Apple Beats 1: Radiosender zensiert anstößige Wörter in Songs

Das neue Angebot stößt nicht nur auf Begeisterung, denn bei Beats 1 werden Wörter, die nicht familientauglich sind, durch ein Störgeräusch überdeckt. Davon ist auch Rapper Dr. Dre betroffen, der nach der Beats-Übernahme Apple-Angestellter ist.

Kaum jemand hat damit gerechnet, dass Apple bei seinem gestern Nachmittag mit dem Streamingdienst Apple Music gestartetes kostenloses Radioprogramm Beats 1 Songs durch ein Störgeräusch zensiert, wenn Texte anstößige Wörter enthalten, um familienfreundlich zu sein. Dies gilt sogar für Rapsongs des Beats-Gründers und nun Apple-Angestellten Dr. Dre, wie TechCrunch aufgefallen ist. Damit stößt der das neue Angebot nicht nur auf Begeisterung.

Apple Music beinhaltet auch den Live-Radiosender Beats 1 (Bild: Apple).

Apple Music beinhaltet auch den Live-Radiosender Beats 1 (Bild: Apple).

Der von Apple im Februar angeheuerte Londoner DJ Zane Lowe, der zuvor ein BBC-Programm mit dem ähnlich klingenden Titel „Radio 1“ moderierte, fungiert als Stimme des Radioprogramms. Seine Sendungen sind nicht durchwegs live, sondern werden wiederholt, um Menschen in unterschiedlichen Zeitzonen zu erreichen. Beats 1 hat laut Apple Studios in Los Angeles, New York und London. Dennoch wurde Lowe auf Twitter von Hörern dafür kritisiert, dass er von einem „weltweiten“ Programm sprach.

Beats 1 läuft zwar in rund 100 Ländern, aber doch nicht in allen. Zudem bekritteln zahlreiche Twitter-Nutzer, Lowe höre sich offenbar etwas zu gerne reden. Tatsächlich sind seine Ansagen nach Eindruck unserer ZDNet-Kollegen oft reine Eigenwerbung und voller Wiederholungen.

Das englischsprachige Programm enthält auch bezahlte Werbung, was Apple vorab nicht kommuniziert hatte und daher manche überraschte. Beispielsweise gibt es Sponsorennennungen: „Dieses Programm wurde von American Express ermöglicht.“ Den größten Teil von Beats 1 macht aber die Musik aus – und die ist von großer Vielfalt geprägt, offenbar um eine möglichst breite Gruppe an Hörern anzusprechen.

Der Nachteil: Nur wenigen Hörern werden alle Songs gefallen. Immerhin haben Apple und sein DJ der Versuchung widerstanden, durch einen Supermarkt-artigen Mix aus Klassikern der Sechziger- bis Achtzigerjahre oder einfach nur die aktuellen Charts einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden.

In manchen Ländern bietet Apple auch gebührenfreie Rufnummern an, unter denen sich Hörer in guter alter Radiomanier Songs wünschen können. Die Übersicht findet sich ausgerechnet auf den Seiten zu Apple Music auf Tumblr, also bei Yahoos Blog-Service. Nutzer in Deutschland können +49 1573 5982361 wählen.

Für aktuelle Hits beispielsweise enthält Apple Music einen separaten Sender. Er ist nicht kostenlos verfügbar, sondern nur für Abonnenten, die immerhin in den ersten drei Monaten nichts zahlen. Anschließend fallen 9,99 Euro pro Einzelabonnent oder 14,99 Euro für ein Familienabo an.

Die App Apple Music ist Teil des seit gestern verfügbaren Updates auf iOS 8.4. Der Sender Beats 1 kann auch über iTunes 12.2 für Mac und Windows gehört werden. Eine Android-App ist in Vorbereitung.

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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