Bluetooth-Boxen „Hoch“ von Thonet & Vander im Test

Thonet & Vanders 2-Wege-Lautsprecher namens Hoch sind in Schwarz und Weiß erhältlich, bringen insgesamt 70 Watt mit und lassen sich auch per Bluetooth ansteuern. Wir haben uns die 195-Euro-Boxen angesehen.

Nach dem ausführlichen Test der Highend-Boxen namens Koloss, haben wir uns jetzt die Lautsprecher „Hoch“ aus der Classic-Reihe genauer angesehen. Forschung, Entwicklung und Design kommen laut Hersteller aus Deutschland, produziert wird in einer unternehmenseigenen Fabrik in China. Der Vertrieb der Marke Thonet & Vander in Europa erfolgt exklusiv über Nedis. Das Netz an Verkaufsstellen ist, wenn man sich die Liste der Shops genauer ansieht, noch im Aufbau. Die Boxen sind hierzulande noch nicht ganz so einfach zu finden. Bei Bax-Shop beispielsweise sind die „Hoch“-Boxen derzeit für 195 Euro gelistet, bei Amazon-Drittanbietern sind sie ab rund 173 Euro zu haben.

Thonet & Vander, in anderen Ländern durchaus ein Begriff, ist hierzulande noch eher unbekannt, da das Unternehmen erst seit 2014 auch in Europa unter eigenem Label verkauft. Die Firma mit Sitz in Frankfurt hat sich der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung moderner Audio-Geräte in Übereinstimmung mit den deutschen Produktionsstandards verschrieben. Das Portfolio von Thonet & Vander umfasst Lautsprecher unterschiedlichster Art, 2.1-Heimkinosysteme, Kopfhörer und diverses Zubehör.

Lieferumfang

Das Aktivboxen-Duo „Hoch“ wird in Schwarz oder Weiß angeboten und kommt mit einer Ausgangsleistung von insgesamt 70 Watt. Die 2-Wege-Boxen – bei uns im Test die Version in dezentem Weiß – sind jeweils 18,1 Zentimeter breit, 23 Zentimeter tief und 46 Zentimeter hoch und damit vor allem deutlich niedriger als die kürzlich getesteten Kollegen namens „Koloss“. Anders als auf diversen Abbildungen zu sehen, kommen die weißen Boxen in mattem Weiß, aber ohne jegliche Holzstruktur und auch ohne die vier Löcher für die Abdeckungen.

Thonet und Vander Hoch (Bild: CNET.de)

Thonet und Vander Hoch Bild: CNET.de)

Die Boxen präsentieren sich ordentlich verarbeitet im HDAA-Holz-Korpus (High Density Acustic Absorber) im vergleichsweise schlichten Design. Sie sind nicht so aufwändig verarbeitet wie die Koloss-Boxen mit ihren abgeschrägten Kanten. Bei HDAA handelt es sich um ein natürliches Polymer mit hoher Dichte, das in Kombination ein steiferes und dichtes Material als der Werkstoff MDF erzeugt. Der Einsatz dieses Materials soll Vibrationen und Soundverluste spürbar verhindern.

Im Lieferumfang: Stereo-Audio-Kabel mit zwei RCA-Cinch-Steckern (High Shield) auf der einen und einem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker auf der anderen Seite, desweiteren ein 2,5 Meter langes Kabel zur Verbindung der Lautsprecher miteinander sowie zwei Netzkabel - einmal mit Eurostecker und einmal mit UK-Stecker (Bild: CNET.de).

Im Lieferumfang: Stereo-Audio-Kabel mit zwei RCA-Cinch-Steckern (High Shield) auf der einen und einem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker auf der anderen Seite, desweiteren ein 2,5 Meter langes Kabel zur Verbindung der Lautsprecher miteinander sowie zwei Netzkabel – einmal mit Eurostecker und einmal mit UK-Stecker (Bild: CNET.de).

Mitgeliefert wird ein Stereo-Audio-Kabel mit zwei RCA-Cinch-Steckern (High Shield) auf der einen und einem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker auf der anderen Seite, desweiteren ein 2,5 Meter langes transparentes Kabel zur Verbindung der Lautsprecher miteinander sowie zwei Netzkabel – einmal mit Eurostecker und einmal mit UK-Stecker. Die Länge des Verbindungskabels könnte, je nach dem wie die Boxen positioniert werden, unter Umständen zu knapp ausfallen.

