Musik-Streamingdienst Napster steigert Nutzerbasis auf 3 Millionen Anwender

Napster schaffte es in nur einem Jahr, seine Nutzerzahlen um 50 Prozent auf drei Millionen weltweit aktive Anwender ausbauen. Spotify bringt es sogar auf 75 Millionen weltweit aktive Nutzer.

Wie Napster (in den USA und Lateinamerika Rhapsody) jetzt bekannt gegeben hat, konnte der Musik-Streamingdienst die eigene Nutzerbasis in nur einem Jahr auf 3 Millionen Anwender vergrößern, was einer Steigerung um 50 Prozent entspricht. Wie das Unternehmen in einer Pressemeldung mitteilte, sind die Nutzerzahlen in Deutschland sogar um 81 Prozent gestiegen. Ihm zufolge stellten die vergangenen zwölf Monate die schnellste Wachstumsperiode in der 13-jährigen Firmengeschichte dar. Im Sommer 2014 habe man noch den Meilenstein der 2-Millionen-Nutzergrenze passiert.

Logo Rhapsody und Napster (Bild: Rhapsody)

Logo Rhapsody und Napster (Bild: Rhapsody)

Den aktuellen Musikstreaming-Trend Napster sieht Napster auch durch den Markteintritt neuer Wettbewerber bestärkt. Zudem werde das gegenwärtige Wachstum in dem Bereich durch mobile Hörgewohnheiten und die Expansion von Audiostreaming-Diensten in neue, aufstrebende Märkte befeuert. So sei die Nutzung von Streaming-Angeboten auf Mobilgeräten im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 60 Prozent gestiegen.

Ferner hat Napster festgestellt, dass die neuen Märkte – allen voran Kolumbien und Brasilien – traditionelle Streaming-Märkte wie Deutschland hinsichtlich der Wachstumsstärke überholt haben. Dafür verfüge Napster hierzulande nach wie vor über eine der weltweit breitesten Nutzerbasen.

Der Musikstreaming-Pionier Napster hat die Marke von drei Millionen weltweit aktiven Nutzern geknackt (Screenshot: Napster/Rhapsody).

Der Musikstreaming-Pionier Napster hat die Marke von drei Millionen weltweit aktiven Nutzern geknackt (Screenshot: Napster/Rhapsody).

Napster hat im März als nach eigenen Angaben erster Musikdienst vollständig lizensierte Musik mithilfe sogenannter Audio Cards auf Twitter gebracht, um noch mehr Musikfans zum Streamen zu bewegen. Künstler können ihre Songs auf diese Weise direkt als Tweets mit ihren Followern teilen. Von dort kann jeder Twitter-Nutzer Lieder streamen oder sie erneut teilen.

Weiterhin ermöglicht Napster seinen Nutzern bei knappem Smartphone-Datenkontingent eine sogenannte Offline-Streaming-Rate. Mittels eines nun noch sichtbarer platzierten Offline-Knopfes lässt sich Musik herunterladen und zur Schonung des Datenvolumens auch ohne aktive Internetverbindung anhören. Durch die Umplatzierung des Buttons würden allein in Deutschland bereits rund 58 Prozent der Songs offline abgespielt.

Eine in diesem Sommer eingeführte Musik Inbox genannte Funktion gleicht des Weiteren wöchentlich und automatisch die Hörhistorie und Lieblingskünstler eines Nutzers mit entsprechender neuer Musik ab. Auf diese Weise sind laut Napster bis dato mehr als 1 Millionen personalisierte Empfehlungen an Abonnenten verschickt worden. Napster zufolge werden dabei Songs aus dem Rap- und Hip-Hop-Genre mehr als jede andere Musikrichtung in seinem Angebot gehört beziehungsweise gestreamt – dicht gefolgt von Dance- und elektronischer Musik.

Spotify (Bild: Spotify)

Spotify (Bild: Spotify)

Dass das Streamen von Musik derzeit einen Boom erlebt, macht sich nicht nur bei Napster bemerkbar. Auch Mitbewerber Spotify vermeldet aktuell mehr als 75 Millionen weltweit aktive Nutzer, von denen 20 Millionen Spotify-Premium-Abonnenten, also zahlende Kunden, sind. Damit hat der schwedische Musikstreaming-Dienst eigenen Angaben zufolge in nur einem Jahr rund 10 Millionen zahlende Anwender hinzugewonnen.

Darüber hinaus hat der Hightech-Verband Bitkom im Rahmen einer im Juni veröffentlichten repräsentativen Umfrage ermittelt, dass bereits 37 Prozent der deutschen Internet-Nutzer ab 14 Jahren Musik über Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer oder Soundcloud hören. Das entspreche wiederum einer Nutzerbasis von 20 Millionen Deutschen, zwei Millionen mehr als noch vor einem Jahr. 2013 waren es hingegen erst rund sechs Millionen. Aus der Bitkom-Studie ging außerdem hervor, dass bereits nahezu jeder fünfte Nutzer (19 Prozent) für Musikstreaming-Angebote bezahlt.

[Mit Material von Rainer Schneider, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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