Kamera Fotos mit tollen Kontrasten und kräftigen sowie natürlichen Farben, wenn es auch nicht immer gelingt, helle und dunkle Bereiche optimal auszugleichen. Was die Kamera des G4 aber wirklich von der Konkurrenz hervorstechen lässt, sind ihre Low-Light-Fähigkeiten – insbesondere der manuelle Modus und die RAW-Bildaufnahmen.

(Foto: CNET).

Die Kamera-App des LG G4 (Foto: CNET).

Mit an Bord ist natürlich auch wieder der schon vom G3 bekannte Laserfokus, der ebenfalls verbessert wurde. Er erlaubt das Fokussieren in nur 0.276 Sekunden. Dank der Schnellauslösefunktion Quick Shot sind Fotos in nur 0,6 Sekunden im Kasten. Daneben kommt beim LG G4 zusätzlich zum LED-Blitz ein Farbspektrumsensor für eine bessere Farbwiedergabe auf Fotos zum Einsatz. LG betont, dieser sei bisher in keinem anderen Smartphone verbaut worden. Er sorgt durch eine automatische Anpassung der Farbtemperatur und des Weißabgleichs für bessere Ergebnisse.

Anhand nachfolgender Testaufnahmen kann sich jeder selbst ein Bild von der Kameraqualität machen. Die Aufnahmen wurden allesamt mit dem automatischen Modus geschossen. Es folgen auch noch Vergleichsfotos mit dem Galaxy S6 und dem iPhone 6.

(Foto: CNET).

LG G4 mit Automatikmodus (Foto: CNET).

(Foto: CNET).

LG G4 Nahaufnahme mit Automatikmodus (Foto: CNET).

(Foto: CNET).

LG G4 im Vergleich mit dem…(Foto: CNET).

(Foto: CNET).

…Samsung Galaxy S6 (Foto: CNET).

(Foto: CNET).

LG G4 vs Galaxy S6 vs iPhone 6 – Automatik ohne HDR (Foto: CNET).

(Foto: CNET).

LG G4 vs Galaxy S6 vs iPhone 6 – Automatik mit HDR (Foto: CNET).

Die wahre Stärke des LG G4 zeigt sich dann bei schlechten Lichtverhältnissen, wie es diese Nachtaufnahmen verdeutlichen.

(Foto: CNET).

LG G4 – Automatikmodus (Foto: CNET).

(Foto: CNET).

Galaxy S6 – Automatikmodus (Foto: CNET).

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iPhone 6 – Automatikmodus (Foto: CNET).

(Foto: CNET).

LG G4 vs Galaxy S6 vs iPhone 6 – Automatik bei Nacht (Foto: CNET).

Ein Vorteil beim LG G4 ist außerdem die Möglichkeit, Bilder gleichzeitig auch im RAW-Format aufzunehmen. RAW-Fotos sind kurzgesagt die unverarbeiteten Rohdaten einer Aufnahme, die mehr Details enthalten und dadurch wesentlich besser zur Nachbearbeitung mit Bildbearbeitungssoftware geeignet sind. Dadurch lässt sich beispielsweise auf zu dunkel geratenen Schnappschüssen die Helligkeit noch im Nachhinein korrigieren, ohne dass ein zu großes Bildrauschen entsteht.

(Foto: CNET).

RAW ohne Nachbearbeitung (Foto: CNET).

(Foto: CNET).

RAW nach Nachbearbeitung (Foto: CNET).

Die Voraussetzung für RAW-Dateien hat Google mit Android 5.0 Lollipop generell für alle Hersteller geschaffen. Samsung hat diese Funktionalität aber beispielsweise noch nicht in das S6 ab Werk integriert. Das Update auf Android 5.1.1 soll die RAW-Fotos nun aber auch für das S6 freischalten – zumindest schon einmal für Dritt-Anbieter-Apps. Beim G4 ist das Feature aber von Haus aus an Bord und auch in die native Kamera-App des Hersteller integriert.

In Verbindung mit dem neuen manuellen Modus, der umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten bietet, kann die Kamera des LG G4 bei Nacht noch beeindruckendere Fotos schießen. Einen für „professionelle Anwender“ ausgelegten Modus hatte zuvor beispielsweise schon HTC bei seiner One-Reihe integriert. LG hat die Idee übernommen und bietet im manuellen Modus Einstellungsmöglichkeiten für Weißabgleich, Fokus, Helligkeit, ISO und Verschlusszeit. Der manuelle Modus lässt sich nach einem Fingertipp auf der Symbol mit den drei Pünktchen in der linken, oberen Ecke aktivieren.

 (Foto: CNET).

Der manuelle Modus bietet mehr Kontrolle über die Einstellungen der Kamera (Foto: CNET).

Anschließend finden G4-Besitzer eine Toolbar am unteren Bildschirmrand vor, mit der sich die genannten Einstellungen je nach Situation anpassen lassen. Für den Weißabgleich lassen sich Werte zwischen 7500 K (warm) und 2300 K (kalt) einstellen. Eine Veränderung ist in 100-K-Schritten möglich.