Die Anleitung beschränkt sich auf zwei Seiten pro Sprache (Bild: CNET.de).

Die Anleitung beschränkt sich auf zwei Seiten pro Sprache (Bild: CNET.de).

Der Hersteller legt außerdem eine kleine 80 Seiten starke Bedienungsanleitung in insgesamt 28 Sprachen bei, wobei sich die Ausführungen pro Sprache sehr spartanisch auf jeweils zwei Seiten beschränken. Die Übersetzung und der Umfang der Ausführungen sind noch ausbaufähig.

(Bild: CNET.de)

(Bild: CNET.de)

Die Anschlussmöglichkeiten sind ohne weitere Beschriftung auf einer Doppelseite skizziert, bei den Tasten- und Funktionsbelegungen des Bedienfeldes auf der Box und der Fernbedienung beschränkt sich der Hersteller weitgehend auf die Bezeichnungen.

(Bild: CNET.de)

(Bild: CNET.de)

Die Fernbedienung ist kompakt und ordentlich verarbeitet, wirkt aber vergleichsweise einfach. Die erforderliche CR2025-Lithium-Batterie (170 mAh) liegt nicht im Lieferumfang bei. Die Fernbedienung verfügt über insgesamt 14 Tasten: Standby, Eingangsanwahl, Paring, Mute, Reset, vorheriges Lied, nächstes Lied, Lautstärkeregler Plus, Lautstärkeregler Minus, Play/Pause, Höhenkontrolle Plus, Höhenkontrolle Minus, Bass Plus und Bass Minus.

(Bild: CNET.de)

(Bild: CNET.de)

Die „Master“-Box ist auf der rechten Seite mit einem kleinen Bedienfeld ausgestattet. Hierüber lassen sich auch ohne die mitgelieferte Fernbedienung alle Einstellungen vornehmen. Die untereinander angeordneten Tasten sind teils doppelt belegt. Ganz oben finden sich die Taste für den Standby-Modus und die Eingangsquelle, darunter Pairing und Mode, sowie die beiden Lautstärkeregler. Rechts daneben sind fünf kleine LEDs angeordnet, die den gewählten Eingang, sowie Höhen und Bässe anzeigen.

Auch wenn man sich schnell an die Tasten und deren Bedienung gewöhnen mag, so fällt die Betätigung der Tasten am Anfang aufgrund der schwachen Beschriftung auf schwarzem Hintergrund eher schwer.

Das seitlich integrierte Bedienfeld (Bild: CNET.de).

Das seitlich integrierte Bedienfeld (Bild: CNET.de).

Auf der Rückseite finden sich der Anschluss für das Netzkabel, die Federklemmen für die beiden Leitungen des Verbindungskabel der beiden Boxen, sowie die beiden AUX-Eingänge (links und rechts). Positiv: auch diese Boxen kommen mit einem separaten Ein-/Ausschalter an der Masterbox. Auf einen optischen Eingang wie beim Schwestermodell „Koloss“, der von den meisten modernen Audio-Geräten wie DVD-Playern, Blue-Ray-Playern, HD-Decodern, Konsolen, Desktop-Computern oder ein anderen Geräten mit „optischem Ausgang“ verwendet wird, hat der Hersteller hier verzichtet. Diese Art von digitalem Anschluss verringert elektrische Störungen, verbessert die Qualität des durch den Lautsprecher empfangenen Signals.

Unterhalb des Bassreflexkanals befinden sich die Anschlüsse (Bild: CNET.de).

Unterhalb des Bassreflexkanals befinden sich die Anschlüsse (Bild: CNET.de).

Die zweite Box bietet nur den Anschluss für das Verbindungskabel (Bild: CNET.de).

Die zweite Box bietet nur den Anschluss für das Verbindungskabel (Bild: CNET.de).

Hoch kommt mit RCA-, und unterstützt Bluetooth 4.0 (Bild: CNET.de)

Hoch kommt mit RCA-, und unterstützt Bluetooth 4.0 (Bild: CNET.de)

Da es sich um Aktivboxen handelt, kommt diese Lösung von Thonet & Vander ohne zusätzlichen Receiver oder sonstige Boxen und Kabel aus – sehr angenehm. Die Signalquelle und die beiden Boxen reichen, um ordentlichen Sound zu produzieren.

