Android: Smartphone-Hersteller müssen nicht mehr alle Google-Apps vorinstallieren

Google hat seine Reglementierung gelockert und zwingt Android-Hersteller nicht mehr, Apps wie Google+ oder Google Play Games vorzuinstallieren. Heraus kam dies, da auf dem neuen Samsung Galaxy Note 5 nicht mehr alle Google-Apps ab Werk aufgespielt sind.

Auf jedem Android-Smartphone oder –Tablet sind stets die Apps von Google vorinstalliert. Zwar handelt es sich bei Android um eine Open-Source-Software, wer es als Hersteller auf seinen Geräten nutzen will, muss sich aber an Googles vorgegebene Regeln halten. Zu diesen zählt sich auch, die Google Play Apps und G-Mail vorzuinstallieren. Google hat die Fesseln für seine Android-Partner etwas gelockert und schreibt ihnen nicht mehr vor, alle Google-Apps ab Werk auf ein Gerät aufzuspielen.

Google Apps (Foto: CNET.de).

Android-Hersteller müssen nicht mehr alle Google-Apps vorinstallieren (Foto: CNET.de).

Aus einem Bericht der Webseite Android Central geht hervor, dass Smartphone-Hersteller die Anwendungen Google Play Games, Google Play Books, Google+ und Google Play Kiosk (in Englisch: Newsstand) künftig nicht mehr zwingend vorab auf die Geräte aufspielen müssen.

Googles Bestimmungen sind erstmals im Februar durch ein Gerichtsverfahren bekannt geworden. Eine der Anforderungen war es, dass stets alle Google-Anwendungen vorinstalliert werden müssen. Daher überraschte es erste Tester des kürzlich vorgestellten Samsung Galaxy Note 5, dass sich darauf keine Google+-App fand. Schnell gab es Spekulationen, das Soziale Netz stehe vor der Auflösung – doch der wahre Grund scheinen einfach gelockerte Vorschriften zu sein.

Für den Nutzer dürfte dies in weniger Apps resultieren, die das Gerät unnötig unübersichtlicher machen, falls man diese nicht benutzt. Bisher ließen sich die Google-Apps nämlich auch nicht deinstallieren. Ähnliches praktizieren Android-Partner mit eigenen Apps oder etwa Facebook, wenn sie einen Vertrag mit Facebook geschlossen haben. Auch Microsofts Windows Phone und Apples iOS sind nicht frei von Bloatware, deren Deinstallation der OS-Hersteller verhindert – etwa Microsoft Money und Apple iBooks, Zeitungskiosk oder Podcasts, die ihren wenigen Nutzern auch als freiwilliger Download offeriert werden könnten.

Für das Android Open Source Project gelten andere, wesentlich weniger restriktive Bestimmungen. Auf dieser Basis hat etwa Amazon sein Fire OS mit eigenem App Store (anstelle von Google Play) und eigenem Browser Silk erstellt, die dort wiederum nicht deinstalliert werden können.

Samsung hatte das Note 5 vergangene Woche zusammen mit dem Galaxy S6 Edge+ in New York vorgestellt. In Deutschland soll allerdings nur das Edge+ mit zur Seite hin gekrümmtem Bildschirm und ohne Stift erscheinen. Beide kommen mit 5,7-Zoll-Bildschirmen mit einer QHD-Auflösung von 2560 mal 1440 Pixeln. Gemeinsam sind ihnen auch eine rückseitige Kamera mit 16 Megapixeln und eine frontale mit 5 Megapixeln sowie der Prozessor – Samsungs eigener Exynos 7420 mit acht Kernen, der auch schon in Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge steckt.

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Autor: Christian Schartel
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