 (Foto: CNET).

Es gibt einen Modus für den Weißabgleich,… (Foto: CNET).

Der Fokus kann relativ frei eingestellt werden. Mit maximaler Einstellung kann das G4 Objekte aus einer Entfernung von gut 7 Zentimetern noch scharf erfassen. Das LG G4 bietet aber auch im manuellen Modus eine Automatik-Einstellung für den Fokus.

 (Foto: CNET).

…den Fokus,… (Foto: CNET).

Für die Helligkeit können Werte zwischen + und – 2,0 festgelegt werden. LG erlaubt beim Erhöhen der Helligkeit um den Wert 0,5 zwei Zwischenschritte.

 (Foto: CNET).

…die Helligkeit,… (Foto: CNET).

Für ISO bietet der manuelle Modus Werte zwischen 2700 und 50. Von 50 bis 500 lassen sich diese in Schritten von 50 festlegen. Ab 500 werden die Sprünge kontinuierlich größer.

 (Foto: CNET).

…den ISO-Wert,… (Foto: CNET).

Die Verschlusszeit können Anwender maximal auf 1/6000 stellen. Die längsten Verschlusszeiten sind 30 15, 8, 4, 2 und 1 Sekunde, die für längere belichtete Fotos bei Nacht sorgen.

 (Foto: CNET).

…und die Verschlusszeit (Foto: CNET).

Die Beleuchtung kann mit Hilfe der Taste „AE-L“ fixiert werden. In diesem Modus haben Anwender die meiste Kontrolle, da die Software des G4 nicht versucht, die ISO-Werte oder die Verschlusszeit der Szene anzupassen. Ist die Funktion „Exposure-Lock“ eingeschaltet, steht die die Helligkeitseinstellung nicht mehr zur Verfügung.

In unserem Test haben wir die Skyline von Shanghai bei Nacht fotografiert. Den Fokus haben wir auf Automatik gestellt. Zudem war die Funktion „AE-L“ aktiviert, um volle Kontrolle über die Verschlusszeit und den ISO-Wert zu erhalten. Der Weißabgleich war etwas in den kälteren Bereich justiert, der ISO-Wert auf 50 eingestellt. Anschließend haben wir die verschiedenen Verschlusszeiten von 30 bis 1 Sekunde ausprobiert. Die Bilder öffnen sich nach einem Klick in größerer Auflösung. In voller Auflösung haben wir sie nachfolgend verlinkt.

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 1 Sekunde (Foto: CNET).

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 2 Sekunden (Foto: CNET).

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 4 Sekunden (Foto: CNET).

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 8 Sekunden (Foto: CNET).

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 15 Sekunden (Foto: CNET).

LG G4 (Foto: CNET).

Verschlusszeit: 30 Sekunden (Foto: CNET).

Volle Auflösung:

 

Die Ergebnisse sprechen glaube ich für sich und übertreffen alle Smartphone-Aufnahmen bei Nacht, die ich bisher gesehen habe. Die Fotos sind in Sachen Schärfe, Details, Farben und Helligkeit atemberaubend. Sogar beim Heranzoomen sind die Fotos noch überraschend scharf. Dank des manuellen Modus und der dadurch langen Verschlusszeit sind auch bei Nacht erstaunlich gut belichtete Aufnahmen möglich.

Allerdings muss man das Smartphone für solche Aufnahmen fixieren. Ein kleines Stativ beziehungsweise ein Mini-Tripod ist sicherlich die beste Lösung. Aber auch ohne Stativ findet sich in der Regel immer eine Möglichkeit, das Smartphone irgendwo anzulehnen. Dann entfällt das eventuell als lästig empfundene Tragen eines Stativs. Wir haben es in unserem Test beispielsweise einfach gegen eine Laterne gelehnt. Insgesamt lässt sich festhalten, dass das LG G4 in Verbindung mit dem manuellen Modus aktuell sicherlich der König der Nachtaufnahmen ist. Kein anderes Smartphone kann hier mithalten.

Auch für Videoaufnahmen bietet das LG G4 eine Verbesserung. Es kommt mit einem verbesserten optischen Bildstabilisator. Dieser soll Verwackler nun auch über drei, statt wie bisher nur zwei Achsen ausgleichen. Im Test konnte der OIS des LG G4 voll überzeugen. Sogar auf voller Zoomstufe ließen sich Videos ohne Stativ & Co. mit der freien Hand fast ohne Verwackler aufzeichnen. Nur ab und zu hat man das Gefühl, dass der OIS etwas schwimmt. Nachfolgendes Video zeigt eine Testaufnahme.

Kommunikation

In Sachen Funktechnik bietet das LG G4 dank dem Snapdragon 808 ebenfalls LTE Cat 9 mit bis zu 450 MBit/s im Download. Wie üblich gesellen sich auch HSPA+ mit 42 beziehungsweise 21 MBit/s dazu. Zudem sind WLAN nach 802.11 a/b/g/n/ac und Dual-Band-WiFi, Bluetooth 4.1, GPS, Glonass und NFC mit an Bord. Mobilfunk- beziehungsweise WLAN-Empfang sowie Sprachqualität konnten im Test überzeugen.