Bei der zum Test angetretenen weißen Version der „Hoch“-Boxen gibt es – anders als bei der schwarzen Variante – keine abnehmbaren Lautsprecher-Abdeckungen aus speziellem Akustik-Gewebe. Diese sollen die Hoch- und Tieftöner vor Beschädigungen und anderen schädlichen Einflüssen wie ein Schild schützen und dafür sorgen, dass die Soundqualität und Leistungsfähigkeit erhalten bleibt. Der schwarze Hochtöner und die beiden gelb-schwarzen Woofer lassen sich somit bei den weißen Boxen auch nicht einfach verstecken – sofern man das überhaupt beabsichtigt.

Kopplung via Bluetooth & Co.

Um die Boxen via Bluetooth 4.0 mit dem Smartphone, Tablet, Notebook oder MP3-Player zu koppeln, muss am Gerät selbst oder an der Fernbedienung die Taste „Standby“ gut 3 Sekunden gedrückt werden. Auf dem Smartphone wird dann – vorausgesetzt das eigene Gerät ist für andere Geräte sichtbar – „T & V Hoch“ angezeigt und kann gekoppelt beziehungsweise verbunden werden. In der Anleitung ist der Vorgang kurz und knapp beschrieben. Die Kopplung und Verbindung hat im Test auf Anhieb funktioniert.

Die Hoch-Boxen werden als T&V Hoch angezeigt (Screenshot: CNET.de).

Die Hoch-Boxen werden als T&V Hoch angezeigt (Screenshot: CNET.de).

Über den mitgelieferten Cinch-Stecker (RCA) lassen sich die Boxen alternativ per Kabel auch schnell an Player und Geräte mit Stereo-Ausgang wie Tablets, Smartphones, Notebooks, PCs und TV-Geräte anschließen. Cinch- auf Cinch-Stecker liegen nicht bei. Werden die Boxen an den Fernseher angeschlossen, muss üblicherweise der Ton über die TV-Fernbedienung ausgeschaltet werden. Die Lautstärke kann dann aber normal über die TV-Fernbedienung reguliert werden.

Die Komponenten

Die beiden Lautsprecher decken einen Frequenzbereich von 50 Hz bis 20 KHz ab. Das Signal-Rausch-Verhältnis (signal-to-noise ratio) gibt der Hersteller mit >70 dB an, den Klirrfaktor mit unter 0,1 Prozent.

Oben befindet sich der Seidenhochtöner (Bild: CNET.de)

Oben befindet sich der Seidenhochtöner (Bild: CNET.de)

Die Bassreflex-Gehäuse der beiden Lautsprecher beherbergen oben jeweils ein 1-Zoll-Seidenhochtöner. Im Gegensatz zu Kunstfasern hat Seide eine weiche, glatte und belastungsresistente Textur. Das Material ist bekannt dafür, dass es sehr leicht ist und schnell anspricht. Ihre Festigkeit auf der einen Seite und die Empfindlichkeit auf der anderen ermöglichen eine gute Leistungsfähigkeit bei der Wiedergabe der hohen Tönen.

Metallhochtöner lösen im Vergleich dazu zwar grundsätzlich besser auf, neigen aber gerne mal zum Zischen und klingen unter Umständen eher etwas blechern. Kalotten aus Gewebe zeigen sich eher gutmütig, tendieren aber dazu, dumpfer zu klingen. Seidenkalotten liegen hier dazwischen. Sie präsentieren sich sanfter als Metal, lösen aber besser auf als Gewebe.

Der Befestigungsring enthält ebenfalls Seide, was die Präzision weiter optimieren soll. Thonet & Vander setzt dieses Material im übrigen bei allen Modellen der Classic 2.0-Serie und den Hochtönern der Highend-Linie ein.

