Google erweitert Streamingdienst um kostenlose Radiosender

Sender lassen sich nach Kriterien wie Genre, Jahrzehnt oder Stimmung auswählen. Ein Überspringen von Songs ist aber nur bis zu sechsmal pro Stunde möglich. Das Angebot steht zunächst nur Nutzern in den USA zur Verfügung.

Play Music wurde um kostenlose, werbefinanzierte Radiosender erweitert. Das Angebot steht zunächst nur Nutzern in den USA zur Verfügung. Es ist zudem nur über einen Browser sowie Android nutzbar. In Kürze soll das Angebot auch für iOS-Geräte erhältlich sein.

Google Play Music (Bild: Google)

Google Play Music (Bild: Google)

Neu sind die von Google zusammengestellten Wiedergabelisten im Grunde nicht, sie standen bisher aber nur zahlenden Kunden zur Verfügung. Wie The Verge berichtet, basieren sie auf dem im vergangenen Jahr gekauften Start-up Songza.

Dass Google sein Gratisangebot auf kuratierte Radiosender beschränkt, um der Kritik von Musikern und Komponisten zu entgehen, die über zu geringe Einnahmen aus Spotifys werbefinanziertem On-Demand-Angebot klagen, vermutet The Verge. Zudem stelle Google für seine Radiosender dieselbe Auswahl an Songs zur Verfügung wie für kostenpflichtige Abonnements.

Elias Roman, Produktmanager von Google Play Music, sieht es nicht als Nachteil an, dass Nutzer der Radiosender von Google Play Music nicht selber auswählen können, welche Musik sie hören. Die meisten Verbraucher seien auf ein möglichst einfaches Nutzererlebnis aus. „Sie wollen, dass es kontextabhängig relevant ist, aber sie wollen nicht an vielen Knöpfen drehen“, zitiert ihn The Verge.

Google gebe bei der Zusammenstellung des Programms, genauso wie Apple, Menschen den Vorzug vor Algorithmen, heißt es weiter in dem Bericht. Sobald ein Nutzer eine Wiedergabeliste nach Kriterien wie Stimmung, Genre, Jahrzehnt oder Aktivität auswähle, stehe ein Mensch dahinter. Lediglich für auf bestimmten Künstlern oder Songs basierende Liste setze Google auf Algorithmen. The Verge weist auch auf verschiedene Einschränkungen für die kostenlosen Radiosender hin.

Nutzer könnten beispielsweise nur sechsmal pro Stunde einen Song überspringen. Die Wiedergabe lasse sich anhalten, aber nicht vor- oder zurückspulen. Google biete zudem keine Vorschau auf die nächsten Songs. Abonnenten können hingegen ihre Wiedergabelisten individuell zusammenstellen, umbenennen und sogar für die Offline-Wiedergabe speichern. Qualitativ müssen Google-Nutzer jedoch keinen Kompromiss eingehen.

Solange es die Datenverbindung erlaubt, überträgt Google Musik mit 320 KBit pro Sekunde. Apple Music begrenzt die Streaming-Bitrate hingegen auf 256 KBit pro Sekunde. Vermutlich wird Apple für das Streaming allerdings seinen eigenen Codec AAC einsetzen, der auch bei niedrigen Datenrate eine gute Qualität bietet.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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