Google Translate-App: gedruckter Text lässt sich jetzt in 27 Sprachen übersetzen

Die Übersetzungs-App von Google unterstützt künftig statt 7 Sprachen gleich 27. Die Funktion steht ab sofort für Android und iOS zur Verfügung. Unter Umständen müssen noch zusätzliche Sprachpakete heruntergeladen werden.

Googles App Translate zur Übersetzung von Texten beherrscht jetzt 27 Sprachen. Neben Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch werden unter anderem zwölf weitere europäische Sprachen sowie Indonesisch und Türkisch unterstützt. Die auf der Übernahme von Word Lens basierende Technik erlaubt es Nutzern, gedruckte Texte mit ihrem Smartphone oder Tablet zu erfassen und in der Sprache des Nutzers anzuzeigen.

Nutzer der Google-Übersetzer-App müssen einem Eintrag im Google-Blog zufolge zuerst noch zusätzliche Sprachpakete für die von ihnen gewünschten Sprachen herunterladen. Die Pakete sind demnach jeweils rund 2 MByte groß.

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Überarbeitet hat Google auch die Sprachübersetzung, die nun natürlicher klingen und schneller arbeiten soll – auch in langsamen Mobilfunknetzen, wie sie sich beispielsweise in vielen aufstrebenden Regionen finden. Alle Neuerungen stellt Google nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen für Android und iOS zur Verfügung.

„Unsere Mission ist es zu helfen, Sprachbarrieren zu überwinden“, sagte Julie Cattiau, Produktmanagerin für Google Translate, im Interview mit TechCrunch. „Unser wichtigstes Projekt ist die Verbesserung der Qualität von maschinellen Übersetzungen. Ein wichtiger Teil ist aber auch das Nutzererlebnis, weswegen wir auch in Dinge wie sofortige Übersetzungen per Kamera und mehrsprachige Unterhaltungen investieren.“

Google beschreibt in einem weiteren Blogeintrag Details zu der Technik, die die Übersetzung von gedruckten Texten in Echtzeit erlaubt. „Wie sind wir in der Lage, diese neuen Sprachen zu erkennen? Kurz gesagt: neuronale Netze“, schreibt Otavio Good, Software Engineer für Google Translate, im Google Research Blog. „Neuronale Netze haben in den vergangenen Jahren viel Aufmerksamkeit erfahren, weil sie im Bereich Bilderkennung viele neue Rekorde aufgestellt haben.“

Good ergänzte: „Vor fünf Jahren seien Computer nicht in der Lage gewesen auf einem Foto einen Hund von einem Auto zu unterscheiden, heute erkenne ein Computer sogar unterschiedliche Hunderassen. Wenn Du eine ausländische Speisekarte oder ein Schild mit der Google Translate App übersetzt, dann nutzt Du jetzt ein neuronales Netz.“

Good zufolge trennt die App auf einem mit der Kamera eines Smartphones oder Tablets aufgenommen Bild die Buchstaben vom Hintergrund. Dafür vergleicht sie Gruppen von Pixeln mit ähnlichen Farben, die sich in der Nähe von anderen Gruppen von Pixeln mit ähnlichen Farben befinden. „Das sind möglicherweise Buchstaben, und wenn sie nebeneinander sind, dann wird daraus eine Zeile, die wir lesen können.“ Die eigentliche Erkennung der Buchstaben erfolge per Deep Learning, ergänzte Good. Das neurale Netz lerne nicht nur das unterschiedliche Aussehen von Schriftzeichen, sondern auch, zwischen Buchstaben und nicht Buchstaben zu unterscheiden. Da Buchstaben in der realen Welt oft auch verschmutzt oder durch Lichtreflexionen verfremdet seien, habe Google einen Buchstaben-Generator entwickelt, der „Schmutz“ und anderes Rauschen nachahme.

Beispiele für schmutzige Buchstaben, die Google Translate erkennt (Bild: Google)

Beispiele für schmutzige Buchstaben, die Google Translate erkennt (Bild: Google)

Im letzten Schritt schlage die App die erkannten Buchstaben in einem Wörterbuch nach, um sie zu übersetzen. „Da die vohergegangenen Schritte fehlerhaft sein könnten, muss die Suche im Wörterbuch unscharf sein. So können wir, auch wenn wir ein ‚S‘ als ‚5‘ lesen, das Wort ‚5uper‘ finden.“

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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