Sound

Das LG G4 kommt leider nicht mit Stereo-Speakern, sondern setzt weiterhin auf einen Mono-Lautsprecher, der auf der Rückseite des Gerätes sitzt. Dieser bietet aber eine ordentliche Soundqualität und auch eine erstaunlich hohe Lautstärke. Um einen kompletten Raum zu beschallen oder auf der Grillparty zu Hause oder am See in einer größeren Gruppe für Unterhaltung zu sorgen, reicht der Lautsprecher aber nicht aus. Hierfür sind wie bei allen Smartphones Bluetooth-Lautsprecher zu empfehlen.

(Foto: CNET).

Das LG G4 ist mit einem Mono-Lautsprecher ausgestattet (Foto: CNET).

Akku

Der Akku des LG G4 fasst 3.000 mAh. Laut LG reicht das für eine Betriebszeit von 14 Stunden und eine Standby-Zeit von 400 Stunden. Trotz einer im Vergleich zum G3 identischen Kapazität hat sich die Akkulaufzeit verbessert. Im CNET-Videotest schaffte das LG G4 10 Stunden und 38 Minuten. Das G3 kam lediglich auf 9 Stunden und 22 Minuten, wurde aber auch noch mit Android 4.4 getestet.

Insgesamt ist die Akkulaufzeit des G4 dennoch nur durchschnittlich. Viele Konkurrenten kann das G4 trotz länger Laufzeit nicht überflügeln. Das Galaxy S6 schaffte beispielsweise 12 Stunden und 36 Minuten in demselben Test. Das Huawei Ascend Mate hielt sogar ganze 17 Stunden durch. Es gibt aber auch Geräte, die deutlich schlechter abschneiden als das G4. Das One M9 kam nur auf knapp über 8,5 Stunden.

(Foto: CNET).

Der Akku hat 3.000 mAh (Foto: CNET).

Im Alltag kommt man mit dem G4 also nur über einen Tag. Am Abend muss das Gerät regelmäßig geladen werden. Die deutlich bessere Laufzeit eines LG G2 darf man also auch bei der neuesten Generation des LG-Flaggschiffs nicht erwarten. Das liegt vor allem an dem hochauflösenden QHD-Display. Im Standby-Betrieb verbraucht das LG G4 nämlich nur sehr wenig Strom.

Auf maximaler Helligkeit reichte eine volle Akkuladung nur aus, um gut 4 Stunden Youtube-Videos via WLAN anzuschauen. Auf halber Helligkeit kamen wir auf knapp 5 Stunden und 20 Minuten. Wer noch Abends im Bett surft und das Display ebenfalls etwas dimmt, kommt ca. dieselbe Zeit beim Surfen über die Runden. Beim Zocken von grafikintensiven Games hielt das G4 auf halber Helligkeit nur noch knapp 3,5 Stunden durch.

Fazit

Das LG G4 ist nicht perfekt, aber aktuell eines der besten Smartphones am Markt. Trotz Echtlederückseite und gebogenem Display ist beim sonst überwiegend auf Kunststoff basierenden Gehäuse-Design sicherlich noch etwas Luft nach oben. Insgesamt macht das LG G4 aber auch so schon einen hochwertigen und sehr eleganten Eindruck. Ein Vorteil der geschwungenen Form, die es sonst bei keinem Anbieter gibt, ist ein erhöhter Tragekomfort in der Hosentasche. Das IPS-Quantum-Display überzeugt besonders mit natürlichen Farben, einer hohen Helligkeit und einer gestochen scharfen QHD-Auflösung. Die 808-CPU ist zwar nicht die schnellste am Markt, entwickelt dafür aber auch weniger Wärme als das Top-Modell Snapdragon 810. Im Alltag bietet auch sie genügend Leistung für ein meist ruckelfreies System oder grafikaufwendigere Spiele. An einigen Stelle könnte LG aber noch an der Performance arbeiten. Die Kamera samt manuellem Modus und RAW-Aufnahmen hebt das LG G4 deutlich von der Konkurrenz ab. Kein anderes Smartphone kann bei Nachtaufnahmen mithalten. Große Schwächen leistet sich das LG G4 nicht. Die Akkulaufzeit ist allerdings nur durchschnittlich und reicht im Schnitt nur einen Tag.

Christian Schartel
Autor: Christian Schartel
Redakteur
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu LG G4 im ausführlichen Test: Bei Nachtaufnahmen kann keiner mithalten

  • Am 21. Juli 2015 um 05:50 von Chris

    schöne Bilder. anscheinend ist die Lederhaut eine Augenauswischerei, oder eine Aufforderung sich die Hände mehr einzucremen

  • Am 8. September 2015 um 18:00 von nox

    Alle, die das Lumia 1020 kennen, können über diese angeblich so sensationellen Kameraleistungen nur lächeln, und das immerhin seit rund 2 Jahren…

    • Am 7. November 2015 um 18:32 von makko

      wenn man nur auf die MP´s schaut…

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