Android-Smartphone OnePlus 2 von iFixit zerlegt

Das Android-Smartphone OnePlus 2 lässt sich laut iFixit gut reparieren. Es erhält 7 von maximal 10 Punkten. Problematisch ist nur der Austausch des LCDs. Zudem werden Details zu den Hardware-Komponenten wie den verwendeten Kamera-Modulen aufgedeckt.

Die Zerlege-Experten von iFixit haben das neue OnePlus 2 auseinandergenommen und es auf seine Reparierbarkeit untersucht. Im ihrem Test hat es 7 von 10 möglichen Punkten erhalten, womit es sich leichter reparieren lässt als der Vorgänger und viele seiner aktuellen Konkurrenten. Das Samsung Galaxy S6 wurde von iFixit beispielsweise nur mit 4 Punkten, das HTC One M9 gar nur mit 2 Punkten bezüglich ihrer Reparierbarkeit bewertet. Einen Tick leichter zu zerlegen ist beispielsweise das LG G4 mit einer Wertung von 8 Punkten.

OnePlus 2 zerlegt (Foto: iFixit)

iFixit hat das OnePlus 2 zerlegt und bescheinigt ihm eine gute Reparierbarkeit (Foto: iFixit)

Die Rückseite des OnePlus 2 ist nicht verschraubt oder verklebt, sondern nur per Stecksystem mit dem Gehäuse verbunden. Daher lässt sie sich relativ einfach ohne zusätzliches Werkzeug abnehmen. Um an die Hardware-Komponenten heranzukommen, muss dann allerdings noch eine Kunststoffabdeckung entfernt werden, die mit zahlreichen Schrauben befestigt ist, die zum Teil unter Gummipfropfen versteckt sind. iFixit hat außerdem auch eine Schraube mit Originalitätsverschluss vorgefunden. Insgesamt zählten sie 18 Schrauben. Die Verwendung von Schrauben bewertet iFixit aber deutlicher besser als beispielsweise den Einsatz von Klebstoff. Insgesamt erwies sich das Öffnen des Gehäuses als unproblematisch.

Der laut OnePlus festverbaute 3300-mAh-Akku des OnePlus 2 lies sich nach dem Entfernen des Mittelteils ebenfalls sehr einfach ohne Spezialwerkzeug ausbauen, da er ebenfalls nicht mit dem Gehäuse verklebt wurde. Den Akkuwechsel beschreibt iFixit einfacher als noch beim Vorgänger. An die Kamera-Module, den USB-Typ-C-Port sowie die Datenkabel kamen die Zerlege-Experten mit Hilfe einer Pinzette und einem Spudger auch ohne Probleme heran. Dank der modularen Bauweise dürfte eine Reparatur dieser Komponenten daher keine allzu großen Kosten verursachen. Nach dem Entfernen aller Kabel musste nur noch eine weitere Schraube gelöst werden, um auch das Mainboard freizulegen.

Problematisch hat sich in dem Test nur der Ausbau des LCDs erweisen, das mit dem Digitizer-Glas verschmolzen ist. Nur unter Verwendung von Wärme konnte es gelöst werden. Laut iFixit müssen beide Komponenten aber stets zusammen ausgetauscht werden, sollte ein Schaden am Display entstehen.

iFixit hat beim Zerlegen des OnePlus 2 auch noch einige Einzelheiten über die verbauten Hardware-Komponenten in Erfahrung gebracht. Der Dual-Channel-LPDDR4-RAM stammt zum Beispiel von Samsung (K3RG2G2). Genauso der 64-GByte große NAND-Flashspeicher (KLMCG8GEND-B031). Außerdem verwendet OnePlus neben zahlreichen Komponenten von Qualcomm einen LTE-Verstärkermodul von Skyworks sowie einen Audioverstärker von NXP. Die 13- und 5-Megapixel-Kameramodule stammen beide von OmniVision und nicht etwa von Sony oder Samsung. Vermutlich hat OnePlus aus Kostengründen auf die günstigeren Kameras gesetzt. In ersten Tests hat sich die Bildqualität des OnePlus 2 aber dennoch als gut herausgestellt.

Das OnePlus 2 gibt es in zwei Versionen. Die günstigere Variante des OnePlus 2 verfügt zum Preis von 339 Euro über 16 GByte Flash-Speicher und 3 GByte Arbeitsspeicher. Für 399 Euro gibt es die von iFixit untersuchte Version mit 64 GByte und 4 GByte RAM. Der offizielle Verkaufsstart des Topmodells erfolgte am 11. August. Allerdings waren so gut wie keine Geräte vorrätig. Kunden, die eine erforderliche Einladung ergattern konnten, müssen mindestens noch mehrere Tage warten, bis sie das Gerät erhalten.

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Autor: Christian Schartel
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