Windows Bridge für iOS: Microsoft macht Toolkit zur Portierung verfügbar

Microsoft hat eine frühe Version seiner Windows Bridge for iOS auf GitHub für Entwickler verfügbar gemacht, die iOS-Apps umbauen und in den Windows 10 Store bringen wollen. Im Herbst kommt die finale Version.

Eine frühere Version seiner Windows Bridge for iOS hat Microsoft jetzt auf GitHub für Entwickler verfügbar gemacht, die iOS-Apps umbauen und in den Windows 10 Store bringen wollen. Das Toolkit wurde unter dem Codenamen „Project Islandwood“ geschaffen und steht unter der Open-Source-Lizenz von MIT. Die finale Version soll im Herbst gleichzeitig mit einem Update von Visual Studio 2015 kommen.

Windows-10-Logo (Bild: Microsoft)

Windows-10-Logo (Bild: Microsoft)

Bislang war die die iOS-Bridge nur auf Einladung in einer Vorschauversion zugänglich. Entwickler können mit ihr Universal Apps für Windows in Objective-C erstellen. Auf diesem Weg lassen sich iOS-Apps durch geringe Anpassungen kompatibel zu Windows machen und Windows-Apps produzieren. Der Code dazu kann in Visual Studio erstellt werden. Der C++ Compiler ermöglicht also eine Übersetzung zu Objective-C-Code. Objective-C-iOS-Projekte importieren Entwickler dann in Visual Studio und übersetzen den Code zu einer Windows-App. Es handelt sich dabei also um keine Emulation, sondern um eine vollständige Kompilierung der App.

Die iOS-Bridge soll Entwicklern die Schaffung von Apps für x86- und x64-Systeme, die mit Windows 8.1 und Windows 10 laufen. Im Herbst soll die Unterstützung ARM-basierter Systeme hinzukommen, mit einem besonderen Augenmerk auf Mobilgeräten. Als Vorteil stellt Microsoft heraus, damit auch zahlreiche Windows-Services einschließlich Cortana nutzen zu können.

Die iOS-Bridge ist eine von vier Konvertierungsbrücken, die Microsoft Ende April auf der Entwicklerkonferenz Build angekündigt hatte. Der Softwarekonzern hofft, mit diesen Toolkits die Zahl der im neuen Windows Store verfügbaren Anwendungen signifikant zu erhöhen. Einige andere „Brücken“ gehen zeitversetzt ihrer Fertigstellung entgegen.

Project Westminster, mit dem Microsoft Entwicklern die Möglichkeit gibt, ganze Webseiten als Universal Windows Apps zur Verfügung zu stellen, ist bereits verfügbar. Entwickler sollen damit den „etablierten Arbeitsfluss ihrer Webentwicklung einsetzen und ihre responsive Website im Windows Store veröffentlichen“ können. Microsoft bezeichnet diese veröffentlichten Websites als Hosted Web Apps, da die Mehrheit der Inhalte von den jeweiligen Websites geliefert wird.

„Project Centennial“ soll die Möglichkeit eröffnen, herkömmliche Desktop-Apps für Windows über den App-Store zur Verfügung zu stellen. Das Projekt nutzt dazu die Enterprise-Virtualisierungs-Technologie App-V, mit der sich Pakete von Anwendungen erstellen lassen, die sich wie normale Anwendungen verhalten, also ganz normal mit der Registry und dem Dateisystem interagieren können. Dieses Toolkit ist jedoch erst im nächsten Jahr in einer Testversion zu erwarten.

Auf Einladung steht die als „Project Astoria“ entwickelte Windows-Brücke für Android bereits als Limited Developer Preview bereit. Diese Brücke ist für die Wiederverwendung von Android-Code vorgesehen, um Windows-Apps für Smartphones und kleine Tablets zu erstellen.

Microsoft fügt seinem Betriebssystem Windows 10 Mobile eine Ebene hinzu, durch die das Android Open Source Project (AOSP) als Subsystem laufen kann – ähnlich wie POSIX als Subsystem in Windows lief. Das soll Android-Entwicklern erlauben, ihre in Java oder C++ geschriebenen Apps auf Windows-Mobilgeräten mit meist nur geringen Veränderungen auszuführen.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.com]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
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