G Data entdeckt alle 18 Sekunden neuen Android-Schädling

G Data registriert inzwischen täglich 4900 neue Android-Schaddateien, insgesamt wird in diesem Jahr wird mit über 2 Millionen gerechnet. Über 50 Prozent zielen dabei auf Finanzgeschäfte ab.

Die Gesamtzahl der neuen Android-Schädlinge soll in diesem Jahr erstmals die Marke von 2 Millionen überschreiten. Das würde einem Plus von mindestens 29 Prozent gegenüber 2014 entsprechen. Allein im ersten Quartal hat G Data 440.267 neue Android-Schaddateien entdeckt, so der aktuelle Mobile Threat Report (PDF) des Unternehmens. Umgerechnet sind das 4900 Malware-Dateien pro Tag oder alle alle 18 Sekunden ein neuer Schädling. Die Zahl erhöhte sich damit gegenüber dem vierten Quartal 2014 um 6,4 Prozent.

G Data rechnet in diesem Jahr erstmals mit mehr als zwei Millionen neuen Android-Schaddateien (Bild: G Data)

G Data rechnet in diesem Jahr erstmals mit mehr als zwei Millionen neuen Android-Schaddateien (Bild: G Data)

Über 50 Prozent der Android-Schaddateien zielen laut Christian Geschkat, Produktmanager Mobile Solutions bei G Data, dabei auf Finanzgeschäfte ab. „Die Nutzung von Smartphones und Tablets fürs Online-Banking steigt rasant. Hier rückt insbesondere das Android-Betriebssystem mit dominierender Marktposition in den Fokus von Cyberkriminellen. Daher ist es nicht überraschend, dass Angreifer insbesondere für diese Plattform Finanz-Malware wie Banking-Trojaner entwickeln und verbreiten. Wir erwarten somit im laufenden Jahr einen deutlichen Anstieg finanziell motivierter Schadsoftware für das Android-Betriebssystem.“

Der Bochumer Sicherheitsanbieter warnt auch vor Auswirkungen auf das Internet der Dinge (IoT). Forscher entdeckten immer häufiger Sicherheitsmängel in smarten Autos, Heizungsanlagen oder Routern. Da zur Steuerung dieser Geräte häufig Smartphones und Tablets verwendet werden, erwartet G Data, dass Mobilgeräte künftig vermehrt als Angriffsvektor in den Fokus geraten.

Auf eine Studie von Pulse Security, wonach 97 Prozent der mobilen Malware speziell für Android-Geräte entwickelt werden, verweist der Sicherheitsexperte Graham Cluley in seinem Blog. Grund dafür seien die geringen Hürden für den Einstieg von App-Entwicklern und bis vor kurzem fehlende Sicherheitstests für neu im Play Store eingereichte Apps. Erst Anfang der Woche habe Google eine Schadsoftware aus seinem Marktplatz entfernt, die sich als Akkumonitor für Android getarnt habe, so Cluley weiter.

„Falls einfache Kunden und App-Entwickler weiter von den Vorteilen dieses Mobilbetriebssystems profitieren sollen, wäre Google gut beraten, sich die Erkenntnisse von G Data anzuschauen und mehr Ressourcen in die Verbesserung der Sicherheit von Android zu stecken“, kommentiert Cluley. Dabei müsse Google aber zwischen der Sicherheit auf der einen Seite und der Offenheit sowie schnellen Veröffentlichung von Apps auf der anderen Seite abwägen.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu G Data entdeckt alle 18 Sekunden neuen Android-Schädling

  • Am 13. Juli 2015 um 15:38 von th30d0r

    durch die fortschreitende Fragmentierung von Android dürfte sich das Problem der „Offenheit“ doch von selbst erledigen, oder?

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