Apple Music, Spotify & Co: für wen sich ein Abo wirklich lohnt

Heute startet Apples Streamingdienst Apple Music und konkurriert mit Spotify und Co. Nach der kostenlosen Testphase werden auch hier Gebühren fällig. Die monatlich „nur“ 10 Euro für unbegrenzten Musikgenuss klingen attraktiv, ein Abo lohnt sich tatsächlich aber nur für die wenigsten Käufer.

2,5 Millionen Deutsche nutzen laut Bundesverband der Musikindustrie (BVMI) aktuell einen kostenpflichtigen Streaming-Dienst, weitere 8 Millionen streamen kostenlos. Heute Nachmittag um 16 Uhr startet auch Apple mit iOS 8.4 seinen Streaming-Dienst Apple Music und bringt damit ein weiteres Musikstreaming-Angebot in Deutschland auf den Markt.

Wie die Premium-Angebote beispielsweise von Spotify und Deezer wird auch Apple Music nach der kostenlosen Testphase mit 9,99 Euro monatlich zu Buche schlagen und unbeschränkten Zugriff auf Millionen Musiktitel bieten.

10 Euro im Monat für Musikgenuss ohne Limit klingen verlockend, aber nicht für jeden lohnt sich ein Streaming-Abo tatsächlich. Laut Statista, das sich auf Zahlen des BVMI beruft, gaben Musikkäufer in Deutschland im Jahr 2014 durchschnittlich rund 60 Euro aus – ein Jahresabo für einen typischen Streamingdienst kostet das Doppelte. Ein Abo lohnt sich demnach streng genommen nur für die sogenannten Intensivkäufer, die durchschnittlich rund 250 Euro im Jahr für Musik ausgeben. Diese machen allerdings nur 4 Prozent der Bevölkerung aus, wie die Grafik zeigt. Sie zeigt den Bevölkerungsanteil verschiedener Käufergruppen von Musik nach Ausgaben im Jahr 2014.

Für die Musikindustrie könnten sich die bei Plattenfirmen und Künstlern durchaus umstrittenen All-you-can-stream-Angebote Statista zufolge also durchaus als Glücksfall herausstellen – indem sie mit ihrem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis auch Gelegenheitshörer zu höheren Ausgaben verführen.

Bei Apple Music fallen nach dem kostenlosen Testzeitraum von drei Monaten etwa in den USA 9,99 Dollar für eine Einzelperson oder 14,99 Dollar für eine Familie mit bis zu sechs Personen an. Von diesen Einnahmen gibt Apple durchschnittlich 73 Prozent an Musiklabels weiter, in den USA allerdings nur 71,5 Prozent. Apple Music läuft auf iPhone, iPad, iPod Touch, Mac-Computern, PCs und Apple TV. Für Herbst hat Apple die Unterstützung von Android angekündigt.

Der im Rahmen von Apple Music kostenlose Radiodienst Beats 1 sollte eine Stunde nach dem Start von Apple Music zu senden beginnen.

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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