Humanoider Roboter Pepper: Softbank verkauft 1000 Exemplare in einer Minute

Der emotionale Roboter Pepper ist mit einem Preis von 1415 Euro vergleichsweise günstig. Softbank will in der nächsten Monaten jeweils weitere 1000 Roboter in den Verkauf bringen.

Der etwa 1,20 Meter große Pepper bewegt sich auf Rollen und erinnert entfernt an die japanische Anime-Figur Astro Boy. Er ist nicht als Haushaltshilfe für Geschirrspülen oder Staubsaugen geeignet, obwohl er leichte Objekte greifen kann. Er ist vielmehr als ein unterhaltsamer Gefährte gedacht, der menschliche Gefühle wahrnimmt und lebhaft darauf reagiert. Der Roboter soll „das Leben der Menschen bereichern, Beziehungen ermöglichen, Spaß mit ihnen haben, ihnen einige Dienste erweisen und sie mit der Welt draußen verbinden“, heißt es dazu in der FAQ des Herstellers.

Softbank hat die ersten 1000 Exemplare des sprechenden und mit „emotionaler Intelligenz“ auf Menschen reagierenden Roboters innerhalb einer Minute verkauft. Weitere Bestellungen nimmt der japanische Telekom- und Medienkonzern derzeit nicht an, will aber in der nächsten Monaten jeweils weitere 1000 Roboter des Modells „Pepper“ produzieren und für jeweils 198.000 Yen (1415 Euro) in den Verkauf bringen.

Für die relativ komplexe Hardware ist dieser Preis günstig. Für Cloud-Services und Garantieleistungen müssen die Käufer außerdem außerdem monatlich rund 25.000 Yen (180 Euro) aufbringen. Softbank rechnet trotzdem damit, mit dem Verkauf seiner Roboter mindestens vier Jahre lang Verluste einzufahren.

Pepper erkennt menschliche Emotionen und reagiert auf sie (Bild: Softbank).

Pepper erkennt menschliche Emotionen und reagiert auf sie (Bild: Softbank).

Entwickelt wurde der vor einem Jahr erstmals vorgestellte Pepper von der Firma Aldebaran entwickelt, einem in Frankreich gegründeten Robotik-Unternehmen, das zur Softbank-Gruppe gehört. An Softbank Robotics haben sich aber inzwischen auch der taiwanische Auftragshersteller Foxconn und der chinesische E-Commerce-Konzern Alibaba mit jeweils 20 Prozent beteiligt, während Softbank die restlichen 60 Prozent hält.

Die humanoide Form des Roboters soll Kommunikation und Interaktion erleichtern: „Sprechen und bewegen Sie sich einfach.“ Der Aldebaran-Store will außerdem bald neue Verhaltensweisen zum Download anbieten, um den Roboter weiter nach eigenen Wünschen anpassen zu können. Über die bereits vorhandenen Anwendungen hinaus erwartet der Hersteller „ein großartiges Business mit der Schaffung von Apps für humanoide Roboter.“ Softbank kündigte im Februar außerdem eine Partnerschaft mit IBM an, in deren Rahmen sich Pepper mit dem Supercomputer Watson verbinden könnte, um komplexe Anweisungen zu verstehen und schwierige Fragen zu beantworten.

Auch an den geschäftlichen Einsatz von Pepper ist gedacht, etwa für die Begrüßung von Kunden oder die Ausgabe von Taschentüchern. Schon im Herbst will das Joint Venture von Softbank, Foxconn und Alibaba zur Entwicklung von kommerziell nutzbaren Robotern übergehen. Ab dem nächsten Jahr ist der Verkauf humanoider Roboter auch außerhalb von Japan vorgesehen.

„Pepper ist der erste Schritt“, sagte Softbank-CEO Masayoshi Son bei einer Veranstaltung, an der auch Foxconn-CEO Terry Gou und Alibaba-Gründer Jack Ma teilnahmen. „Wir haben in Japan begonnen, aber wir werden das zu einem weltweiten Business machen.“

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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