Unter dem Hochtöner sitzen die beiden Tieftöner (Bild: CNET.de)

Unter dem Hochtöner sitzen die beiden Tieftöner (Bild: CNET.de)

Zusätzlich zum Hochtöner ist jede Box mit zwei Woofern ausgestattet. Diese 5,25-Zoll-Tieftöner (13,36 Zentimeter) sind ganz aus Aramid-Faser (Kevlar) in ihrer charakteristischen gelben Farbe gefertigt. Die Aramid-Faser ist eine synthetische, feste und leichte Faser. Es handelt sich um ein organisches Material mit hoher Leistung aufgrund seiner thermischen und mechanischen Beständigkeit. Es ist unempfindlich gegen Schläge, Licht und Feuchtigkeit. In der Regel wird dieses Material in der Luft- und Raumfahrt und der Textil- und Sicherheitsindustrie aufgrund seiner Starrheit und seine extrem niedrigen Gewichts verwendet. Dieses Material ist extrem steif und leicht und erlaubt eine hohe Leistungsfähigkeit. Der obere Aufhängungsring besteht aus hochelastischem Gummi. Thonet & Vander verwendet Aramid bei den Tieftönern der Classic 2.0-Reihe (Vertrag, Kürbis und Hoch) und der Highend-Serie (Grund, Turm, Sw-10, Kugel und Koloss).

Bei den beiden Tieftönern kommt Aramid-Faser (Kevlar) zum Einsatz (Bild: CNET.de).

Bei den beiden Tieftönern kommt Aramid-Faser (Kevlar) zum Einsatz (Bild: CNET.de).

Auf der Rückseite der Boxen befindet sich jeweils die Öffnung des Bassreflexkanals. Der vom Lautsprecher rückwärtig abgestrahlte Schallanteil wird genutzt, um die Basswiedergabe zusätzlich zu „verstärken“. Sprich: der Bassreflex-Sound verbessert den Klang, der über die Rückseite der Membran ausgestoßen wird. Auf diese Weise verbessert das Resonanzsystem die Basswiedergabe des Controllers und optimiert die Effizienz und Leistungsfähigkeit bei niedrigen Frequenzen.

Sound-Optimierung

Zahlreiche Technologien sollen bei den Koloss-Boxen die Soundqualität bestmöglich optimieren. So sollen Eigenentwicklungen wie klingenden Bezeichungen wie „Hammer Bass“ und „Drone FX“ für einen tiefen respektive detailreichen und natürlichen Klang sorgen. Mit Antimagnetic Shield lassen sich externe Interferenzen isolieren, so dass ein reiner und klarer Klang ohne störende Einflüsse erreicht wird. Diese einzelnen Technologien beeinflussen das Gesamtergebnis.

Natürlich hängt das Klangbild der Boxen von der jeweiligen Umgebung ab. Die Stuktur des Raumes beeinflusst die Ausgabe auf unterschiedlichste Weise. In unserem Praxistest, der in unserem rund 25 Quadratmeter großem Studio und damit in einem Standard-Umfeld durchgeführt wurde, konnte sich der Sound in den unterschiedlichsten Anwendungsszenarien durchweg gut hören lassen. Die beiden Boxen bietet bei Bedarf mit ihren jeweils 35 Watt für diesen Einsatz genug Power, kommen aber natürlich nicht an die Leistung der Koloss-Boxen heran. Nerviges Klirren bei Höhen und Vibrationen bei den Tiefen war nicht auszumachen.

Die Hoch in Weiß passen sich auch in unserem Studio gut in die Umgebung ein [Bild: CNET.de)

Die Hoch in Weiß passen sich auch in unserem Studio gut in die Umgebung ein [Bild: CNET.de)

Fazit:

Das Lautsprecher-Modell Hoch von Thonet & Vander sieht ansprechend aus und bietet für 195 Euro eine solides Preis-Leistungs-Verhältnis. Die jeweils 35 Watt reichen für den alltäglichen Einsatz im Wohnzimmer und für den Arbeits- und Gamer-Schreibtisch völlig aus. Die Anbindung kann via Bluetooth oder auch RCA erfolgen, einen optischen Eingang gibt es allerdings nicht. Die kleine Fernbedienung bietet zusätzlichen Komfort. Der Hersteller gibt auch auf dieses Duo drei Jahre Garantie.

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Bluetooth-Boxen „Hoch“ von Thonet & Vander im Test

  • Am 21. September 2016 um 17:47 von Mike

    195 Euro für 2 Boxen finde ich OK.
    Gibt es Störungsgeräusch, wenn es auf höchste Lautstärke eingestellt wird?
    Ich habe mein Philipp Subwoofer für 130 Euro. Der hat leider ein bißchen Geräusche.

    Mike von http://www.lt3.de/pa-lautsprecher/

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *